Schule, Demokratie und Glaubwürdigkeit. Mit Jan Riedel

Shownotes

Fünffacher Vater, gläubiger Christ, ehemaliger Schulleiter – und heute Bildungsminister von Sachsen-Anhalt. Jan Riedel ist kein Politiker, der auf jede Frage eine einstudierte Antwort hat. Im Gespräch mit Lena Bellon spricht er offen über seinen Weg ins Ministeramt, seine Sicht auf die Schulen im Land und die politische Stimmung vor der Wahl.

Warum hält er die kommende Wahl für eine Schicksalswahl? Was läuft beim Kampf gegen den Lehrermangel besser als viele denken und wo liegen die größten Baustellen? Wie blickt er auf die hohe Zahl an Schulabbrechern, die Debatten über Demokratiebildung und die wachsende Zustimmung zur AfD unter Jugendlichen?

Außerdem erzählt Riedel, wie sein Glaube und seine Erfahrungen als Vater von fünf Kindern seine politischen Entscheidungen prägen.

Ein persönliches Gespräch über Bildung, Demokratie und die Frage, wohin Sachsen-Anhalt steuert.

Unser Gast:

https://mb.sachsen-anhalt.de/ministerium/minister

Aktuelle Artikel:

https://www.volksstimme.de/sachsen-anhalt/gutes-zeugnis-fur-lehrer-in-sachsen-anhalt-4277390

https://www.mz.de/mitteldeutschland/sachsen-anhalt/minister-riedel-wurde-auf-konkretes-ziel-zur-unterrichtsversorgung-lieber-verzichten-4277464

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🎙️ Spitzengespräche mit den Kandidaten:

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00:00:00: Wenn ich mir Ihre Personen hier vorstelle, dann wäre das eigentlich ein Grund für mich, da rührt nachzudenken, ob ich in diesem Land weiter meine Heimat sehe.

00:00:07: Ja wir erleben jetzt

00:00:08: im März, im Jahr-Zweißen-Sechsundzwanzig

00:00:09: Geschichte und den wenigen Jahren wird man auf diese Zeit zurückblicken und das genau so einordnen.

00:00:14: Wenn wir, meine Damen und Herren, den Kampf um unsere Demokratie gewinnen wollen, dann müssen wir die Herzen wieder zurückgewinnen!

00:00:20: Wir werden unsere Kultur nicht Nationalisten oder identitären Ideologen überlassen.

00:00:32: Wer unseren Podcast regelmäßig hört, weiß Politikerinnen und Politiker sind bei uns eher eine Ausnahme.

00:00:38: Nicht unbedingt wegen mangelnder Wertschätzung sondern weil politische Gespräche oft sehr vorhersehbar sind vor allen Dingen in Zeiten des Wahlkampfes Und viele Amtsträger sind immer so ein bisschen gefangen in ihrer Rolle und sprechen irgendwie Botschaften beantworten Fragen irgendwie eher ausweichend.

00:00:52: oder hat man alles schon mal gehört?

00:00:54: Heute machen wir eine Ausnahme.

00:00:56: Aber erst mal sage ich herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörers, zur fünfundzwanzigsten Folge von Zwei Komma Eins Millionen!

00:01:01: Wir sind der Politik-Podcast von Völkschimme und Mitteldeutscher Zeitung.

00:01:05: Im laufenden Wahljahr interessiert uns ja welche Fragen die Menschen bewegen und welche Antworten auch die Politik darauf hat.

00:01:12: Der Countdown läuft schon so langsam.

00:01:13: in sechs Wochen haben wir die Wahl.

00:01:15: und das letzte Wort Ich habe ja schon angeteasert.

00:01:17: Wir haben heute einen besonderen Gast, wir sind zu Gast im Bildungsministerium hier in Magdeburg im Büro des Bildungsministers.

00:01:25: Mir gegenüber sitzt Jan Riedl CDU-Mitglied, Bildungsminister von Sachsen-Anhalt.

00:01:30: Früher Schuldirektor, fünffacher Vater, gläubiger Mormone und ein Politiker der auf Social Media auffällt weil er dort oft direkt und persönlich und nahbar wirkt.

00:01:40: das bietet alles sehr viel Stoff für Fragen und Gespräche.

00:01:44: deswegen sage ich an dieser Stelle herzlich willkommen Jan Riedl.

00:01:46: ja hallo schön dass sie da sind

00:01:48: Herr Riedl, Sie gelten als ein Politiker der ungewöhnlich offen und authentisch kommuniziert.

00:01:54: Vor allem über Social Media.

00:01:56: ist der Eindruck richtig oder haben sie nur ein gutes politisches Handwerk?

00:02:01: Ich muss ganz ehrlich sagen ich bin ein bisschen verunsichert nach Ihrer Anmoderation ob das quasi ein Lob ist dass Sie heute sozusagen, dass ich hier als Politiker an dem Podcast sitze oder ob das mein Sagenarge ist.

00:02:12: Das

00:02:13: wird

00:02:13: sich entscheiden glaube ich im Laufe der Sendung Vielleicht diese besondere Mischung, dass ich natürlich jetzt nicht schon zehn Jahre lang Berufspolitiker bin sondern quasi direkt aus der Praxis komme.

00:02:23: Ich war zehn Jahre Schulleiter in Halle davor fünf Jahre Lehrer und so weiter und komme halt wirklich direkt aus die Praxis und habe natürlich noch einen etwas unverstellten anderen Blick auch auf die Arbeitswelt meines Geschäftsbereiches also des Bildungsbereichs.

00:02:37: das macht sicherlich eine gewisse Authentizität aus Und dazu kommt sicherlich auch noch, dass ich glaube ich ein sehr humorvoller Mensch bin und gewisse Dinge einfach mitunter vielleicht auf diese Art und Weise wegstecke.

00:02:53: Dass unser Social Media Auftritt oder mein Auftritt in der Öffentlichkeit dann häufig auch dieses gewisse Augenzwinkern bemerken lässt an manchen Stellen

00:03:02: Genau, da kann man ja auch immer schon einen ganz guten Eindruck von ihm bekommen.

00:03:05: Wir wollen trotzdem noch ein bisschen wissen wer so der Mensch hinter dem Minister ist und vielleicht können Sie uns nochmal mitnehmen.

00:03:11: Können Sie sich daran erinnern als sie ins Ministeramt gewechselt sind?

00:03:14: Was ging Ihnen da am ersten Arbeitstag, am ersten Morgen quasi durch den Kopf?

00:03:19: Wissen Sie das noch?

00:03:20: Oh ja, ich kann mich gut an den Abend erinnern.

00:03:22: Fangen wir mal so rum an.

00:03:23: Ich hab dann in diesem Auto gesessen... ...in der Limousine sozusagen auf dem Heimweg nach Halle und habe gedacht das ist nicht real also sozusagen.

00:03:31: Also du bist jetzt da die Situation hineingeschoben Und du sitzt jetzt hier in dieser Staatskorrosse und man fährt dich nach Hause.

00:03:38: Was für Erwartungen lasten auf dir?

00:03:40: Du musst ja quasi in dem Jahr die Welt retten, gefühlt!

00:03:46: Das war schon eine ganz seriale Situation ... Aber natürlich hab ich an meinem ersten Arbeitstag oder ... Ab dem Moment, als ich wusste dass es eventuell dazu kommen kann das ich als Minister berufen werde.

00:03:57: Das war nicht mit viel Vorlaufzeit übrigens.

00:03:58: Es war eine relativ enge Kiste.

00:04:01: War mir schon klar, dass das ne einmalige Chance ist und habe mich auch drauf gefreut.

00:04:05: Eine Chance für mich natürlich mich weiter zu entwickeln aber ganz besonders auch wirklich eine Chance für das Bildungsland Sachsen-Anhalt zum Begriff den ich immer wieder nutze aber weil das zeigt irgendwie wie vielfältig das ist.

00:04:15: Ne Chance tatsächlich Dinge nochmal mit einem anderen Ansatz auch zu bewegen und vielleicht doch den Unterschied zu machen.

00:04:21: Challenge, die ich mir auch persönlich gestellt habe für dieses Jahr.

00:04:24: Wissen Sie noch als sie so dachten ja jetzt bin ich wirklich Minister vielleicht nach irgendeiner Entscheidung oder irgendeinem Auftritt oder wie auch immer?

00:04:32: Also gibt es da einen Moment der Ihnen noch in Erinnerung geblieben ist?

00:04:35: Ja

00:04:35: das war so dass ich natürlich auch mit gewissen Erwartungshaltungen ins Amt gekommen bin.

00:04:40: Heute, wenn man da zurückblickt, wird man drüber lachen.

00:04:41: Es ging um Skikurse.

00:04:42: also wir befinden uns jetzt hier grad bei dreißig Grad im Schatten im Ministeriumsbüro.

00:04:46: es ging um Ski-Kursen das war letztes Jahr am Sommer genauso.

00:04:48: Es gingen um Unterrichtsorganisationserlasse das waren nur Onsen.

00:04:51: soll es eine Stunde mehr Mathe oder eine stunde mehr nicht weniger vorte Unterricht geben in Grundschulen und sowas.

00:04:55: Es geht auch um die Frage was wird die Perspektive sein für das Land Sachsen-Anhalt?

00:04:58: Im Bildungsbereich.

00:04:59: also es waren so ja doch manchmal auch kleinere Themen die quasi oben aufwahren.

00:05:04: die habe ich ganz schnell geräumt tatsächlich.

00:05:06: Ich habe also gesagt, die Unterrichtsorganisationserlasse werden nicht geändert.

00:05:09: Ich hab mich da hier im Ministerium beraten lassen und hatte mir da schon was vorbereitet, was ich unterschreiben sollte.

00:05:14: und in dem Moment saß ich wirklich am Tisch wie wir heute hier sitzen und hab gedacht ne das machst du nicht!

00:05:17: Du bist jetzt Minister genau aus dem Grund bis du auch Minister geworden weil es nötig ist Entscheidungen zu treffen die vielleicht in meinem Haus nicht auf Gegenliebe stoßen werden, die vielleicht auch der ein oder andere Fachexperte für Wahnsinn hält.

00:05:28: aber Ich muss das jetzt machen.

00:05:30: Ich bin nicht Minister geworden, damit alles so weiterläuft, sondern ich bin Minister geworden um den Unterschied zu machen und hab dann gesagt okay wir müssen eine Lösung für die Ski-Kompaktkurse finden ... Die übrigens Wintersportkompaktkurse heißen mal so für die interessierte Öffentlichkeit.

