Halle-Neustadt verstehen. Mit Hans Goldenbaum
Shownotes
Halle-Neustadt gilt vielen als Problemviertel. Hier treffen hohe Kinderarmut, soziale Benachteiligung und Migration direkt aufeinander. Gleichzeitig leben und arbeiten hier Menschen, die jeden Tag versuchen, Jugendlichen Perspektiven zu eröffnen.
Für diese Folge von 2,1 Millionen sind wir nicht im Podcaststudio geblieben, sondern haben den Jugendtreff Passage in Halle-Neustadt besucht. Dort sprechen wir mit Sozialarbeiter Hans Goldenbaum.
Im Gespräch geht es um Jugendkriminalität, Bildungsungleichheit, die Folgen räumlicher Segregation und die Frage, warum soziale Probleme oft an denselben Orten sichtbar werden. Goldenbaum erklärt, weshalb Jugendclubs, Schulsozialarbeit und Familienhilfe aus seiner Sicht unverzichtbar sind, berichtet von konkreten Fällen aus seinem Arbeitsalltag und beschreibt, wo Politik, Schulen und Kommunen an ihre Grenzen stoßen.
Außerdem sprechen wir über die Ursachen von Extremismus, die Lebensrealität vieler Familien in Halle-Neustadt und darüber, welche politischen Entscheidungen nötig wären, um die Situation langfristig zu verbessern.
Infos zu unserem Gast: und seinen Projekten:
https://hal-jw.de/neues-leitbild/
https://www.salam-lsa.de/%C3%BCber-uns
Infos zur Wahl:
Neue Wahl-Umfrage:
https://www.mz.de/wahl/landtagswahl-sachsen-anhalt/umfrage-trend-kleine-parteien-afd-cdu-4293509
Allgemeine Informationen zur Wahl:
📄Die Wahlprogramme
- SPD: SPD-Wahlprogramm-2026.pdf
- AFD: AfD Regierungsprogramm für Sachsen-Anhalt
- DIE LINKE: 2026-03-19_Landtagswahlprogramm__final_.pdf
- BSW: BSW_Landtagswahlprogramm_SachsenAnhalt.pdf
- FDP: [Freiheit hat nur eine Heimat – Wahlprogramm der FDP Sachsen-Anhalt zur Landagswahl 2026_0.pdf](https://42cloud.universum.com/sites/default/files/2026-04/Freiheit hat nur eine Heimat %E2%80%93 Wahlprogramm der FDP Sachsen-Anhalt zur Landagswahl 2026_0.pdf)
- BÜNDNISS 90/DIE GRÜNEN: https://www.gruene-lsa.de/programm2026/ Entwürfe:
- CDU: entwurf_regierungsprogramm2026_2026-03-24.pdf (entwurf)
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- Ministerpräsident Schulze im Interview: Nur ein Kind der DDR kann Sachsen-Anhalt regieren
- Linke Spitzenkandidatin Eva von Angern: „Sven Schulze mit dieser Agenda ist für die Linke nicht wählbar“
- AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund: AfD-Spitzenkandidat sagt, wie er Sachsen-Anhalt umbauen würde
- BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze: Das BSW sagt, wer in Sachsen-Anhalt Ministerpräsident werden soll
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00:00:00: Wenn ich mir Ihre Personen hier vorstelle, dann wäre das eigentlich ein Grund für mich, da rührt nachzudenken, ob ich in diesem Land weiter meine Heimat sehe.
00:00:07: Ja wir erleben jetzt im März, im Jahr-Zweißen-Sechsundzwanzig Geschichte und den wenigen Jahren wird man auf diese Zeit zurückblicken und das genau
00:00:13: so einordnen.
00:00:14: Wenn wir, meine Damen und Herren, den Kampf um unsere Demokratie gewinnen
00:00:17: wollen,
00:00:17: dann müssen wir die Herzen
00:00:19: wieder zurückgewinnen!
00:00:20: Wir werden unsere Kultur
00:00:22: nicht Nationalisten oder identitären Ideologen überlassen.
00:00:28: Der Politik-Podcast von Mitte Deutscher Zeitung und Volksstimme.
00:00:33: Neustadt ist schön, weil hier hat man dann viele Freunde, es gibt viele Orte wo man zusammen chillen kann und so.
00:00:40: Das erste was mir einfällt ist dass man sich untereinander kennt zumindest vom Aussehen sogar.
