Mit der Linie 4 durch Magdeburg und Sachsen-Anhalt. Mit Annett Gröschner

Shownotes

Annett Gröschner zählt zu den wichtigsten ostdeutschen Schriftstellerinnen der Gegenwart. Im Podcast spricht die Magdeburgerin über ihre Fahrten mit der Linie 4 in Magdeburg und in aller Welt, die Veränderungen ihrer Heimatstadt und die Frage, warum Kränkungen, Einsamkeit und die Erfahrungen der Nachwendezeit viele Menschen bis heute prägen.

Gemeinsam sprechen wir über den Wegzug vieler Frauen, das Selbstbild Sachsen-Anhalts, kulturelle Schätze zwischen Altmark und Elbe sowie die Herausforderung, Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft zu bewahren. Ein persönliches, kluges und nachdenkliches Gespräch über Heimat, Erinnerung und die Zukunft eines oft unterschätzten Bundeslandes.

Website der Autorin: https://annettgroeschner.de/

Ihr Roman “Schwebende Lasten” über Magdeburg im 20. Jahrhundert:
https://www.chbeck.de/groeschner-schwebende-lasten/product/37899802

Gröschner bei PEN-Berlin am 23.8. in Stendal https://www.stadtgemeinde-stendal.de/aktuelles-und-termine/nachrichten/podiumsdiskussion-heimat-ist-das-noch-schon-mein-land-am-sonntag-23-august-um-18-uhr-am-dom-st-nikolaus.html

Link zu Weiterschreiben, ein von ihr 2017 gegründetes Portal für SchriftstellerInnen aus Kriegs- und Krisengebieten https://weiterschreiben.jetzt/

Neue Wahl-Umfrage:

https://www.mz.de/wahl/landtagswahl-sachsen-anhalt/umfrage-trend-kleine-parteien-afd-cdu-4293509

Allgemeine Informationen zur Wahl:

🔎Zur aktuellen Wahlumfrage

📄Die Wahlprogramme

Du willst immer auf dem Laufenden bleiben?

📧Update Sachsen-Anhalt, unser Newsletter:

📱Snackpolitik – unser Angebot auf Social Media

🎙️ Spitzengespräche mit den Kandidaten:

Transkript anzeigen

00:00:00: Wenn ich mir Ihre Personen hier vorstelle, dann wäre das eigentlich ein Grund für mich, da rührt nachzudenken, ob ich in diesem Land weiter meine Heimat sehe.

00:00:07: Ja wir erleben jetzt im März, im Jahr-Zweißen-Sechsundzwanzig Geschichte und den wenigen

00:00:10: Jahren wird man auf diese Zeit zurückblicken

00:00:12: und das genau

00:00:13: so einordnen.

00:00:14: Wenn wir, meine Damen und Herren, den Kampf um unsere Demokratie gewinnen

00:00:17: wollen, dann müssen

00:00:18: wir die Herzen

00:00:19: wieder zurückgewinnen!

00:00:20: Wir werden unsere Kultur nicht Nationalisten oder identitären Ideologen überlassen.

00:00:28: der Politik-Podcast von Mitteldeutscher Zeitung und Volksstimme.

00:00:32: Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörere zu einer neuen Folge von zwei Komma eins Millionen!

00:00:37: Bislang hatten wir Politiker, wir hatten Journalisten, Wir hatten Politikwissenschaftler zu Gast heute aber haben eine ganz andere neue Perspektive hier im Podcast.

00:00:46: sie ist eine der bekanntesten Schriftstellerin in Ostdeutschland stammt aus Magdburg.

00:00:50: damit sage ich herzlich Willkommen Annette Kröschner.

00:00:53: Hallo

00:00:54: Liebe

00:00:55: Frau Kröchner, es ist Mittwoch.

00:00:56: Wir sitzen hier im Podcaststudio der Volkstimme in Magdeburg.

00:00:59: Wir wollen reden über Ostdeutschland, den gesellschaftlichen Wandel Erinnerungen und die Folgen auf die Gesellschaft heute.

00:01:05: Sie sind eine Chronistin und Beobachterin der letzten Jahrzehnte in Ostdeutland und in Sachsen-Anhalt.

00:01:10: Sie haben mal vor längerer Zeit die Geschichte erzählt dass sie in jeder Stadt mit der Linie Vier fahren.

00:01:15: In Magdeborg fährt ihr ja bekanntlich von Krakau nach Olvenstedt.

00:01:19: Warum fahren Sie mit der Linie Vier?

00:01:21: Ja, es ist eine längere Geschichte.

00:01:23: Weil ich war mal bei den Berliner Seiten der FHZ, das ist schon viele Jahre her so ums Jahr zweitausend und da bin ich immer in Berlin mit Bus- und Straßenbahnlinien gefahren die so Grenzen überschritten haben also Grenzen die offensichtlich waren, Grenzen, die eher so unter dem Straßenbelag waren oder so außergewöhnliche Linien und das ist dann ein Buch geworden und die Berliner Seiden der FAZ wurden abgeschafft.

00:01:45: Ich fand es so toll mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, weil man einfach so viel von dem Ort sieht an dem man sich befindet und in der Straßenbahn Sachen passieren aber gleichzeitig auch außerhalb.

00:01:56: Also das Leben draußen läuft ab und das Leben in der Straße ist noch mal völlig anderes.