00:05:41: Wir müssen eine Lösungen für die Unterrichtsorganisation zur Erlasse finden, wir müssen schauen wie wir das Klima in den Schulen tatsächlich wieder dahin bringen, dass Wertschätzung, Konstruktivität oben anstehen und nicht nur Meckerei was alles nicht läuft weil das wissen wir selber und das wissen die Zuhörerinnen und Zuhörer viel besser als alle anderen

00:05:57: über Das ganze große Thema Schule und Bildung reden wir heute auch im Laufe des Podcasts auf jeden Fall noch.

00:06:02: Wir wollen immer noch ein bisschen Sie kennenlernen, sind ja auf Social haben wir schon gesagt Social Media sehr aktiv und haben auch irgendwie so einen direkten Stil.

00:06:10: ist das so sehr viel von Ihnen persönlich oder ist es eher eine Social Media Strategie von jemandem der ihnen zurechtlegt?

00:06:16: Also tatsächlich war das ne ganz günstige Situation da sozusagen ich als auch diejenige die Social Media bei uns sehr federführend betreut fast zeitgleich angefangen haben.

00:06:27: entwickelt.

00:06:27: Ich kann mich sehr gut erinnern, mein erster Gang durch den Flur und ich traf also die Kolleginnen sie saßen in ihrem Zimmer und dann sagte mir der Pressesprecher das übrigens Frau XY macht bei uns Social Media und dann sagt sich okay wo sind wir denn überall?

00:06:38: Und da waren wir irgendwie bei X. und dann sag ich was ist mit Insta oder Facebook?

00:06:41: Nee, das sind wir noch nicht.

00:06:42: Also ran an die Bulletten!

00:06:44: Da müssen wir sofort rein und sie war da auch total willig.

00:06:46: Auch der Pressesprecher hat klar machen wollen.

00:06:49: Und dann haben wir wirklich von Tag eins angefangen, das aufzubauen zu bespielen und sind da quasi gemeinsam reingewachsen.

00:06:54: also es ist nicht so dass wir hier eine ausgefallte Social Media Strategie haben, die wir jetzt sklavisch abarbeiten sondern es ist schon so, dass da ganz viel Authentizität drin ist.

00:07:04: Es vielleicht für den ein oder anderen erschreckend aber es ist ziemlich echt was da passiert.

00:07:07: Ja und gibt's da auch mal etwas wo Sie sagen oh... Das hätte ich vielleicht lieber lassen sollen oder nicht sagen.

00:07:13: Oder sagen Sie, sie stehen zu einem und würden es immer wieder so machen?

00:07:16: Ich

00:07:16: stehe jetzt zu allem... Manchmal ist das schon grenzwertig.

00:07:19: also wenn ich einen Ratschlage oder keine Ahnung mit dem Medizinball weggeworfen werde dann kann man schon mal drüber nachdenken wie ernsthaft ist das.

00:07:26: Und da gibt's ja auch Oppositionsparteien die sich im Landtag darüber beschweren.

00:07:29: das wäre eines Ministers nicht würdig.

00:07:31: aber ich glaube dass die Nutzer ganz klar diese feine Nuance zwischen der macht sich vollkommen zum Ei.

00:07:37: Der will einfach mit einem gewissen Augenzwinkern auch auf die Themen gucken, denn am Ende sind wir alle Menschen und haben alle ein Gespür.

00:07:44: Und wir haben alle irgendwie auch einen Verstand.

00:07:46: Am Ende will der einfach nur noch mal die Themen einfach setzen, vielleicht auch gewisse Stimmungen setzen.

00:07:51: Ich glaube das verstehen ganz viele, die uns folgen.

00:07:53: Einige verstehen es vielleicht nicht.

00:07:55: Deswegen gibt es eigentlich nichts wofür ich mich wirklich schäme.

00:07:58: Es ist schon manchmal so dass wir zu Hause vielleicht über den einen oder anderen Teil mal reden und vielleicht die Kinder sagen, Boah.

00:08:04: Die komplette

00:08:04: Auswertung von den Kindern?

00:08:05: Sie haben ja auch Teile der Zielgruppe quasi

00:08:07: zu Hause am Küchentisch.

00:08:08: Das war schon krünsch oder so ... Ja das passiert schon sozusagen aber das ist aber ganz normal.

00:08:13: also ich... Auch aus der

00:08:14: eigenen Partei oder nur von zuhause am Küchen-Tisch?

00:08:17: Das

00:08:17: weiß ich nicht!

00:08:17: Also aus meiner Partei ist mir da noch nichts Negatives tatsächlich entgegengeschwappt sondern im Gegenteil eher als auch eine gewisse Genugtuung dass wir das auch machen, sozusagen und können.

00:08:28: Und eine gewisse Freude darüber, dass das Rennen eröffnet ist, dass sie es tun können.

00:08:33: Ich sehe ganz viele Parteikollegen, die gute Kanäle jetzt bedienen und Dinge von sich preisgeben ohne eine Home-Story zu machen.

00:08:40: Aber einfach zu sagen, wir sind Menschen!

00:08:41: Wir treffen Entscheidungen und das ist nicht immer alles, dass alle das toll finden.

00:08:45: Aber wir haben's aus dem Grund so gemacht oder das ist unser Alltag oder unsere Bedürfnisse, unsere Wünsche, unsere Vorstellung ... Das ist schon wichtig in der heutigen Zeit, weil wir wissen ja alle dass sich ein Großteil der Menschen fast nur noch über diese Medien informiert.

00:08:58: Auch ältere

00:08:59: von TikTok

00:09:00: angefangen, über Insta und alles Mögliche.

00:09:02: Dann müssen wir das bedienen?

00:09:04: Ja.

00:09:04: Sie haben jetzt gerade schon ... Oder ich hab's auch am Anfang gesagt, sie haben fünf Kinder.

00:09:08: Beeinflusst das nicht nur den Blick auf den Social-Media-Kanal vielleicht, dass irgendwas mal cringe ist, sondern dann auch die Bildungspolitik.

00:09:14: den Blick also kann ich mir schon vorstellen oder?

00:09:18: Absolut!

00:09:18: Ich sag immer, ich bin so betroffener als auch Beteiligter des Systems und jetzt sogar noch entscheidender.

00:09:22: Das war schon als Lehrer, als Schulleiter.

00:09:24: meine Kinder waren auch größtenteils an meiner Schule.

00:09:27: das bin ich jetzt umso mehr auch als Bildungsminister dass ich immer dieses Backup habe und weiß was bedeutet es eigentlich für Eltern?

00:09:32: Was bedeutet das für Schüler?

00:09:33: Was ist das für meine Kollegen?

00:09:35: Ja, und das piept schon manche hier in meinem Haus auch an.

00:09:37: Wenn ich sage Leute, denkt doch mal daran wie kommt das in Schule an?

00:09:41: Da müssen die Akteure umsetzen!

00:09:43: Die Akteuren müssen so umsetzten was wir hier beschließen.

00:09:45: ist das wirklich praktikabel?

00:09:47: wollen wir die wirklich mit dieser Information belasten?

00:09:49: brauchen sie diese information?

00:09:50: warum haben die diese Informationen?

00:09:51: ja also das bestimmt tatsächlich unser tagwerk hier ganz häufig in unseren beratungen dass der riegel sozusagen die praxis keule schwingt und alle denken aber ich würde es als vorteil definieren natürlich dass ich in diesem Jahr immer mehr gemerkt habe, wie Verwaltung funktioniert.

00:10:10: Sie können Verwaltungen mit ihren eigenen Waffen auch schlagen.

00:10:14: Wenn sie wissen, wie Vorgänge laufen und wie man gewisse Dinge einstielt in eine Ministerium oder in einer Verwoltung, kann man sich dieses Instruments besser bedienen.

00:10:23: Das musste ich lernen nicht sofort laut ... Dinge zu fordern, sondern vielleicht auch auf einem mittelfristig oder langfristigen Weg.

00:10:31: Dinge quasi einzunorden so dass sie dann auch Wirkung entfalten.

00:10:34: und das ist dann die Kunst der Verwaltung.

00:10:37: und ich glaube aber der Ausgangspunkt von dem Praxisblick in diese Verwaltungsebene zu kommen und also diesen Blick zu verstehen und ein bisschen auch der Mittler zu sein, auch der Fernmittler zwischen Praxis-Verwaltung, die auch sein muss.

00:10:48: es kann nicht jeder machen was er will und nicht jede kluge Idee oder tolle Idee eines Schulleiters kann für alle anderen Schulen gelten.

00:10:54: Das sehe ich auch als mein Job auch der Job des Ministers, immer diese Übersetzungsarbeit zu leisten.

00:11:00: Ich bin hier nicht der oberste Verwaltungsbeamte sondern ich bin ein politischer Beamter, ich bin also jemand im weitesten Sinne einen politischer Beamter und ich bin als jemand, der dafür da ist genau die Übersetzung zwischen Volk und Exekutive und dann auch Legislative zu leisten und zu moderieren und zu versuchen für alle das Beste rauszuholen ja?

00:11:19: Und das hilft mir meine Praxiserfahrung ungemein!

00:11:22: Und auch natürlich meine Kinder oder auch meine Frau, die ist auch im Bildungsbereich tätig.

00:11:25: Also das sind schon ganz wichtige Akteure, ehemalige Kolleginnen und Kollegen.

00:11:29: Schulleitungen, die ich aus meiner Zeit langen Zeit kenne.

00:11:32: als Schulleiter hat man einfach einen schnellen Trass.

00:11:33: Aber wie ist denn das bei euch in der Berufsschule?

00:11:35: Die

00:11:37: Praxis quasi.

00:11:39: Wir sprechen da heute noch ein bisschen drüber aber um sie als Personen kennenzulernen wollen wir ein bisschen über ihren Glaubensprechen.

00:11:45: Sie gehen damit relativ offen um.

00:11:46: Sie gehören der Kirche Jesu Christi, der Heiligen der letzten Tage an.

00:11:51: Genau, die meisten und so auch ich vorher kannten das unter Mormonen.

00:11:55: Ich glaube gerade hier in Sachsen-Einheit oder generell in Deutschland haben vielleicht nicht alle so viel Berührung damit.

00:11:59: was bedeutet es für sie konkret oder ganz allgemeinen Mormone zu sein?

00:12:03: Also ich finde schon mal gut dass Sie den Namen genannt haben weil wir selber das auch nicht benutzen denn Mormon ist eine... Das ist so ein Sammelbegriff für ganz viele Strömungen sozusagen.

00:12:11: Es gibt doch fundamentalistische Strömungs darunter die sich ganz viele vorstellen.

00:12:15: also da geht's dann um Themen wie Vielehe und sowas.

00:12:18: aber der Großteil der Menschen gehört diesen Strömungen nicht an, die sie vielleicht als Mormonen bezeichnen würden.

00:12:24: Was bedeutet das für mich?

00:12:25: Ich sehe mich als Christ!

00:12:26: Ja ich bin jemand der also nach christlichen Idealen lebt, der Sonntags zum Gottesdienst geht, der versucht mit seiner Familie regelmäßig zu beten, der an Gott glaubt daran glaubt dass dieses Leben irgendwie einen Plan hat Dass nichts einfach nur zufällig ist, sondern dass jede Herausforderung eine Chance bietet sich weiterzuentwickeln Erfahrung zu sammeln.

00:12:44: Sich zu vervollkommen im positiven Sinne Das ist schon so.

00:12:47: was mich trägt ja auch dieser Gedanke das dieses Leben also wirklich auch ne Zeit is.

00:12:51: Wir sollten ausdrücken der Bewährung, wo man Gutes und Schlechtes erlebt.

00:12:55: Wo man Dinge einordnet?

00:12:56: Wo man Erfahrungen sammelt?

00:12:58: Und wo man eigentlich daraus gestärkt hervorgeht?

00:13:00: Das trifft sich dann auch ganz gut mit dem was wir im Leben so widerfahren ist.

00:13:03: also ich bin halt Lehrer gewesen Dann haben wir diese Kinder bekommen wir haben zweimal Zwillinge bekommen.

00:13:07: das war alles nicht geplant.

00:13:08: wir haben die Herausforderung angenommen und dann Bin ich ganz jung schulleiter geworden.

00:13:12: das war auch Nicht geplant sondern da hat man gesagt Herr Riedl wollen sie das machen In einer Sekunde, ja ich mach's.

00:13:18: Weil ich dachte okay das kommt nicht zufällig!

00:13:20: Das ist eine Chance die musst du ergreifen.

00:13:22: Du kannst da nur gewinnen und wachsen.

00:13:24: Und ähnlich ist es dann auch mit dem Ministerabend so gewesen.

00:13:27: Ähnlich ist es auch ein Stück weit mit meiner politischen Engagement gewesen, als Stadtrat in Halle und so weiter.

00:13:31: Also ich hab das nie in der Form durchgeplant ... also mit dreizig baue ich das Haus, mit dreientreißig werde ich Schulleiter, mit vierzig werde ich Stadtrat, sondern erst habe ich gearbeitet, ich hab die Gelegenheiten genutzt.

00:13:43: Ich hab versucht, ein gottgefälliges Leben zu führen und hab dann gesagt, nehm ich die Chancen so wie sie kommen ja?

00:13:48: Und ich weiß dass für viele Zuhörer ein bisschen weird klingt weil die sagen, was sind das für einen Vorruf.

00:13:53: Vielleicht wussten doch nicht alle vorher

00:13:55: oder können ...

00:13:56: und was es dann bedeutet.

00:13:57: Ich

00:13:58: denke aber, wenn man so mal schaut auch im politischen Raum da finden sie sehr viele spirituelle oder religiöse Menschen weil ich glaube das ist eine Kraft die einem dazu befähigt manchmal in solchen Ämtern oder in solchen Funktionen kühlen Kopf zu bewahren sein Leitstern nicht zu verlieren zu wissen warum machst du das ja eigentlich?

00:14:13: Nicht abzuheben jeden menschen wenn ich sage ich sehe mich auch als Christ jedem Menschen auch als wertvoll zu erachten sich nicht zu erheben als minister irgendwann sagen ich bin ja der Minister und wer seid ihr denn?

00:14:23: Ja sondern immer sage ich gehe auf Augenhöhe.

00:14:25: Klar muss ich die Entscheidung treffen, aber versuche zu verstehen was hier los ist.

00:14:28: Ich versuche allen gerecht zu werden und versuche sozusagen diese christlichen Grundsätze, die Gebote wenn sie das so wollen, versuche ich natürlich in meinem Leben irgendwie dann auch zu verkörpern.

00:14:38: Aber

00:14:38: gibt es auch etwas,

00:14:39: dass Sie ablehnen

00:14:40: an den Regeln der Lebensstil oder der Glaube mitbringt?

00:14:43: Sie haben ja eben schon gesagt, es gibt verschiedene Strömungen.

00:14:46: Gibt's auch was wo Sie sagen da gehen Sie nicht mit oder da wollen Sie nicht miet assoziiert werden?

00:14:50: Nein, ich möchte nicht mit viel eher assozierert werden.

00:14:54: brauchen in irgendeiner Form, den es in vielen Religionen gibt.

00:14:57: Denes aber auch in meiner Religion gibt gerade in der fundamentalistischen Strömung wie das übrigens dann auch eine katholische Kirche ist.

00:15:02: In den fundamentalisten Strömungen wo wir sagen, damit möchte ich nicht sondern ich bin organisiert in der Hauptkirche der Momon.

00:15:07: Das ist die Kirchesriste her.

00:15:08: in den letzten Tagen dort bin ich ein aktives Mitglied habe dort auch Berufungen getragen.

00:15:12: viele Jahre lang war also Bischof also sowas wie Gemeindeleiter auch alles ehrenamtlich nie mit Bezahlung immer oben drauf und zusätzlich hat mich erfüllt.

00:15:21: Es hat mir viel gelehrt sozusagen und davon schöpfe auch manchmal Kraft, wenn ich hier quasi solche Ämter ausübe.

00:15:27: Ich lehne natürlich jede Form von Fundamentalismus ab und auch von Fremdbestimmung also irgendjemandem zu irgendwas zwingen zu wollen etc.. Ich habe das für mich so entschieden und die Zuhörer können sagen oh das ist ein bisschen schräg der Typ.

00:15:38: aber ich glaube damit kann man leben wenn man sieht wie jemand agiert oder wie jemand handelt in seinem Amt etc... Und da hab' ich eigentlich nie Ablehnung erfahren sondern eigentlich immer Respekt ist akzeptabel.

00:15:51: Wie hat der alte Fritz immer gesagt, jeder soll nach seiner Fassung glücklich werden?

00:15:54: Solange er also... Und das ist ganz wichtig.

00:15:56: auf dem Boden, da Verfassung steht und auf der stehe ich absolut vielleicht sogar manchmal zu viel, dass mir das so wichtig ist, dass ich sage Rechtsstaatlichkeit, Verfassungstreuer, das ist mir total wichtig diesem Staat zu dienen und den Menschen zu dien.

00:16:08: Das hat einen gewissen Ursprung auch in meiner Religiosität, natürlich in der Art und Weise wie ich gepolt bin.

00:16:14: Aber ich möchte allen die Angst nehmen dass irgendein Fundamentalist irgendwelche verrückten Ideen hat.

00:16:18: also das ist auf keinen Fall hier der Fall.

00:16:20: Jetzt haben wir sie ein bisschen als Mensch kennengelernt wollen jetzt aber auch noch ein bisschen über Politik und Schule und alles Mögliche sprechen.

00:16:29: Wäre

00:16:29: nicht schlecht, ja.

00:16:31: Und ich glaube viele Menschen haben das Gefühl, dass so Politik oder Politiker ein bisschen vergessen haben, dass verstanden werden muss was sie sagen und dass viele Durchschnittsmenschen glaub' ich oft gar nicht so richtig wissen.

00:16:42: Was hat es gesagt jetzt potenziell mit mir zu tun?

00:16:44: Oder wie beeinflusst das mein Leben?

00:16:47: Gibt's da sowas wo Sie zuletzt gedacht haben, jetzt muss ich irgendwie ein bisschen aufpassen, wie ich das sage oder was ich das sag damit das richtig ankommt bei den Menschen.

00:16:54: Naja, das Problem oder diese Herausforderung begleitet mich tatsächlich schon jetzt die ganze Amtszeit entlang.

00:16:59: Also wie kommunizieren wir... ...die Lage an den Schulen da draußen so?

00:17:04: Das klar wird.

00:17:04: okay hier will niemand was beschönigen und auf der anderen Seite ist es auch kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken.

00:17:10: also als ich hier ankam war es gang und gäbe.

00:17:12: bitte nicht falsch verstehen aber ich sage mal halt fast ungefilter Zahlen rauszukloppen.

00:17:16: Unterrichtsversorgung liegt bei XY Und ich habe mir zu eigen gemacht immer zu erklären Was heißt das?

00:17:21: Also wenn die unterrichts versorgen einer Schule bei dann ist der geneigte Zuhörer sozusagen der Meinung, oh da fallen also mindestens sechs Prozent Unterricht aus plus noch mal die zehn Prozent allgemeine Krankheitslager.

00:17:33: Also da findet quasi fünfzehn Prozent Unterrichten statt.

00:17:35: das ist nicht ganz richtig sondern wir reden immer von Zuweisung.

00:17:38: Wir haben ein arbeitsvermögen.

00:17:39: was wenn Schule zuweisen es sind die hundert prozent Da gehören aber Abminderungsstunden für schulleitungen für besondere Aufgaben für vierter unterricht Für Ganztagsbetreuung für AGs.

00:17:49: Das gehört alles mit rein.

00:17:50: Wenn ich das abziehe Dann komme ich auf ganz andere Werte und Ich finde, das muss man kommunizieren.

00:17:54: Also die Leute ... Wenn ich denen nur diese Zahl gebe sind sie zu sehr in Alarmstimmung oder wenn ich das falsch frame?

00:17:59: Und deswegen versuche ich ganz oft, die Dinge auch mit meinem Praxisblick zu frame und zu sagen ... Aber trotzdem jetzt ganz tief durchatmen.

00:18:07: Das heißt nicht, dass hier morgen die Welt untergeht?

00:18:08: Das ist eine herausfordernde Situation!

00:18:10: Die Schulen haben da echt zu tun das irgendwie abzufangen.

00:18:12: aber wir haben diese und diese Möglichkeiten.

00:18:16: Wir haben flexible Personalbudgets.

00:18:18: Wir kommen die Möglichkeit der Zusatzstunden usw.

00:18:20: Da merke ich, dort braucht es viel Erklärung.

00:18:22: Ich glaube, dass auch die Journalisten in der Landespressekonferenz oder wenn ich was erkläre dann manchmal schon tief durch atmen denken okay jetzt geht's los Also an zwanzig Minuten was zu erklären.

00:18:30: Aber ich finde es

00:18:31: total... Politiker sprechen quasi, das muss sich nachher alles übersetzen oder... Richtig!