00:02:02: also wer sitzt dort?

00:02:03: was machen die Leute?

00:02:04: Und dann habe ich gedacht, okay.

00:02:05: Ich bin viel unterwegs.

00:02:06: Es war eine Zeit wo ich auch viel im Ausland gelesen hab oder so Workshops gemacht habe und hab denn gedacht, ich mach's einfach weiter da wo ich bin.

00:02:14: Dann fiel mir ein bisschen schwierig wenn man es mal braucht was verbindendes.

00:02:18: Und dann hab ich überlegt welche Linie fällt mir da ein?

00:02:21: Da fiel die erste Linie ein in meinem Leben gefahren sind.

00:02:25: Das war die Linie vier, die damals noch mit Nagotah Straßenbahnen also heute würde man sagen alte damals.

00:02:30: was eine ganz moderne Bahn.

00:02:32: Damals von Krakau wie sie auch heute fährt bis zur Hermann-Gieslerhalle vor, also bis zum Schlachthof.

00:02:37: Aber weil keiner Schlachthoff oben auf die Linie schreiben wollte hat man halt Hermann Gieslerhelle geschrieben.

00:02:42: Die Strecke gibt es nicht mehr aber das war sozusagen der Anlass.

00:02:46: und da die vier in fast allen Ländern irgendwie vorkommt bis auf asiatische Länder wo's ne Pechzahl ist wie bei uns die drei Zehn, das wusste ich aber nicht als ich das angefangen habe Und ich bin quasi in der ganzen Welt unterwegs gewesen und bis auf Australien, alle Kontinente.

00:03:01: Ich bin überall mit der Linie viel gefahren und mache das auch immer noch und mache auch noch regelmäßig hier im Magdeburg Lesungen in der alten Gotar Straßenbahn was die Straßmann-Freunde von der IG nahe haben ja so ein Depot mit alten Fahrzeugen und da fahren wir auch noch.

00:03:15: in diesen Monats gibt es auch noch Karten mit der Line vier durch Magdeburg.

00:03:20: meine Schwester erzählt etwas über Magdeburger Straßenbahn und ich lese aus diesen Geschichten aus aller Welt

00:03:25: Fangen Sie heute noch gerne Linie für?

00:03:27: Immer.

00:03:28: Egal, wo ich bin auch wenn das Buch ja schon lange auf mittlerweile schon vergriffen ist aber ich mache eigentlich immer noch weiter.

00:03:35: Wenn sie heute durch Magdeburg gehen oder fahren so kurz vor der Wahl wie nehmen sie die Stadt wahr?

00:03:40: Naja in Berlin habe gar nicht so viel mit der Wahl zu tun.

00:03:44: wir haben eine Berlinerwahl auch nicht uninteressant.

00:03:48: Also ich kann sagen, was ich halt finde wie die Stadt auf mich wirkt.

00:03:52: Ich bin ja weggegangen schon relativ früh.

00:03:55: da war ich achtzehn erst nach Schöneberg dann nach Berlin Und da hatte ich eine völlig andere Stadt im Korb, eine sehr enge Stadt.

00:04:02: Eine Stadt die sehr auf die Industrie konzentriert war, die sehr eng auch im Denken in der Kultur war und ich wollte einfach nur weg.

00:04:10: Jetzt sehe ich eine Stadt, die offen ist, die sich dem Fluss wieder zugewandt hat also eine Stadt die sich quasi einmal umgedreht hat.

00:04:17: Also weg von diesen Industrievierteln hin zur Elbe, hin zu dieser wunderbaren Landschaft des Stadtparks und das lieb ich, ja.

00:04:25: Ich bin zwar irgendwie umgezogen schon vor vierundvierzig Jahren aber die Elbe ist für mich ein Fluss in Magdeburg wo ich immer wieder hin muss.

00:04:33: also ich bin auf dem Werder aufgewachsen muss man auch dazu sagen und ich bin auch jemand immer wenn Hochwasser es muss ich nach Magdeburger kommen und Sandsäcke füllen.

00:04:43: Also jetzt dass dieses niedrig Wasser ist für Ich war dreizehn Jahren bei dem höchsten Stand der Elbe, sieben und vierzig.

00:04:53: Und jetzt bin ich da wo es achtunddreiß Zentimeter sind.

00:04:56: also ich habe auch immer mit diesem Fluss gelebt auch mit dieser Umwelt oder auch Klima egal wie man's nennen will.

00:05:02: Also die früher konnten wir halt den Fuß nicht in die Elbe halten weil sie so dreckig war.

00:05:07: Also man durfte da nicht reinfallen und heute ist es halt so, dass das so niedrig ist, dass man fast durchlaufen kann.

00:05:13: Und man sieht keine Binnenschiffe mehr als ein Kind, was so Binneschiffe geliebt hat.

00:05:18: Da merkt man schon, die Stadt einerseits zum Positiven verändert hat und andererseits aber Kräfte wirken, die wiederum dazu führen, dass sie klimatische Probleme bekommen.

00:05:29: Und gesellschaftlich?

00:05:30: Wer hat sich's verändert?

00:05:31: Die Stadt ist offener auch kulturell offener... Wahnsinnig tolle Projekte, wo ich auch eine große Hochachtung habe.