00:18:34: Wie wieser ich das dann

00:18:35: komprimieren?

00:18:35: Ja,

00:18:37: richtig aber das braucht's aus meiner Sicht weil ansonsten falsche Botschaften gesendet werden.

00:18:42: denn was wir brauchen ist doch zu sagen finde ich jedenfalls und habe mich auch versucht im letzten Jahr mal zu sagen Ich glaube es wird tatsächlich für eine Verwaltung hier schon als Menschen möglich getan.

00:18:50: also wenn wir schauen noch vor zehn Jahren haben wir Oder vor fünfzehn Jahren haben wir hundertfünfzig Leute im Jahr eingestellt.

00:18:55: Jetzt stellen wir tausend Fünfhundert mit unserer Ausschreibung und wenn man es schaffen, schaffen wir Tausend Einstellungen zu generieren.

00:19:01: Wir haben noch vor zehn Jahren – was weiß ich?

00:19:03: Über hunderte Studenten gesprochen des Lehramts jetzt sprechen wir über Tausende jedes Jahr!

00:19:07: Das heißt also hier ist wirklich etwas passiert in den letzten Jahren.

00:19:10: Wir sind noch vor zehn Jahren von Lehrer-, Hausmeister- und Schulsekretärin gesprochen.

00:19:13: Heute sprechen wir von pädagogischen Unterrichtshilfen, wir sprechen vom PMs, Schulsozialarbeit hat einen großen Wert von Schulverwaltungsassistenten und von Lehrkräften, von Seiteneinsteigern Bachelor, Master mit und ohne.

00:19:24: Verstehen Sie?

00:19:25: Also hier ist ganz viel passiert was aber quasi die Wahrnehmung draußen ist alles ist...

00:19:29: Schlechter!

00:19:30: Genau

00:19:30: ich hätte das ein böses Wort gesagt.

00:19:31: sie wissen was ich meine alles ist Mist und alles keiner kümmert sich und es ist eine Katastrophe.

00:19:35: Und das kann nicht einfach so nicht sagen dass stimmt nicht sondern es gibt ganz viele verantwortungsvolle Akteure Und das, finde ich muss auch rausgestellt werden.

00:19:42: Dass Eltern nicht schon mit so einer Fluppe quasi in Schule gehen und sagen hier ist eh alles Mist.

00:19:45: Wenn man denkt, jetzt muss mein Kind in die Schule, es fängt alles Schlechte an, jetzt müssen wir das alles abfangen.

00:19:50: Richtig!

00:19:51: Das ist ja eine selbst erfüllende Prophezeiung.

00:19:53: Ich glaube wenn meine Lehrkräften auch so gegenübertritt ... Wir haben wirklich mitunter schlechter Stimmung im Land vorgefunden.

00:19:59: also als ich vor einem Jahr gekommen bin, da habe ich gedacht, meine Güte, diese sind alle krass liebesbedürftig auch hier.

00:20:04: Also das ist irgendwie ganz groß Bedürfnis nach Wertschätzung, nach gesehenwerden Der Betonung dessen, was funktioniert auch und nicht nur den Mangel zu verwalten.

00:20:13: Natürlich werfen wir meine politischen Gegner vor und sagen ja der redet ja alles schön.

00:20:17: Aber ich glaube es ist eine ganz große Macht aber auch das zu betonen was funktioniert.

00:20:22: Es ist eine ganze große Macht auch Menschen quasi positiv anzusprechen anstatt quasi Law and Order Direktiven sozusagen durchzubinken.

00:20:30: weil sie ja fragen wie wirkt sich ihre Denke als Praktiker vielleicht auch als gläubiger Mensch?

00:20:35: wie wirk sich das aus auf ihrer Arbeit?

00:20:38: Zum Beispiel die Artenweise, wie wir Schulleiterbriefe verfassen.

00:20:40: Ich hab früher selber welche bekommen.

00:20:43: Was haben Sie geändert daran?

00:20:44: Das war nicht schlecht, aber ich

00:20:46: hab versucht die so authentisch wie möglich zu machen.

00:20:48: Habe ich ein tolles Team hier auch eine Pressearbeit, die das glaube ich auch gut formuliert und ich kriege ganz viel Rückmeldung aus Schulen, die sagen hey dein Schulleiterbrief... Also der hat uns mitgenommen!

00:20:56: Und

00:20:56: was steht in einem Schulleitabrieb drinne?

00:20:58: Ich glaub' dass wissen ganz viele

00:21:00: durchs

00:21:00: Zugeilen nicht und mich auch nicht zu gingen.

00:21:01: Ja

00:21:02: also Schulleitebriefe sind ein komisches Ding, eigentlich ist es ein Erlass wenn man's sieht.

00:21:05: Immer wenn der Minister irgendwie sich schriftlich oder wie auch immer an seinen Geschäftsbereich wendet und sagt so und so wird's gemacht dann ist es einen Erlass.

00:21:12: ja letzten Endes Verwaltungskunst, ein Schulleiterbrief ist eigentlich eine Information der Hausleitung, der Spitze des Ministeriums oder aber auch eines bestimmten Fachreferats.

00:21:21: Oder sogar das Haus des kleinen Schulamts als einer nachgeordneten Behörde an die Akteure in der Praxis was es zu tun?

00:21:26: also wir haben zentrale Leistungserhebungen.

00:21:29: oder was hat sich geändert im Lehrplan?

00:21:31: Ich habe mir halt zur Eigen gemacht dass wir wirklich erst mal mal reflektieren, was ist denn passiert und was habt ihr gut gemacht?

00:21:37: Und was ist uns gelungen und wo sind noch Reserven.

00:21:39: Wir werden deswegen jetzt im kommenden Schuljahr das und das und wir bitten Sie um Ihre Unterstützung.

00:21:44: Wir wissen dass es schwer ist in dieser Zeit aber es ist gut, dass sie quasi die Fahne weiter hochhalten und man lasst uns weitermachen an der Stelle also... Das sind manchmal so kleine Nuancen, aber das wissen Sie selber, dass mitmenschlichen zusammen

00:21:55: sein.

00:21:55: So eine Wertschätzung, die kann viel machen.

00:21:56: Ja ja voll.

00:21:58: Und das war wichtig an der Stelle.

00:22:00: Ich find im Gespräch, man merkt schon.

00:22:01: Sie sind noch ein bisschen drin in dieser Schulleiter-Position?

00:22:03: Sie haben ja auch schon gesagt, sie sind noch sehr vernetzt und gibt's was für

00:22:06: ... Wohin langen Sie das?

00:22:09: Sie reden doch so viel davon, finde ich.

00:22:11: Oder Sie haben...

00:22:12: Ja genau!

00:22:13: Und Sie denken das noch so sehr mit, hab ich das Gefühl bei Ihrer Arbeit, dass Sie sehr mitdenken.

00:22:17: wie ist es denn jetzt für Lehrkräfte oder für eine Schulleitung oder so?

00:22:20: Ja und ich denke manchmal, es ist ja total unprofessionell könnte das sein.

00:22:24: Man könnte auch draußen sagen der Riedel kann nicht ewig da Oberschulleiter bleiben.

00:22:28: Wenn der Minister sein will dann muss er sich auch mal daran gewöhnen, dass er nicht mehr der Schulleiter ist.

00:22:31: Und das hat ... Das muss ja nicht positiv

00:22:33: oder negativ sein, weil es eher so eine

00:22:35: ... Ich würde damit nur sagen aber ich glaube, das ist die Besonderheit uns im Geschäftsbereich.

00:22:39: Ich bin ja nicht der Kultusminister und habe noch den Kulturbereich und nicht die Wissenschaft sondern wir sind wirklich ein reines Bildungsministerium.

00:22:46: Und

00:22:46: d.h.,

00:22:46: ich lebe von den Sechzehntausend plus X Lehrkräften plus den Tausenden pädagogischen Mitarbeitern, Schutz- und Saararbeitern, pädagogische Unterrichtshilfen seit, von denen lebe ich!

00:22:57: Da denke ich wie ne Firma?

00:22:58: Wenn jeder weiß in meiner Firma, wie der Chef tickt und wo es hingehen soll.

00:23:04: Wie wir miteinander kommunizieren, wie wir einander behandeln... Dann ist er auch in der Lage, in der Praxis so zu handeln!

00:23:10: In dem er sagt, okay was ist denn eigentlich die Agenda meines Bereichs?

00:23:13: Also wie ... Was wollen wir eigentlich erreichen im Bildungsbereich.

00:23:15: Und ich finde da muss man von der Zielgruppe aus denken und die Zielgruppen sind nun mal diese tausenden Menschen als einer der größten Beschäftigungskörper, die wir im Land haben wenn nicht gerade der größte mit der Polizei dann müssen, muss den klar sein wofür stehen wir eigentlich und wo wollen wir hin?

00:23:29: und deswegen denke ich immer von dieser Praxisauswahl Ich mir denke das nützt nichts Wenn wir hundert plus x Leute hier im Ministerium uns einig sind Die da unten müssen tagtäglich, die müssen sie überzeugen.

00:23:39: Und alle hier im Raum sitzen und alle zuhören.

00:23:42: Die müssen mit den Eltern Gespräche führen.

00:23:44: Wenn Kinder sich auf dem Schulhof kloppen, die richtige Entscheidung treffen.

00:23:47: Dazu brauchen die auch eine gewisse Linie.

00:23:50: Das ist meine Arbeit, diese Linie zu bestimmen.

00:23:53: Wenn Sie morgen wieder in der Schule leiten müssten ... Gibt es noch was, wo Sie sagen, das würde mich am meisten nerven?

00:23:59: Wieder an dieser Position oder immer noch?

00:24:01: Ich sag mal, Schulleiterzusein ist einer der schönsten!

00:24:04: Jobs, die es gibt tatsächlich.

00:24:05: Das muss man schon so sagen?

00:24:06: Nix nerviges.

00:24:07: Gerade weil's nervig ist und weils zu vielfältig is'.

00:24:10: Es ist wirklich... Also das ist kein nine to five Job oder im Osten wäre es ja seven two three wahrscheinlich oder sowas.

00:24:16: Und es ist vor allen Dingen auch kein Job der quasi gleich Abläufe bietet sondern wenn man diese Aufgabe richtig anzunimmt und wenn hier Schulleiter zuhören werden wir das wissen dann ist das eigentlich wie Geschäftsführer sein.

00:24:25: Dann ist das eigentlich, ich muss neue Dinge anstoßen.