00:05:40: Wenn jemand ein Projekt macht jetzt nicht nur in Magdeburg aber auch in der Umgebung Wir sind ja viel gereist in den letzten Jahren Ich hab' einen Buch geschrieben mit Peggy Metler und Wenke Seemann aus Deutschland betrinken sich und gründen den idealen Staat Und da haben wir so ne Lese-Performance.

00:05:55: Da waren wir eben auch in kleineren Orten Auch in Sachsen-Anhalt zuletzt in Seehausen Und ich war begeistert, was die Leute da auf die Beine stellen.

00:06:03: Also man kommt in Seehausen an und die Stadt ist irgendwie tot.

00:06:08: Es ist niemand auf der Straße.

00:06:09: Man muss auf irgendein Rufbus warten um irgendwie ... Ich hab kein Auto, um irgendwo hinzukommen.

00:06:15: Dann ist dann eine Veranstaltung und plötzlich sitzen da Zwei-Hundert Leute und man denkt es gibt ein Bedürfnis danach sich zu treffen und sich auszutauschen.

00:06:24: Da hat man wieder so Hoffnung ja und denkt das kann gar nicht so schlimm sein.

00:06:30: Ich weiß es immer.

00:06:31: Letzte Woche war Paul Ronsheimer bei uns hier im Podcast zu Gast und er hat gesagt, wenn Franz Josef Wagner noch leben würde in seiner Kolumne die Sachsen-Anhaltina fragen warum sie denn so wütend sind.

00:06:42: Wissen Sie da drauf eine Antwort?

00:06:44: Naja, das ist eben das Problem und es einfach Antworten gibt's da nicht.

00:06:47: Und das Problem ist ja dass in dieser Gemengelage, in der wir uns jetzt verwegen immer so schnell nach einfachen Antworten Das muss eben... Wir brauchen Veränderungen!

00:06:55: Wir brauchen irgendeinen starken Menschen, der dies und das macht.

00:06:58: Es ist einfach eine differenzierte Gesellschaft und das geht einfach nicht.

00:07:02: Genauso ist die Frage mit dieser Stimmung.

00:07:05: Die Stimmung ist natürlich eine Gemengellager aus viele Also diese ganze Transformationszeit, die man irgendwie so hinter sich gebracht hat.

00:07:13: Aber eigentlich nicht wirklich aufgearbeitet und viele Kränkungen sind einfach so verfestigt.

00:07:19: Also ich habe mal mit einer Psychoanalytikerin gesprochen und gesagt es gibt eine ostdeutsche Befindlichkeitsstörung.

00:07:25: also das ist wirklich so ist dass Die Kränkung so tief sitzt und manchmal hat sie gar nichts mit der Realität zu tun.

00:07:31: Wir wundern uns ja manchmal dass Leute so wirklich so schrecklich wütend sind und glauben Sie sind zu kurz gekommen?

00:07:36: Und die sitzen dann in ihrem Einfamilienhaus vor der Tür.

00:07:40: Es gibt eigentlich erst mal keinen Grund, wo ich dann sage naja in der Mietwohnung habe kein Auto also mir geht es schlechter.

00:07:48: was ist jetzt das Problem?

00:07:49: Aber es hat so eine Frage des mentalen diese Aufmerksamkeit die man nicht bekommen hat auch viel Einsamkeit.

00:07:57: Also Marx hat ja mal davon gesprochen, dass man alle Verhältnisse umendern muss für der Menschen geknächtetes, gedemütigtes und ein vereinsames Wesen.

00:08:06: Da ging es schon um diese Einsamkeit interessanterweise vor zweieinhalb Jahren.

00:08:10: also ich glaube das die Einsamkeits- und Großes etwas wirklich wichtig ist, dass viele eben weggegangen sind und die zurückgeblieben sind glauben sie sind sitzen gelassen worden.

00:08:23: Manchmal denkt man, sie haben sich vielleicht auch wenig Mühe gegeben die Leute zu halten.

00:08:28: Es ist ja auch das warum viele von uns eigentlich nicht mehr weggegangen sind war eben dieses dass es so ein verengtes kulturelles Bild auf Menschen gegeben hat Das alles was man anders gemacht hat oder ob man anders aussah immer sofort beschimpft wurde.

00:08:43: Und ich habe einfach Angst, dass wir genau wieder in diese Verhältnisse kommen wo es völlig in Ordnung ist das man Leute auf der Straße beschimpft.

00:08:52: Weil sie anders sind weil Sie anders aussehen weil sie eine andere Hautfarbe haben weil sie einen Hut aufhaben.

00:08:57: Es ist eigentlich egal.

00:08:59: also alle die nicht so genauso sind wie man selbst Die sind zu bekämpfen und das finde ich... Das ist etwas wo ich denke das will ich nicht!

00:09:08: Das müssen wir irgendwie verhindern dass es ein Unterschied gemacht wird zwischen Menschen.

00:09:14: Und das treibt mich wirklich um, weil da finde ich auch viele Parallelen zu den Achtzigerjahren in denen ich hier aufgewachsen bin und denke mal ja die Zeit nach neunzehnundneunundachtig so schwierig sie auch gewesen ist war aber irgendwie eine offene Zeit.

00:09:28: Auch wenn wir viele Probleme hatten, aber es ist viel entstanden und viele Sachen, die einfach besser sind natürlich Sachen, die Mieten so hoch sind oder wenn die Lebenshaltungskosten irgendwie nicht mehr beeinstimmen, mit dem was man verdient und ja all diese Sachen wo ich immer denke da muss man auch gegen aufstehen.