00:24:28: Ich muss Personal-Qualitätsmanagement betreiben.

00:24:31: Ich musste meine Klientel im Blick haben.

00:24:32: Das sind ja mitunter bei mir waren ... Ich hatte tausend Schüler,

00:24:34: d.h.,

00:24:35: ich hatte Tausende Eltern zu verwalten und die muss ich alle bei Laune halten!

00:24:38: Und da muss ich überlegen wie kommuniziere ich?

00:24:40: Wie oft kommunizier'

00:24:41: ich?!

00:24:41: Und so eine Geschichte...und das ist total spannend.

00:24:43: Es gibt glaube ich keinen besseren Job als Schulleiter jedenfalls in meiner Welt.

00:24:46: wenn ich was anderes studiert hätte gelernt hätte wird es vielleicht etwas anders noch geben und deswegen kann ich nur sagen dass müssen wir auch wieder mehr betonen Lehrer sein Schulleitung, alles was mit Kindern und Menschen zu tun hat ist eigentlich total erfüllend.

00:24:57: Und wir müssen die Rahmenbedingungen setzen dass es läuft.

00:25:00: Aber wenn Sie sagen es gibt noch ein bisschen unnötige Bürokratie auch was Schule angeht vielleicht auch was sie hier im Ministerium noch produzieren oder vielleicht auch verändern wollen?

00:25:09: Da muss man den Podcast jetzt verlängern.

00:25:10: also eindeutig das ist das Wesen von Verwaltung.

00:25:13: ja Wesen Das Wesen der Verwaltung ist dass sie natürlich Bürokrate schafft nicht aus Bösartigkeit heraus weil sagt ich mal etwas reindrücken sondern weil sie versucht Dinge zu regeln.

00:25:22: Und in dem Maße, indem quasi Verwaltung etwas regelt wird sie schriftlich.

00:25:26: In dem Maß, in dem sie schriftlich wird entstehen neue Regularien und wo kommen die natürlich an?

00:25:30: In der Praxis, die sagen noch was Neues.

00:25:34: Wir müssen dafür sorgen tatsächlich diese Akteure vor Ort zu stärken.

00:25:37: das ist einer der setzt sich immer wieder bringe Autonomie der Schulen vor Ort.

00:25:41: Zu sagen nicht ohne Grund haben wir dort gut bezahlte Leute die dort die Dienststellen leiten Und den müssen wir vertrauen.

00:25:48: Den müssen wir in Rahmen geben, wir müssen den Grundsätze geben.

00:25:51: am Ende müssen sie sich aber selbst regieren Wenn Sie verstehen, was ich meine.

00:25:54: Es bringt nichts, alles direktiv zu regeln und das machen wir übrigens auch gar nicht.

00:25:58: Aber ganz viel erwarten es noch!

00:25:59: Sagt uns doch, was wir machen sollen!

00:26:00: Ich sage nee ihr müsst vor Ort die Lösung finden weil im Jährich-Hohen Land ist die Situation ganz anders als in Halle Andersale.

00:26:07: Ja in Hallee Andersale hab' ich...

00:26:08: Ja an Land gegen Stadtprasien.

00:26:11: Und deswegen müsst ihr dort ganz anders agieren.

00:26:12: Ihr müsst auch anders zum Beispiel Akquise von Lehrkräften betreiben.

00:26:16: Ich muss im Järch-Horland schon anfangen mit Praktikanten, die dann irgendwann Student werden, die irgendwann Referendare werden, meiner Studie, die muss ich um Garnen sozusagen, da muss ich langfristig Politik betreiben.

00:26:26: Währenddessen ich in Halle ganz anders noch agieren kann, dann kann ich es mir raussuchen wenig nehmen und verstehen sie?

00:26:31: Und diese Autonomie... Nur bei der Personalfrage.

00:26:34: Auch bei den Budgets, wer das Geld hat, hat die Macht!

00:26:37: Wie flexibel bin ich bei der Einteilung meiner Budgets?

00:26:39: Für was gebe ich in Schule Geld aus?

00:26:41: Für Reisekosten weil ich will dass jede Klasse auf Klassenfahrt fährt?

00:26:43: oder wollen wir uns als schuleweit entwickeln und kaufen uns ganz viele Experten ein für die Frage Schulentwicklung?

00:26:48: Das muss bei Schule liegen und da arbeiten wir dran.

00:26:50: Da bin ich jeden Tag dran wirklich meine Leute zu überzeugen gesagt bitte macht es flexibler Bitte macht es mit weniger Aufwand Bitte macht ist praktikabler für die Praxis.

00:26:58: Sie haben ja jetzt schon gesagt ein toller Beruf, Lehrkraftsein, Schulleitung wie auch immer.

00:27:03: Dennoch ist es ja so, dass es einen Lehrermangel gibt und sehr viele Seiteneinstiege

00:27:08: usw.,

00:27:09: Ist das was, was in den nächsten Jahren im Griff kriegen kann?

00:27:13: Oder müssen sich schon Eltern, Familien hier in Sachsen-Einheit drauf einstellen, dass sich das erst mal nicht ändert und eher ein dauerhaftes Problem bleibt?

00:27:21: Also erstmal ... muss man sagen, dass ja quasi ganz viele Lösungsmechanismen gefunden wurden.

00:27:25: Diese Seiteneinstieg, da ist ja Sachsen-Einheit wirklich das Land was also voran ging auch jetzt in dieser Dekade.

00:27:29: Gibt der

00:27:30: Schulen die haben ein Riesenprozentteil?

00:27:31: Richtig und

00:27:32: es geht aber gar nicht anders und wir sind dankbar, dass wir diese Leute haben und wir haben zum Beispiel jetzt seit ersten vierten den Seiteneinschieger noch mal umgestellt von einer quasi Blockausbildung vier Wochen voreinsatz in der Schule hin zu einer begleitenden Ausbildung über das erste Jahr wie so einen Seminartag.

00:27:46: Das war oft die Kritik dann auch daran, ne?

00:27:48: Ja, dem krieg

00:27:48: ich übrigens keinen Brief mehr vom Seiteneinstand.

00:27:50: Jetzt werden sie mir doch welche schicken!

00:27:51: Das geht doch so nicht und wir sind nicht vorbereitet, sondern das schlägt ein wie eine Bombe.

00:27:56: Wir haben einen Tag in der Woche wo wir quasi im Seminargruppe unserer festen Gruppe Pädagogik-Didaktik, Fachdidaktikum bekommen und das ist total hilfreich ja?

00:28:04: Und das ist ein Mittel was wir auch weiter brauchen werden.

00:28:06: also liebe Eltern da draußen und wir werden weiter auf Seiten einsteigende angewiesen sein und dass es nichts Schlimmes.

00:28:10: dann gibt's richtig gute Leute.

00:28:12: die müssen wir weiter gut qualifizieren.

00:28:13: dafür gibt es viele Programme die das Land Sachsen an hat aufgelegt hat.

00:28:16: das kostet wahnsinniges Geld.

00:28:17: was wird auch investieren und ich denke das ist gut investiertes Geld weil für das System halten.

00:28:24: Jetzt warte uns recht und billig, jetzt könnt ihr gehen!

00:28:26: Das geht nicht.

00:28:29: Das habe ich versucht jetzt im beginnenden Sommer auch noch mal zu spielen.

00:28:33: Wir haben eine Prognose, wie es aussieht mit unserem Lehrkräftepedarf... wir haben sinkende Schülerzahlen, das wissen alle, wir haben eine schwierige Demografie, das ist eigentlich kein gutes Signal für die Schulen bedeutet aber dass wir schneller als noch vielleicht vor fünf Jahren gedacht in diese Situation kommen, dass wir an einigen Schulformen schon in diesem Schuljahr als auch im nächsten Schuljahre ganz andere Situationen schon vorfinden werden.

00:28:53: von Grundschulen, Grundschulungen

00:28:55: sind die Ersten wo wir sagen, wir müssen theoretisch Schule keine Seiteneinsteiger mehr einstellen, weil wir es aus unseren eigenen Absolventen heraus schaffen die Bedarfe zu decken.

00:29:05: Weil es weniger Kinder sind?

00:29:07: Das hat man jetzt aus

00:29:08: den Kitas gehört und das schwappt

00:29:10: dann relativ zeitnah auf die Gymnasien über.

00:29:12: Wir haben an dem Gymnasium sowieso die Situation, dass wird eine relativ gute Unterrichtsversorgung sowieso schon immer hatten, weil der Großteil der Lehrkräfte entschuldigt weder Gymnasialehramt oder Grundschullehramt.

00:29:21: Und da sind wir ganz gut aufgestellt,

00:29:23: d.h.,

00:29:23: die Gymnasien sagen mal im nächsten, übernächsten Schuljahr werden erleben, mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften decken können.

00:29:31: Die Sekundarschulen, die Berufsschulen und Förderschulen werden wir bis in die Dreißigerjahre noch schwierige Situationen haben.

00:29:37: Wir haben aber jetzt unmittelbar vor der Sommerpause dafür gesorgt, haben es auch den Lehrkräften per Brief mitgeteilt, dass wir flexibler sind bei dem Einsatz der Lehrkräfte an den verschiedenen Schulforms.

00:29:48: Es war bislang so, wenn sie Gymnaseallehramt studiert haben, dann sind Sie eigentlich nicht an die Sekundarshule gekommen?

00:29:53: Ich kann mich

00:29:53: jetzt erinnern... Genau!

00:29:54: Jetzt können auch Gymnasallehrer ohne dass sie sozusagen Nachteile haben, die wurden dann irgendwie ein Jahr lang nicht verbeamte und mussten warten.

00:30:01: Da haben sie viele Gymnasiellehrer gesagt, ich geh da nicht an eine Sekundarschule, werde quasi nicht wie in der Gymnasium sofort beamtet, hab noch Nachteile.

00:30:08: Das haben wir also jetzt geregelt, dass die sofort auch barbeamtet werden können, das ist alles so detailles, aber wichtig für Lehrer!

00:30:14: Wir müssen attraktiv sein.

00:30:15: Wir sind Sachsen-Anhalt, ein Flächenland im Osten der Bundesrepublik, wir sind nicht Hamburg, Bayern oder Baden-Württemberg.

00:30:22: Wir müssen alles tun, damit die jungen Leute, die bei uns studieren über tausend jedes Jahr fangen an, Lehramten möglichst Tier bleiben.

00:30:29: Ich sage, wir müssen jetzt auch jetzt beginnen ab diesem Schuljahr und bis zu Ende der zwanziger Jahre in die dreißigere Jahre in einen Versuchen.