00:09:50: Aber ich finde es manchmal schwierig dass es dieses gekränkt sein eigentlich mit der Realität nicht so viel zu tun hat.

00:09:56: also man darf es auch nicht links liegen lassen.

00:09:59: Man sieht ja was dabei rauskommt als ich immer die Frage auch zu fragen, woher kommt diese Kränkung?

00:10:05: Und da ist man natürlich nicht bei einem Gespräch was in fünf Minuten zu Ende ist.

00:10:09: Sondern das ist eine größere Geschichte.

00:10:12: Woher

00:10:12: kommt die Kränkung?

00:10:13: Ich frage jetzt einfach

00:10:16: die Frage.

00:10:17: Die hat sich so hoch geschockt glaube ich ja.

00:10:20: also wir hatten ja meine Zeit als ihr denke immer dran dass irgendwie als Hartz-IV und noch Hartz IV hieß und der gab es ja in Ostdeutschlande Bewegungen dagegen diese Montagsdemonstrationen und die waren ja noch links Die hatten ja nichts mit rechts, mit AfD zu tun.

00:10:34: Aber die wurden eher belächelt so und ich glaube das ist diese Kränkung des Belächeltwerdens ihr seid ja nur Ostdeutsche oder ihr habt keine Ahnung, ihr habt ein Demokratiedefizit und all diese Sachen die dann auf der politischen Ebene dazu geführt haben dass viele sich auch zurückgezogen haben oder radikalisiert haben.

00:10:53: also es gibt eine Art Gefühl, dass man irgendwie so ein bisschen gedemütigt wird wenn man Ostdeutsch ist.

00:10:59: Also ich kenne ja auch... Ich bin viel unterwegs überall und es hat sich gebessert.

00:11:05: aber also wenn man in den zweitausender Jahren so unterwegs war da gab es immer so einen bisschen diesen Ton und den hatte man als Ostdeutcher auch immer sofort im Ohr gehabt.

00:11:15: zu dieses Naja, jetzt seid ihr ja befreie.

00:11:19: Also wenn ich da gelebt hätte, ich hätte dies und das nicht gemacht und ich habe dann immer gedacht oh Gott!

00:11:24: Wenn ich dich angucke, hättest du wahrscheinlich überhaupt nichts anderes gemacht als die meisten... also dieses Glück woanders geboren zu sein und einfach eine andere Voraussetzung gehabt zu haben.

00:11:36: und dann wurde einem das so immer aufs Butterboot geschmeert dass man ja eigentlich ein bisschen der defizitäre Persönlichkeit ist weil man so aufgewachsen ist.

00:11:44: Und ich finde ja immer eher, dass es eigentlich ein Erfahrungsschatz ist den wir haben.

00:11:49: Weil wir viele Sachen einfach kennen und eigentlich sagen können.

00:11:52: also da möchte ich auf jeden Fall nicht mehr hin auch wenn du das jetzt gar nicht weißt weil du es nicht erlebt hast könnte man ja jetzt zurück sprechen.

00:11:58: aber Ich glaube das hat ein bisschen was damit zu tun als eben auf der politischen Ebene einfach immer das Ostdeutsche sein eher so ein Defizit war und als Angela Merkel dann Kanzlerin war die ich auch letztendlich doch Schätzen gelernt haben, auch wenn ich das überhaupt nicht meine Partei ist.

00:12:14: Aber sie hat ja ihr Ostdeutschen sein auch quasi versteckt.

00:12:18: Sie wollte ja nicht die Kanzlerin der Ostdeutchen sein aber das hat natürlich dazu geführt dass es eigentlich sich auch nicht groß verändert hat.

00:12:25: Also das ist immer so diese fünf neuen Bundesländer, auch wen es dann schon dreißig Jahre her war und dass eben einfach die Erfahrungen, die wir gemacht haben auf die immer wieder hingewiesen werden muss als ein Erfahrungsschatz, der auch helfen kann für die Zukunft.

00:12:42: Also es gibt so einen Satz von Gerhard Gundermann, den ich irgendwie toll finde obwohl ich jetzt kein Gunderman-Fan bin aber der hat kurz bevor gestorben ist gesagt also man muss sich vorstellen Der Osten fährt im Trabi auf dem Abgrund zu und der Westen fährt in Mercedes Und der Trabis fällt gleich runter und der Mercedes fliegt noch eine Weile.

00:13:00: Ich muss einfach daran denken heute wenn man den Zustand der Autoindustrie also auch die ganzen Fehler die da gemacht worden sind nicht so besonders in die Zukunft zu gucken, dass sich vielleicht doch irgendwas verändert.

00:13:11: Muss ich immer an diesen Satz denken?

00:13:13: Also das ist einfach auch so eine bestimmte Bequemlichkeit gehabt, die auch dazu geführt hat, dass eben viele Innovationen einfach an uns vorbeigegangen sind und dann eben auch das wirtschaftliche Gefüge nicht mehr das ist was man vor zwanzig Jahren hatte und das wiederum dazu führt, dass die Leute verunsichert sind Und denken, es geht nicht mehr so weiter und die Katastrophen kommen näher.

00:13:34: Wir brauchen jetzt irgendjemand, der den Schalter umschaltet.

00:13:37: Dann wird alles wieder gut.

00:13:39: Das ist ein Trugschluss.

00:13:41: Haben Sie das Gefühl, die Sachsen-Anhaltiener fühlen sich nicht ernst genommen?

00:13:43: Kann man das so sagen?

00:13:45: Man kann immer nicht für alle sprechen.

00:13:48: Gibt ja auch genug... Leute, die andere Parteien wählen.

00:13:51: Also ... Ich wehr mich so ein bisschen dagegen dann immer für alles sprechen zu wollen ja?

00:13:56: Das ist so ein bißchen ... Ja das kenne ich aus meiner Kindheit dass man immer für alle sprechen soll, aber quatsch weil es gibt glaube ich zwei Komma eins Millionen Individualistinnen Die hier leben und natürlich gibt es Strömungen und Richtungen Und wo sich viele eben treffen.

00:14:16: Aber ich glaube das Sachsen-Anhalt am meisten unterschätzte Bundesland nach Saarland ist oder mit Saarland, keine Ahnung.

00:14:25: Also wo immer alle so ein bisschen drüber weggehen auch als die ICE Strecke gebaut wurde, wurde sie halt am nördlichsten Zipfel von Sachsen-Anhalt gebaut da wo nur Kühe rumstanden und keine Menschen irgendwie den Verkehr stören können.

00:14:36: also nicht durch Magdeburg wo Sie eigentlich hätte gehen müssen.

00:14:40: Man wollte so schnell wie möglich von Berlin in Hannover sein und dazwischen ist es irgendwie so so'n bisschen wie im Westernfilm Irgendwie so die...

00:14:48: Ich muss jetzt zu sagen, Entschuldigung.

00:14:50: Der ICE fährt direkt von meiner Haustür.

00:14:52: Nämlich durch Gardelegen durch!

00:14:54: Und Held wird nicht.

00:14:55: Wir sehen ihn, oder wir hören ihn und sehen ihn aber wir werden nicht einsteigen können und das will auch künftig nicht passieren ja?

00:15:01: Ja

00:15:01: und ich meine auch im Magdeburg gibt es eigentlich eine landeshauptschatten ICE-Branne vorhanden.

00:15:06: also das sind so kleine Sachen die immer so da geht man so drüber weg aber diese sind wichtig.

00:15:12: genauso wie als ich das Hörbuch für mein Roman habe einsprechen lassen habe ich extra nach einer Sprecherin gesucht die das Wort Magdeburger sprechen kann weil die Leute sagen immer Magdebourg Und wenn man irgendwie eine ausgebildete Schauspielerin ist, dann sagt man es auch.

00:15:27: Spätestens nach dem dritten Mal im Magdeburg sind sie da beim Magdeburger.

00:15:32: Also das sind so Kleinigkeiten die aber glaube ich die zu solchen Kränkungen führen ja also immer viele dieser Kleinigkeiten und das betrifft natürlich Sachsen-Anhalt.

00:15:41: Ich meine hier gibt es wahnsinnig viele Hundsschätze und ja auch so die Archäologie.

00:15:48: Es war ja im Mittelalter, also schon alleine Magdeburg mit dem Magdeburger Recht.

00:15:52: Was ich total spannend finde, weil ich in meiner Jugend und Kindheit nie was drüber gehört habe.

00:15:58: Und dann fährt man nach Osteuropa und alle sagen aus Magdeburg?

00:16:01: Ja, Magdeboge recht!

00:16:03: Das ist halt ein Stadtrecht gewesen des Mittelalters, das wirklich die Städten zum ersten Mal eine gewisse Freiheit vor der Kirche gegeben hat.

00:16:10: Und dass es sehr lebendig in Litauen, in Bialarus und den anderen osteuropäischen Ländern... Uns ist völlig vergessen, wo ich denn aussage.

00:16:19: warum haben wir das vergessen.

00:16:21: Also warum ist hier nur Otto?

00:16:23: Aber das Magdeburg Recht ist eigentlich für die Städte oder für die Urbanität viel wichtiger gewesen.

00:16:28: Ja also solche Sachen finde ich dann schon interessant ja auch welche Gewichtung es gibt.

00:16:32: und

00:16:33: würden Sie sagen Ostdeutschland wurde in den letzten Jahren so oft als Problem erzählt Als negative Seite Deutschlands?

00:16:41: Ja, ich finde schon.

00:16:42: Also im Ganzen gesehen würde ich es schon sagen, dass man sozusagen das Problemkind in unterschiedlicher Weise aber... Ich glaube immer dann wenn wieder irgendwas anders ist als im Rest der Republik wird es sofort erklärt mit zwei Diktaturen oder nur mit der Transformation.

00:17:02: Es gibt immer wieder Gründe warum das so ist, aber ich glaube das Schwierige ist eben, dass es so kompliziert ist.

00:17:09: Ja, es ist wirklich so eine Gemängerlage aus verschiedensten Sachen wo man manchmal schon nicht mehr weiß was eigentlich die Ursache ist.

00:17:15: Es ist ja oft so dass man irgendwie denkt warum ist das jetzt hier so?

00:17:19: und dann guckt man in der Geschichte und man sieht das war ein Hungergebiet und das hat sich irgendwie so weiter auch.