00:30:35: Lehrer aus dem Gymnasium als auch aus den Grundschulen, die das studiert haben nicht die jetzt schon dort sind aber die das Studieren haben junge Leute denen zu sagen passt auf Wir können euch jetzt nicht unbedingt im Gymnaseilplatz anbieten Aber wir haben eine Sekundarschule Inhalle, im Dessau etc.

00:30:48: Bedarf für diese und jene Fächer.

00:30:49: wir könnten euch da gebrauchen.

00:30:50: ihr habt keinen Nachteil Und so guckt euch doch mal die Schule an.

00:30:53: ich habe zum Beispiel als Referendarm mal Praktikung gemacht an der Berufsschule Und danach war ich Feuer und Flamme.

00:30:58: Ich wollte unbedingt an die Berufsschule, hab gedacht ... Ich brück auch nicht mehr ins Gymnasium.

00:31:02: Es ist trotzdem im Gymnasum geworden, hat mich befriedigt alles gut.

00:31:05: Aber ich konnte mir vorstellen in einer anderen Schulform zu unterrichten.

00:31:08: Wenn Sie als junger Mensch mit Achtzen zum Studien gehen?

00:31:10: Sie kommen vom Gymnasuum, studieren, dann sind sie fertig.

00:31:14: Dann können Sie sich nicht vorstellen an der Sekundarschule oder Förderschule.

00:31:18: Das haben Sie nie kennengelernt!

00:31:19: Ja,

00:31:20: deswegen müssen wir das schaffen.

00:31:22: Lehramtübergreifen, Praktika anzubieten, da haben wir jetzt gerade das Grundstudium auch umgestellt, dass die jetzt auch in Sekundarschulen-Praktika machen und dann also auch den Gymnaseallehrern als auch anderen Lehrkräften ermöglichen.

00:31:33: Auch an diesen Schulen wo es prekär ist, Förderschulen, Sekundarshulen, Berufsschulen... Die Laufbahn zu wechseln als Beamtenrecht!

00:31:38: Es ist öde, ja?

00:31:40: Die Lufbahn zu Wechseln.

00:31:41: Das geht jetzt vielleicht für die meisten so ein bisschen zu den Zeit.

00:31:43: Aber wir sind so tiefgründig drin, das ist doch super.

00:31:44: Ja, ich will mir das Signal senden Wir brauchen weiter Lehrer.

00:31:47: und was ich nicht will Da, wenn ich das noch sagen darf.

00:31:49: Ich möchte nicht das Signal senden da draußen an die jungen Leute, studiert nicht leeramt.

00:31:53: Weil das wird ja manche meiner Kollegen machen das schon irgendwie?

00:31:55: Meiner meines... Also wir haben erstmal einen Riesengeb aufzuholen.

00:32:00: Wir haben zu wenig Leere am System.

00:32:02: Die müssen wir erst mal aufholen.

00:32:03: Das würde auf dem Stand sind wo wir eigentlich hin wollen.

00:32:05: und dann brauchen wir trotzdem jährlich einen gesunden Zufluss an Lehrkräften.

00:32:10: Wir werden nicht mehr Tausende brauchen in den dreißiger Jahren jedes Jahr.

00:32:13: aber wir werden prognostizieren und wir arbeiten jetzt schon daran dass wir einen gesunde Korridor haben werden dass uns nicht das passiert, was vor zwanzig Jahren passiert ist.

00:32:20: Wir haben keinen eingestellt oder nahezu kein eingestellt.

00:32:21: Ich war damals einer von zwei, die mit Deutsch eingestellen wurden am Gymnasium für das ganze Land Sachsen-Anhalt in meinem Jahrgang.

00:32:28: Das darf uns nicht wieder passieren und das will ich auch noch mal senden.

00:32:30: Studieren Sie weiter Lehramt?

00:32:32: Gucken Sie vielleicht mal welches Lehramt.

00:32:34: Sekundarschule Berufsschule Förderschule ist natürlich noch günstiger wenn sie sagen, ich möchte eine hundertprozentige Chance haben hier beschäftigt zu werden Und schauen Sie auch mal welche Fächer.

00:32:42: Physik Mathematik Chemie Hauptfächer Deutsch Englisch und vielleicht weniger die Fächer, die so auf der Hand liegen.

00:32:48: Die viele machen sondern vielleicht doch mal schauen was könnte ich mir für ein Fach aussuchen?

00:32:52: Was vielleicht auch sehr stark gesucht wird.

00:32:53: und dann gibt es weiterhin gute Chancen in Sachsen-Einheit.

00:32:56: Jetzt haben wir schon ausführlich über Lehrermangel gesprochen aber es gibt in Sachseneinheit ja noch einen Thema worüber man vielleicht sprechen sollte ist das Thema Schulabbrecher.

00:33:06: also wenn ich mich nicht irre und auf dem aktuellen Stampen haben wir mit die höchste Schulabrecherquote in ganz Deutschland.

00:33:14: Also es ist natürlich so, wir haben ein paar systemische Fragen.

00:33:17: Wir sind in Laxen-Anhalt das Bundesland was eine sehr hohe Exklusionsquote hat.

00:33:21: Das heißt dass wir haben sehr viele Förderschulen.

00:33:23: Wir haben eine sehr große Fördersschultradition auch in diesem Bundesland überhaupt den Ostdeutschland aber in LaXen-Anhalt ganz stark.

00:33:28: Dass wir sozusagen Förderschuhe mit Schwerpunkt lernen und mit geistiger Entwicklung etc... Und wir bemerken in den letzten Jahren, dass diese Schulen wachsen.

00:33:35: Ja?

00:33:36: Das heißt es gibt immer mehr Kinder mit enormem Förderbedarf.

00:33:38: sozial emotional also was ich da schon auch an Schulen ist irre also was dafür?

00:33:42: autistische Kinder etc.. ich weiß, Autismus ist ein schwieriges Thema.

00:33:45: Da werden jetzt einige auch gleich aufschrecken.

00:33:46: Aber wir werden mitunter in Regelschulen die mit Lehrermangel zu kämpfen haben und große Klassen haben.

00:33:51: Werden wir diesen Kindern nicht gerecht?

00:33:53: Und deswegen haben wir einen sehr großen Zustrom zu den Förderschulen, weil dort haben wir kleinere Gruppen, viele pädagogische Mitarbeiter oder Erzieher

00:34:00: etc.,

00:34:01: Wir haben Leute, die dafür sorgen, dass diese Kinder gemäß ihrer Förderlage besser beschult werden muss man ganz klar sagen

00:34:07: Weil der Bedarf auch wächst?

00:34:08: Weil

00:34:08: der bedarf auch darin wächst.

00:34:10: Das verzeichnen alle Bundesländer.

00:34:12: Bundesland, bei dem dieses Thema Inklusion auch in einer historischen Perspektive nicht so stark gespielt wurde wie den anderen.

00:34:18: In Schleswig-Holstein haben fast alle ihre Vierterschulen aufgelöst und nur noch Vierterschulzentren drin, ansonsten wird das eine Regelschule bedient.

00:34:24: Aber was genau hat das jetzt nochmal mit Schulabbrechern zu tun

00:34:28: sein?

00:34:28: Ich erklär mir viel!

00:34:30: Wir vergeben an den Viertorschulen der Regel keinen regulären Abschluss.

00:34:33: Das heißt also vor allen Dingen eine Vierteschule lernen Die Förderschulen lernen und geistige Behinderungen, das sind die am meisten.

00:34:39: Das sind die größten Förderschuhe.

00:34:40: Das ist in den meisten Schüler.

00:34:41: Dort haben wir in der Regel keinen Abschluss aber wir haben es seit letztem Schuljahr geschärft bei vorletzend Schuldung dass wir quasi an der Fördersschule lernen wieder einen Abschluss vergeben.

00:34:49: das heißt also alle Schüler die die Förderschole absolvieren gehen erst mal ohne Abschluss in die Statistik ein wenn wir ein Jahr später gucken würden.

00:34:56: die gehen dann nämlich ins BVJ ins Berufsvorbereitungsjahr etc.

00:34:58: dort erwerben die häufig dann ihren ersten Schritt.

00:35:00: da wird das ganz anders aussehen.

00:35:01: aber dadurch dass wir so eine starke Förderschoollandschaft haben kommt diese hohe Quote auch zustande.

00:35:06: Es ist auch so, dass wir immer noch zu viele Schüler ohne Abschluss aus den Sekundarschulen entlassen.

00:35:11: Und das muss unser Ziel sein für die nächsten Jahre.

00:35:13: Da sind wir schon dran und sie können sich sicher sein, dass ich da auch schon sehr stark geliebt werde in meinem Geschäftsbereich weil ich das immer wieder Thema zähle.

00:35:18: Das kann uns nicht zufrieden stellen!

00:35:20: Wir müssen es schaffen, dass möglichst alle Schüler mit einem Abschluss hier rausgehen.

00:35:24: Wir müssen schaffen, dass man an den Vierterschulen vernünftige Abschlüsse vergeben.

00:35:30: Wir haben richtig was Und da müssen wir uns auch an die eigene Nase fassen.

00:35:38: Jede Schule für sich und das Ministerium, was können wir tun?

00:35:41: Das ist tatsächlich bereit dort durchaus Maßnahmen zu ergreifen.

00:35:44: Ich will noch mal betonen diese besondere zehnte Klasse.

00:35:46: Wir begeben jetzt also eine Vierterschule Lernen in Abschluss!

00:35:49: Das echten Erfolgsmodell.

00:35:50: Die Vierteschulen melden uns, das ist genial.

00:35:52: D. h., gehen die Schüler, die sonst nach der neuen rausgegangen werden ohne Abschüsse sind eine besondere Zehnteklasse.

00:35:57: Die sind aber kleiner als an einer Regelschule.

00:35:59: Da sitzen zehn Kinder drin und nicht achtundzwanzig.

00:36:02: Ja, können dann abschlüssen.

00:36:02: Und die

00:36:03: erwerben dort den Hauptschulabschluss Und das ist echt ein Erfolg.

00:36:06: und die kriegen dann auch eine, ich war letztendlich schon, die haben da noch ne Lehrstelle.

00:36:09: Ja, die eine fängt in der Wäscherei an etc.

00:36:11: Und genau das ist es.

00:36:12: wir müssen Erfolge kreieren und nicht den Kindern quasi bestätigen ihren Misserfolg.

00:36:17: Das kann nicht unser Ansatz sein.

00:36:18: und dass es auch so dieser neue Ton dem wird treffen müssen.