00:17:26: also bestimmte Sachen gehen dann so ihre Wege durch die Geschichte und kommen irgendwo anders wieder raus und man fragt sich wo kommt's eigentlich her?

00:17:35: Kommen wir da irgendwie wieder raus aus diesem negativen Bild, oder?

00:17:39: Ja.

00:17:39: Ich glaube man kann immer nur... Das ist ja das Schwierige auch mit dieser ganzen Politik jetzt.

00:17:45: also wenn jemand gekränkt ist und irgendwie sich reichen will bei denen sind Argumente kann man stecken lassen weil sie werden gar nicht gehört.

00:17:54: ich glaube man sollte einfach betonen was es für tolle Sachen gibt.

00:17:58: Also das wurde glaube ich viel zu wenig gemacht viel zu wenig überregional darauf hingewiesen, was alles auch da ist und was es für tolle Projekte gibt.

00:18:08: Also zum Beispiel fand ich wunderbar dieses Projekt, das die Kunststiftung Sachsen-Anhalt gemacht hat, wo Künstlerinnen und Künstlern in Heimatmuseen gegangen sind und dort so Interventionen gemacht haben, wo plötzlich diese Heimatmusien oder Regionalmuseum oder wie man sie auch nennt, plötzlich nochmal zu Leuchten anfingen einfach dadurch dass jemand gekommen ist und sich ganz genau angeguckt hat – Was haben die eigentlich hier für Schätze?

00:18:32: künstlerisch was gemacht hat.

00:18:33: War nicht ein wunderbares Projekt, da bin ich irgendwie in paar Städten gewesen und habe so regionalen Museen den Arschersleben angeguckt und dachte genau solche Sachen brauchen wir auch um das so ein bisschen auch in die ein bisschen bekannter zu machen.

00:18:46: ja.

00:18:47: Ich glaube Sachsen-Einheit lässt das Licht manchmal sehr unter dem Schiffel stehen.

00:18:53: Was hält das Bundesland noch zusammen?

00:18:55: Ich glaube, das Problem bei dem Bundesland ist es ja anders als Mecklenburg nicht so gewachsen.

00:18:59: Es ist ja irgendwie mal irgendwann so zusammengepackt worden und da hat man ja auch viel präußische Geschichte drin, warum das jetzt hier überhaupt Sachsen-Anhalt ist.

00:19:06: Und das war natürlich schon immer ein Problem gewesen, dass sie ähnlich wie mit Baden-Württemberg, wo die eine Seite und die andere Seite sich nicht richtig verstehen, weil sie sozusagen staatlicherseits zusammengeklebt wurden sind, ja?

00:19:17: Und ein bisschen erstes bei Sachsen Anhalt auch, ne?

00:19:19: Also schon alle ein bisschen diese für mich immer... Lächerliche Feindschaft zwischen Halle und Magdeburg gibt.

00:19:26: Also wo ich denke, sind zwei so interessante Städte die sollten noch vielleicht was zusammen machen.

00:19:33: Da bin ich immer ein bisschen... Ich mag Halla auch sehr ja aber irgendwie Magdeburger dann sagen dann wieso?

00:19:40: Ich finde da könnte man schon viel mehr auch zusammenmachen.

00:19:44: Und ich hatte euch eine Lesung in Dessau und habe eben auch noch mal gesehen, was Deso eigentlich auch für tolle Gärten hat und Parks.

00:19:54: Es ist schon wirklich sehr viel, was man entdecken kann.

00:19:57: Und ich habe in der Coronazeit mit meiner Schwester zusammen eine Wanderung durch die Altmarke gemacht.

00:20:04: Da hat man natürlich auch gesehen, dass da tagsüber überhaupt niemand mehr auf den Dörfern war.

00:20:09: Das ist natürlich ein Problem, dass die Dörfer so Schlafdörfer sind dass eben dieses Leben, was man vorher in Dorfgemeinschaften hatte, nicht mehr so richtig zustande kommt.

00:20:21: Weil die Leute einfach woanders arbeiten.

00:20:23: Aber dann hat man auch wieder einen Film wie von Mascha Schelinski in die Sonne schauen, wo man plötzlich so ein Bild der Altmark hat mit diesen wirklich tollen Geschichten und sagt ja warum hat das nicht schon jemand vor?

00:20:36: Da hat man schon vor drei Jahren erzählt, wo man dann wieder denkt.

00:20:40: Was haben wir für ein Schatz an Geschichten?

00:20:43: Ich mag auch das Bild von dem zusammengeklebt Sachsen-Anhalt weil es so ein bisschen zeigt dass jeder anders ist und jede Region ja auch alleine für sich stehen kann aber auch zu Sachsen Anhalt gehört.

00:20:53: Zu ihrem romanen schwebenden Lasten haben sie mal gesagt Man muss jede Figur gleichermaßen lieben.

00:20:58: Kann man das denn auf die bevorstehende Landtagswahl übertragen?

00:21:02: Ja, es ist glaube ich immer was anderes eine literarische Figur zu lieben als ne Partei.

00:21:06: Also ich glaube das ist wirklich etwas anderes.

00:21:09: Ich glaube dass ich interessant finde immer bei Figuren danach zu gucken wieso sind sie so geworden?

00:21:16: Bei mir spielt ja auch immer doch eine Rolle.

00:21:18: Ich habe beschreit viel über Frauen und dann ist im Anfang die Frage warum sind eigentlich die Männer so... Warum haben's die Frauen dann irgendwie so schwer gehabt wo waren eigentlich die Männer?

00:21:27: und zu fragen wo kommt das eigentlich her?

00:21:29: also diese Gewalt Erfahrung von Männern, Erziehung und so.

00:21:34: Einer der zivilisatorischen Momente für mich ist die erste Mutter der erste Vater oder die nicht mehr schlagen.

00:21:42: Also die quasi aus dieser Gewalterfahrung in Familie ausbrechen und sagen ich schlage meine Kinder nicht.

00:21:49: Meine Eltern waren zum Beispiel solche Eltern, die noch geschlagen worden sind aber selber nicht mehr geschlagen haben.

00:21:54: Und wo ich dann denke das es einer der größten Errungenschaften die wir haben dass Eltern nicht schlagen.

00:22:00: Solche Sachen interessieren mich, woher kommt Gewalt und wie pflanzt die sich weiter fort?

00:22:06: Warum steht da jemand mit einem Baseball Schläger?

00:22:08: Was ist eigentlich mit dem los?

00:22:10: Das interessiert mich auch literarisch natürlich.

00:22:13: Ich bin ja zuerst Schriftstellerin und dann erst interessiere ich mich für Politik.

00:22:20: Ist Sachsen-Anhalt ein Bundesland für Frauen?

00:22:23: Das ist glaube ich das worüber wir auch immer wieder reden müssen, dass so viele Frauen weggegangen sind.

00:22:28: Ja

00:22:28: genau und da kommt doch die Frage her!

00:22:31: Und dass es eben einen Männerüberschuss gibt?

00:22:33: Ich habe glaube ich... Es war in Ihrem Podcast irgendwie von den Hundert siebzen Männer auf hundert Frauen.

00:22:40: Was ja noch Riesenzahl ist und ich kann es ein bisschen erzählen.

00:22:44: Ich war neunzehnneunzig Stadtschreiberin in Reinsberg.

00:22:47: Die Jungs saßen mit Baseball-Schlägern auf dem Triangelplatz und die Mädchen sind in Schreffanlagen gegangen, haben sich Erwerbungsmappen gekauft.

00:22:55: Und genau das war eben der Weg den Beider.

00:22:57: Also die Mädchinnen alle weggegangen und die Jungs sind sitzen geblieben auf den Banken.

00:23:01: Und ich glaube, dass Frauen natürlich – und das hat natürlich auch was mit ostfalscher Geschichte zu tun -, dass Frauen einfach viele Sachen als Selbstverständlichkeit angesehen haben zu arbeiten oder vielleicht auch Kinder zu haben.

00:23:12: Also das alles, was irgendwie in dieser Zeit der neunziger Jahre Transformation-Zeit eben dann nicht mehr da war.

00:23:19: Die Arbeitsplätze waren futsch und so.

00:23:21: Dann hat man versucht irgendwo anders zu arbeiten.

00:23:25: Ich treffe bei Lesung ja über hundert Lesungen gehabt in einer ganzen Bundesrepublik.

00:23:30: ganz oft Frauen aus Magdeburg, die aus Magdburg weggegangen sind in den neunziger Jahren weil sie keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr hatten und manchmal auch aus Beziehungen raus wollten, die toxisch waren.

00:23:42: Und dann sind sie halt nach Süddeutschland gegangen und die waren hier Dreherinnen also.

00:23:47: einer war aber aus Eisenhüttenstadt, die hat eine Stahlwerke arbeitet und die meisten sind in irgendeinem Pflege- oder Gesundheitsberuf beschäftigt Und sind dann eben dort geblieben und haben ja den Westen auch verändert.

00:23:59: Das muss man ja auch sagen, also vorher gab es ja da kein einzigen Kindergarten und das ist ja jetzt auch anders.

00:24:04: Also die haben ja auch etwas was sie von hier als Erfahrung mit haben in dem Westen getragen und den Weste in der Beziehung auch verbessert, das muss man auch sagen.

00:24:12: Aber sie hatten hier keine Perspektive mehr.

00:24:15: Und Sie wollten diese Perspektiv, Sie wollten nicht zu Hause sitzen?

00:24:18: Das war schon wirklich Traditionen, dass man als Frau einen guten Beruf hat und das haben Sie halt nicht gefunden.

00:24:24: Da sind Sie weggegangen!

00:24:25: Und es hat natürlich auch zur Vereinsamung von Männern beigetragen und muss ich sagen auch zur Radikalisierung.

00:24:31: Aber Sie selber haben sich zwar radikalisiert aber sich kein Stück verändert.

00:24:37: also die sind immer noch nicht attraktiv für Frauen.

00:24:41: Natürlich wollen Frauen gleichberechtigt sein und sie wollen das Gleiche machen.

00:24:46: Und sie wollen eben einfach auch Unterstützung haben, ja?

00:24:49: Ich glaube da... Das war im Große Plus zu DDR-Zeiten, dass man sich eben einfach ausscheiden lassen konnte weil man das eigene Geld verdient hat und weil man nicht abhängig war von einem Mann.

00:24:59: Und ich glaube dieses Nichtabhängigsein von einem Mann hat dazu geführt, dass ihm auch zwanzig Jahre später noch Frauen weggegangen sind und gesagt haben okay es muss nicht sein hierzubleiben.