00:36:21: Die Beschulen lasst uns gemeinsam Erfolgen unserer Kinder kreiern und nicht die Misserfolge betonen und das muss man

00:36:27: hinkriegen.

00:36:27: Jetzt sind sie heute hier zu Gas bei uns im Podcast.

00:36:30: Ich habe aber auch schon mal über Sie kurz im Podcast gesprochen haben.

00:36:35: Da ging es darum, dass Kinder in Sachsen-Anhalt zum AfD Zukunftstag wollten und sie sich dann auch als Bildungsminister eingeschaltet haben und die Schüler auch darin bestärkt haben das zu untersagen.

00:36:44: An dem Beispiel sieht man ja irgendwie beschäftigen sich die Jugendlichen und Kinder mit der AfD oder sympathisieren sogar mit ihr und wählen sie vielleicht auch.

00:36:52: können Sie sagen wenn irgendwie Schüler ihre Lehrkräfte fragen nach der AfD

00:36:58: usw.,

00:36:59: wie könnten Lehrkräften oder wie sollten die aus ihrer Sicht darauf reagieren?

00:37:03: Ist das Thema an den Schulen?

00:37:05: Wie kommt es auf.

00:37:06: Das ist ein ganz großes Thema und ich habe in dem vergangenen Jahr meiner Tätigkeit jetzt hier ganz viel Wert darauf gelegt, dass wir für eine Demokratiebildung stärken genau aus dem Grund, den Sie ja auch erwähnt haben nämlich diese zunehmende Verrohung des Diskurses auch in Schulen und die Anfeindungen, die man zum Teil erlebt etc.

00:37:22: Lehrer sind da wirklich auch einer schwierigen Situation ausgesetzt.

00:37:25: sie müssen wissen Lehrkräfte sind in Sachsen-Anhalt in der Regel verabendet wenn sie neu einsteigen.

00:37:30: Wir haben aber einen großen Teil angestellter Lehrkräften entweder dafür unterschrieben haben oder auf die Verfassung sogar einen Eid geschworen haben, dass sie diese verteidigen werden.

00:37:37: Dass sie die freiheitlich-demokratische Grundordnung verteidigt werden.

00:37:40: das heißt jeder Landesbedienste da also auch die Lehrer haben die Pflicht wenn also rassistisches Menschenverachtendes enthumanisierendes Gedankengut geteilt wird das ganz klar einzuordnen.

00:37:51: und es ist dieser sogenannte Demokratialast den wir nochmal geschärft haben auch vor einigen Monaten ich glaube es ist im Januar gewesen wo wir noch mal ganz klar sagen Lehrer ihr müsst da eingreifen ihr könnt das nicht geschehen lassen Aber nicht vergessen, ihr seid Beamte oder Landesbedienstete.

00:38:05: auch eine gewisse Neutralität zu wahren, ne parteipolitische Neutralitet.

00:38:08: Das ist der große

00:38:10: Unterschied oft nicht verstanden?

00:38:12: Richtig!

00:38:13: Dass

00:38:13: es dieser berühmte Beutelsbacher Konsens zu sagen du hast dich nicht neutral zu verhalten gegenüber der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.

00:38:18: wenn also das System was uns hier Frieden Stabilität und Freiheit gewährleistet und ein friedliches zusammen negiert wird wenn das angegriffen wird dann musst du dich positionieren.

00:38:26: aber du hast sich nicht parteipolitisch zu positionieren Du hast nichts zu sagen.

00:38:30: Wer die Partei gilt ist doof oder sowas.

00:38:32: das kannst du nicht machen.

00:38:33: das ist der feine unterschied.

00:38:34: ja Das haben wir versucht nochmal den Lehrern auch klarzumachen.

00:38:37: bekommen wir tatsächlich auch viel positives Feedback von Lehrkräften, die sagen es ist gut dass das noch mal klar gemacht wird.

00:38:42: Das stärkt uns auch den Rücken.

00:38:43: ich weiß natürlich auch dass es hier und da auch Fälle gibt ja auch öffentlich thematisiert werden wo man meint wir würden dann nicht adäquat reagieren.

00:38:49: dazu muss ich auch ganz klar sagen Wir stehen ganz klar zu den Lehrkräften wenn sie diese freiheitlich demokratische Grundordnung unterstützen Und wenn Sie sich gemäß des Beutelsbacher Konsens auch verhalten.

00:39:00: und darüber hinaus sollten Lehrer wirklich darauf achten dass sie also parteipolitisch neutral agieren.

00:39:06: Aus Ihrer Perspektive, wenn Sie vielleicht kurz einschätzen.

00:39:09: Warum ist für viele junge Menschen als rechtsextremen eingestufte Partei so interessant?

00:39:14: Also warum... Gesichert rechtse extrem!

00:39:15: Genau, gesichert Rechtsextrem.

00:39:17: Warum is das so interessant für Jugendliche, für sechzehn- siebzenjährige jünger Älter wie auch immer?

00:39:22: Na weiß ja scheinbar auch für einen nicht unerheblichen Teil ihrer Eltern sehr Interessantes.

00:39:27: Sie haben vorhin von dem Küchentisch gesprochen, an dem genau diese Kinder auch sitzen mit ihren Eltern.

00:39:30: Und ich glaube da muss ich die auch mal ein Stück weit schützen nehmen.

00:39:33: Die haben natürlich nicht die Erfahrungswelten, die wir haben und die sind vielleicht noch gar nicht so politisch sozialisiert wie vielleicht Erwachsene

00:39:38: etc.,

00:39:39: sondern sie sind in der Findungsphase.

00:39:40: Die erleben ja auch mit was so passiert sozusagen und auch die Polarisierung in ihren Familien, in der Gesellschaft im Dorf et cetera.

00:39:48: Das geht auch nicht spurlos an denen vorbei.

00:39:49: gerade dort haben wir einen großen Auftrag tatsächlich auch die politische Bildung noch viel stärker zu frustrieren.

00:39:54: Ich sage immer auch ist am Ende verpflichtet, letzten Endes politische Bildung zu machen.

00:39:59: Denn er muss unsere Grundordnung verteidigen.

00:40:01: und wenn im Chemieunterricht jemand sich rassistisch äußert dann muss er das einordnen, dass er das bearbeitet.

00:40:06: und ich glaube dieses Bewusstsein so nach dem Motto Das macht ja der Sozialkundelehrer!

00:40:10: Das ist Aufgabe von Geschichte, das ist nicht meine Aufgabe, das haben wir gebrochen.

00:40:15: Richtig,

00:40:15: Leute ihr müsst alle dazu beitragen.

00:40:17: Unsere Demokratie ist nicht Gott gegeben sondern die muss verteidigt werden.

00:40:20: Wir sind gerade an einem Punkt wo wir merken heu-heu es könnte sein dass also Kräfte die offen unvorholen Also auch unsere demokratischen Prinzipien verachten die sie im Landtag unverholen mit Hass und Hetze und radikalen Parolen versehen, dass die also tatsächlich hier in Regierungsverantwortung kommen könnten.

00:40:37: Und da haben wir alle als Gesellschaft eine Aufgabe auch aufzuklären an der Stelle.

00:40:41: Und noch mal weil Sie fragen warum so viele Jugendliche diese Richtung tendieren?

00:40:45: Wir sehen ja auch das ganz viel jugendlichen Richtung Linkspartei tendieren.

00:40:48: Das

00:40:48: heißt überhaupt

00:40:48: eine radikalere... Bitte nicht falsch verstehen.

00:40:54: Ja aber auf jeden Fall in zugespitztere politische Lager als in die Mitte

00:40:58: und werden generell politischer, oder?

00:41:00: Oder haben generell

00:41:02: ein

00:41:02: politisches Interesse.

00:41:03: Und das müsste uns eigentlich positiv stimmen!

00:41:05: dass die politischer werden.

00:41:06: Als ich Lehrer war, hab ich angefangen vor siebzehn Jahren oder so ... Da hab ich gedacht, krass!

00:41:11: Die Schüler wären immer unpolitischer.

00:41:13: Politik spielte fast gar keine Ausgänge.

00:41:15: viel um Hedonismus.

00:41:16: Wie time ich mein Leben?

00:41:18: Wo geht das Backpacking hin?

00:41:19: Wie kann ich da mal noch und hier was mitnehmen?

00:41:21: Aber viel weniger um die Frage, was macht unsere Gesellschaft aus?

00:41:24: Haben wir einen Auftrag?

00:41:25: Das kommt wieder zurück.

00:41:26: Dass sich viele junge Leute sagen, oh, krasses.

00:41:29: Für diese Gesellschaft muss man was tun.

00:41:30: Freiheit gibt's nicht for free sozusagen.

00:41:32: Das ist also nicht selbstverständlich.

00:41:34: Ich glaube, daraus kann man langfristig auch positiv Profit schlagen.

00:41:37: Natürlich sehen wir das jetzt auch in hohen Zustimmungswerten für vielleicht extremere politische Parteien.

00:41:43: aber ich glaube man kann langfristige aus dieser Politisisierung auch profit schlagen indem man sagt sie sind wieder zugänglich auch für politische Fragen und das ist dann wieder ein Auftrag auch an uns Berufspolitiker zu sagen okay dann müssen wir wieder mehr erklären.

00:41:54: also ich will nicht dieses.

00:41:55: Wir müssen mir erklären dass wir falsch nicht falsch verstehen Aber Dann müssen wir gut erklären was wir tun Und wir müssen Leute an der Stelle auch mitnehmen.

00:42:02: Sie

00:42:02: haben ja jetzt gerade schon gesagt, die stärkere AfD so klingt für mich so als würde Ihnen das Sorgen bereiten?

00:42:07: Also ist das sorgvoller für sie.

00:42:08: oder dass die politisch mittigen Parteien schwächeln wenn man sich die Umfragezahlen anguckt?

00:42:15: Ich habe mich dazu ja auch schon dezitiert geäußert und ich weiß, dass ich da natürlich auch meinen Rahmen als Fachminister sozusagen wirklich da maximalst nutze.

00:42:23: aber das muss ich einfach sagen als jemand der quasi auf für Bildungspolitik verantwortlich ist, muss ich ganz ehrlich sagen wir haben es hier natürlich mit einer Zeitenwende zu tun.

00:42:33: Sollte das was da ein Regierungsprogramm der Partei die sie angesprochen haben steht Realität werden.

00:42:38: und im Bildungsministerium ist es nun mal so dass der Minister sehr starke Durchgriffsrechte hat durch Erlass- und Verordnungswege die nicht im Landtag besprochen werden die nicht von der Legislative beschlossen werden sondern ganz vieles läuft hier über meinen Tisch und das entscheiden wir hier im Ministerium.