00:25:09: Aber dann hört man dem auch, dass viele die jetzt in so meinem Alter sind.

00:25:12: Also wo man dann irgendwie in den nächsten Jahren auch in Rente geht.

00:25:15: Auch viele sagen wir gehen wieder zurück?

00:25:17: Wir wollen nicht da bleiben!

00:25:19: Es ist auch interessant ja und manche hatten sich schon eine Wohnung gesucht an dem Ort wo sie weggegangen sind vor dreißig Jahren.

00:25:26: Ich kenne das aus meinem Freundeskreis.

00:25:27: ich bin jetzt neunundzwanzig Und bei uns im Freundes Kreis sind vor allen Dingen Frauen weggegangen um zu studieren oder eine Ausbildung zu machen aber immer mit dem Hintergedanken meine Heimat ist schön ich möchte zurückkommen Aber das stellt natürlich auch Herausforderungen.

00:25:40: Es muss entsprechende Jobs vor Ort geben, es müssen entsprechende Wohnmöglichkeiten geben.

00:25:46: Gibt's Möglichkeiten Frauen zurückzuholen?

00:25:50: Ich glaube da muss man schon als Land in die Tasche greifen und sich Förderung ausdenken und attraktive Jobs geben.

00:25:57: Das hat viel mit Landesentwicklung zu tun.

00:26:02: Man braucht die Leute ja auch wenn man sich überlegt Also jetzt funktioniert das ja noch einigermaßen mit der Pflege.

00:26:08: Aber wie ist es zum Beispiel in meiner Generation, wenn wir alt werden?

00:26:11: Es sind überhaupt genug Leute da.

00:26:13: und wenn dann irgendwie so diese Kräfte sich durchsetzen die sagen Wir wollen hier keine Leute, die nicht hier geboren sind Dann wird man natürlich die Infrastruktur nicht mehr aufrechterhalten können.

00:26:23: Betrifft er's nicht nur die Pflege Das betrifft auch den öffentlichen Verkehr oder so all diese Sachen.

00:26:28: Und da sehe ich schon schwarz Das ist schon sagen, ja.

00:26:33: Wenn Sie an Sachsen-Anhalt in so zehn Jahren denken wie sollte das aussehen?

00:26:40: Ich hoffe ja dass es ein demokratisches Land ist und zwar demokratisch nicht in dem Sinne dass die Mehrheit die Minderheit zerstört sondern dass es eine moderne Demokratie ist die Aushandel die Münderheiten schützt quasi die Priamel des Grundgesetzes einhält.

00:26:56: Die Würde des Menschen ist unantastbar und damit meine ich alle Menschen die in dem Land wohnen.

00:27:02: Das ist ein schönes Bild, danke Frau Kröchner!

00:27:04: Ich habe noch die drei Ritualabschlussfragen, die wir jeden im Podcast stellen.

00:27:09: Die erste ist was sind denn aus Ihrer Sicht die Themen für die Landtagswahl?

00:27:14: Na gut ich bin Schriftstellerin und ich sage natürlich sofort Kultur.

00:27:17: Und ich sag es natürlich auch weil Kultur ja etwas ist, was unter das Land fällt, unter die Landesgesetze.

00:27:24: Da finde ich schon, dass eine radikale Partei da wirklich Änderungen vornehmen kann, die quasi gegen alles sind.

00:27:32: Was ich verkörpere auch als Künstlerin.

00:27:36: Ist es für Sie eine Schicksalswahl?

00:27:40: Ja, Schicksal!

00:27:41: Ich bin also vom sprachlichen Herr bin ich gegen das Wort Schicksaal weil da steckt so viel Mythologie drin und ich glaube... Es lenkt auch so ein bisschen davon ab, dass das Menschen gemacht ist und nicht irgendein Gott von oben.

00:27:55: Das stimmt!

00:27:57: Ich würde sagen es ist eine Entscheidungswahl und zwar denke ich immer dran an mich selber am achtzehntem März neunzig wo ich dann abends total überrascht war, dass es so ausgegangen ist wie ich es nicht wollte.

00:28:12: Und hier würde ich mir natürlich wünschen, dass es so ausgeht wie es nicht erwartet wird.

00:28:17: Nämlich das ist eine breite aufgestellte demokratische Parteien gibt die in dem Landtag vorhanden sind und eine absolute Mehrheit verhindern.

00:28:26: Wo

00:28:26: steht Sachsen-Anhalt am Ende des Jahres?

00:28:29: Ja, ich bin leider niemand der so in so ein Glas guckt.

00:28:34: Ich weiß es nicht.

00:28:35: Ich habe Angst und ich hab Hoffnung.

00:28:37: Also es ist so ne Gemengelade Die sich auch immer immer ändert.

00:28:43: Ich weiß es nicht.

00:28:45: Danke für das Gespräch, liebe Frau Kröchner!

00:28:48: Das war sehr schön und danke auch lieber Hörerinnen und Hörern, dass ihr wieder eingeschalten habt.

00:28:53: Wenn ihr uns gerne Anmerkungen, Ideen oder sowas schicken wollt dann schreibt uns gern eine E-Mail an podcastatvolksstimme.de Oder schreibt einfach einen Kommentar unter diese Folge.

00:29:05: wir lesen alles.

00:29:07: Danke und demzufolge bis zum nächsten Mal tschüss.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.