00:42:52: somit kann also im Bereich Bildungspolitik deswegen hat man sich glaube ich auch so drauf gestürzt von den anderen Parteien kann man ganz vielen kurzer Zeit ändern.

00:43:00: Man kann ganz viele Exempel statuieren, das beunruhigt mich schon weil sozusagen diesen Konsens der auch bei uns im Paragraph I des Schulgesetzes festgesetzt ist wie unsere Schulen sein.

00:43:08: Unsere Schulen sollen in Orte der Demokratie sein und der Wertschätzung des friedlichen Miteinanders, der auch der Inklusion im Sinne von alle beteiligen.

00:43:15: dass das also so offensichtlich, so klar auch textlich beschrieben So Disposition gestellt wird, das kann nur jeden Politiker der auf die Verfassung geschworen hat.

00:43:26: Ich habe auf die verfassung geschworen als ich dieses Amt angeneinander ... Das kann ihn nur beunregen und davon muss er warnen.

00:43:30: Und deswegen sage ich, ich kann nur davor warnen!

00:43:32: Ich sage immer wir haben es hier mit einem Player zu tun, der nicht mit denselben Karten spielt wie wir.

00:43:37: Wir Parteien?

00:43:38: Der klassischen Mitter oder derjenigen, die sozusagen... Es sich etabliert haben als die Unterstützer der Bundesrepublik Deutschland, wir spielen mit den gleichen Karten.

00:43:47: Wir wissen wo sind die Grenzen?

00:43:49: Wir nutzen unsere Macht nicht auf Gedeihenverderb aus um unseren Interessen durchzusetzen sondern wir sind gebunden an die Verfassung und an die Grundsätze gebunden und an Menschenrechte gebunden Und die werden wir nicht aushäbeln egal was wir vielleicht für politische Unterschiede haben.

00:44:02: Aber hier haben wir es mit einem Player zu tun der sagt diese Karten interessieren mich nicht meine Karten sind gezinkt.

00:44:07: ich sage ganz offenlich entlasse drehandert Beamte.

00:44:10: Das geht gar nicht laut Verfassung.

00:44:11: Ja, aber ich mache das einfach.

00:44:13: Ich statuiere das exakt.

00:44:13: Ich denke nur an Trump!

00:44:15: Aber wir wissen nicht, was uns hier bevorsteht.

00:44:17: Wer quasi hier sozusagen das erste Opfer wird?

00:44:20: Einer durchgreifenden radikalen Politik und das will ich für meine Kinder nicht.

00:44:24: Das will ich fürs Bildungsland Sachsen-Anhalt nicht.

00:44:26: Und davor habe ich tatsächlich Angst wäre zu viel gesagt aber davon hab' ich ganz großen Respekt und davor warne ich.

00:44:31: Und das möchte ich noch mal allen die uns vielleicht zuhören auch sagen da geht's wirklich nicht um parteipolitische Taktiererei sondern Ich habe auf die Verfassung des Landes Sachsen Anhalt geschworen dieses Land und seine Recht zu verteidigen.

00:44:41: so war mir Gott helfe Ja, und das nehme ich auch anstatt dieser Stelle.

00:44:45: Und ich sehe hier eine große Gefahr nicht nur im Bildungsbereich, aber auch in der Kulturpolitik, in der Frage unserer Gesellschaftspolitik – und ich weiß nicht ob wir in Sachsen-Anhalt wirklich das Fanal sein wollen, an dem so ein Exempel statuiert wird?

00:44:55: Ich möchte es nicht für unseren Landen, deswegen versuche ich alles zu tun, das abzuwenden!

00:44:58: Die

00:44:59: CDU schließt ja auch ne Zusammenarbeit mit der AfD aus.

00:45:01: Das ist die ewige Frage, die jetzt mit Blick auf die Wahl ja ewig diskutiert wird.

00:45:05: also würden sie auch eher mit den Linken zusammenarbeiten als mit der AFD?

00:45:09: Ich kandidiere ja im keinen Mandat.

00:45:11: Also deswegen bin ich vielleicht hier auch noch ein brauchbarer Gesprächspartner, sozusagen.

00:45:15: also klar bin ich Minister, ich bin CDU-Mitglied Aber ich bin niemand, der quasi jetzt im Wahlkampf in dieser aktiv aktiven Rolle unterwegs ist.

00:45:24: Dass er um sich und mein Mandat bewirbt.

00:45:25: Deswegen mache ich keine Aussage ob AfD oder Linkspartei.

00:45:28: haben Sie da Verständnis dafür?

00:45:30: Die CDU ist eine Partei der politischen Mitte.

00:45:32: wir wollen dieses Land auf Kurs halten das kann ich sagen.

00:45:35: Wir wollen dieses land in diesem guten Sinne weiterentwickeln.

00:45:39: Sachsen-Anhalt hat in den letzten zwanzig Jahren eine sehr gute Entwicklung genommen.

00:45:43: Ich weiß noch als ich vor über zwanziger Jahre nach Sachsen Anhalt gekommen bin ich muss Ihnen es wirklich sagen Da hatte schon so ein bisschen Fragezeichen.

00:45:48: Das war das Land der roten Laternen.

00:45:50: Wirtschaftlich, Arbeitslosigkeit, Ausblick.

00:45:53: und wenn man heute – ich bin ja nun wirklich viel unterwegs in diesem Land sieht was hier alles entstanden ist!

00:45:58: Auch in den Jahren davor, aber gerade in den letzten zwanzig Jahren muss man sagen hat sich gut entwickelt.

00:46:03: Ganz viele draußen sind pratzig und sagen es alles miss ist alles schlecht und alles eine Katastrophe.

00:46:08: Aber das ist nicht die Realität.

00:46:09: Wenn man hier unterwegs ist ganz viel konstruktives, ganz viel Gutes Und deswegen kann ich sagen dass wollen wir erhalten und weiterentwickeln.

00:46:15: Das geht nur mit der Mitte.

00:46:16: Es geht nur wenn wir einen breiten gesellschaftlichen Konsens haben und es geht nicht mit extremistischen Parteien.

00:46:21: Ich weiß, dass unser meinspitzenkantat meiner Panthei gesagt hat Dass das nicht geht und daran werden wir uns halten

00:46:28: Bevor wir zu unserem Abschlussritual kommen, dass sie bestimmt als unser fleißiger Podcast-Hörer kennen.

00:46:33: Wollen wir noch so eine persönliche Schlussrunde für Sie machen?

00:46:36: Würden Sie sagen, Sie sind in fünf Jahren noch Bildungsminister?

00:46:38: Ich wäre es gern!

00:46:39: Wollen Sie dauerhaft Berufspolitiker bleiben oder wissen Sie das noch nicht?

00:46:44: Die Wege des Herrn sind unerkründlich.

00:46:45: Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann als Ministerpräsident für Sachsen-Anhalt zu kandidieren?

00:46:50: Das ist jetzt schräg, nee also habe ich jetzt noch nicht super nachgedacht.

00:46:54: Wir haben ja unser Abschlussritual.

00:46:56: Drei Fragen, die wir allen unseren Gästinnen und Gästen stellen gerne kurz und persönlich beantworten Was sind aus Ihrer Sicht die entscheidenden Themen bis zur Wahl?

00:47:05: Bildung Wirtschaft glaube ich ganz viele Menschen fragen sich wie geht es weiter mit meinen Kindern Ausbildungsplätzen Wie geht's mit meinem Arbeitsplatz weiter?

00:47:14: Da müssen wir ganz gute Antworten finden.

00:47:16: Wirtschaft ist ein ganz großes Thema.

00:47:18: Bill Clinton hat mal gesagt, jetzt die Economy is stupid!

00:47:20: Da glaube ich wirklich dran.

00:47:21: Also geht es den Menschen gut?

00:47:22: Haben sie Perspektiven und da stehe ich auch als CDU-Politiker dafür haben Sie auch gute wirtschaftspolitische Perspektive.

00:47:28: dann dreht sich auch eine Stimmung in einem Land und dann reden wir aber ganz andere Dinge wieder.

00:47:32: also das ist glaube ich Economy First.

00:47:34: dass was Sven Schulze ganz oben stehen hat das ist ganz wichtig an der Stelle.

00:47:38: und sicherlich drittens ist irgendwo auch die Frage des Sicherheiten, des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

00:47:42: Wir haben jetzt erst wieder diese Situation auf dem CSD in Berlin erlebt und so weiter.

00:47:46: also wir können da auch nicht die Augen verschließen!

00:47:48: Wir haben hier ein Problem mit Islamismus, wir haben Probleme mit Radikalität von verschiedenen Seiten.

00:47:53: das greift unsere Gesellschaft an und macht Menschen mürbe und unsicher und führt dann dazu dass sie mitunter auch extreme politische Entscheidungen treffen bei der Wahl.

00:48:01: Zweite Frage?

00:48:02: Ist es für Sie eine Schicksalswahl?

00:48:04: Ja eindeutig Es entscheidet sich, ob Sachsen-Anhalt im Konzert der sechsten Bundesländer weiter ein anerkanntes Mitglied bleibt oder ob wir hier – das sage ich ganz offen – einen Experimentierfeld werden mit ungewissem Ausgang am Ende.

00:48:16: Und wahrscheinlich würden wir dann alle in fünf Jahren schlechter leben als bis heute tun.

00:48:20: Dritte Frage?

00:48:21: Wo steht Sachsen Anhalt am Ende dieses Jahres?

00:48:23: Hoffentlich in sicheren und festen politischen Verhältnissen.

00:48:47: Wenn ihr keine Lust habt, ein E-Mail zu schreiben dann schreibt auch gerne einen Kommentar bei Spotify, Apple, YouTube.

00:48:57: Wir lesen uns das durch und freuen uns über Feedback.

00:48:59: In der nächsten Folge haben wir die Politikchefin in der Zeit an den Hähnich zu Gast.

00:49:04: Das wird super.

00:49:05: da habt ihr mich wieder auf den Ohren.

00:49:06: bis dahin Danke fürs Zuhören!

00:49:09: Danke!

00:49:10: Das Team hinter dem Podcast sind die vier Hosts Jan Schumann Max Hunger Elisa Schulz Und ich Lena Bellon.

00:49:16: Verdaktion Frank Rogules, Mitarbeit Frank Krause, Alexander Walter, Til Gerloff und Anne Holzki.

00:49:22: Grafik Tobias Büttner.

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