00:00:45: Hier im Jugendclub ist das sehr entspannt macht auch viel Spaß.
00:00:49: die Leute sind hier mega lieb mega nett So ein Zeitgut für Kinder, damit man nicht in den Scheißen gerät und so.
00:00:56: Dass man halt nicht auf die Straße ist und so, dass man dann hier mit seinen Freunden chillen kann und so...
00:01:00: Diese Momenten, diese Erfolgsmomenten, also manche Jugendliche,
00:01:04: die ich schon
00:01:05: kenne seit Jahren, seit vier Jahren, fünf Jahren Und wenn ich merke das ich etwas bewegt habe in ihrem Leben oder etwas geändert habe, das bringt mir große Freude.
00:01:15: Ich merke diesen Jugendclub nutzen sie auch wirklich statt rauszugehen und auf Falsches zu stoßen.
00:01:22: Hier gibt es auch viele Angebote, zum Beispiel man kann hier Karaoke singen und so... Und ja das macht halt Spaß!
00:01:27: Die kommen ja meistens da wo ich herkomme, ich komme aus Syrien.
00:01:31: Die meisten sind hier auch Araber also wir können uns gut verständigen.
00:01:34: Ich habe ja auch viele kennengelernt.
00:01:36: Es ist schön wenn
00:01:37: man
00:01:37: sieht die Mädels kommen immer öfter haben einfach Spaß daran mit uns hier zu sein und wollen uns irgendwie Zeit zu verbringen.
00:01:44: Und dann, wenn
00:01:45: man da vielleicht noch mal bei
00:01:45: ein zwei Sachen helfen kann wie Schule oder so was ist auch nochmal super.
00:01:49: Ich sag immer Halle ist wie in kleiner Dorf und ja...
00:01:53: Das was wir gerade gehört haben waren Eindrücke aus dem Jugendtreff in Hallen Neustadt denn da befinden wir uns grade und damit herzlich willkommen zur neuen Folge von ... Wie gesagt nicht aus unserem Podcaststudio sondern Wir sind heute in einem besonderen Viertel von Halle kann man sagen.
00:02:09: für alle die es nicht kennen Halle Neustatt war zur DDR-Zeit, mal als Arbeitersiedlung gebaut und galt als Musterstadt damals mit modernen Platten bauten.
00:02:19: Und hat sich seitdem stark verändert ist heute ein Viertel im Wandel auch einen Viertell mit sozialen Verwerfungen aber auch mit vielen spannenden Chancen und vor allem spitzen sich hier politische Themenfelder so zu wie Ja, kaum in einem anderen Ort in Sachsen-Anhalt.
00:02:33: Dazu zählt Jugendzene und die Bedürfnisse von Jugendlichen aber auch Integration und auch Kriminalität.
00:02:40: Und mir gegenüber sitzt jemand bei dem diese Fäden zusammenlaufen könnte man sagen oder der sich in diesem Spannungsfeld von diesen Themen befindet Und der auch Bereichsleiter beim Träger des Jugendtreffs hier ist.
00:02:52: und damit ganz herzlich willkommen Hans-Goldenbaum.
00:02:54: Herr Goldenbaum, schön dass Sie da sind!
00:02:55: Ja, herzlich Willkommen in Halle Neustadt!
00:02:57: Ja vielen Dank!
00:02:58: Man muss dazu sagen wir kennen uns schon.
00:03:00: ich rufe sie eigentlich immer an wenn ich was zu Jugendkriminalität zur Integration und zu teilweise hitzigen gesellschaftlichen Debatten vielleicht etwas dazu recherchiere oder schreibe eben weil sie eine besondere Funktion haben.
00:03:14: Ich glaube wir müssen die Hörerinnen und Hörern da draußen mal kurz abholen.
00:03:16: also wir sitzen ja einem von vielen des Jugendtreffs in Hall Neustadt, der in gewissen Art einzigartig ist.
00:03:22: Weil also für viele Teenager vor allem so in den Abendstunden eine der wenigen Freizeit-Anlaufstellen hier ist.
00:03:28: Das ist hier ein Viertel von Plattenbauten geprägt und Einkaufszentren.
00:03:32: Wir sind ja auch im großen Neustadzentrum eigentlich mittendrin.
00:03:36: Hier gibt es eine Tischtennisplatte.
00:03:37: Hier können die Jugendlichen an einer Konsole zocken und vieles andere.
00:03:41: Aber vielleicht beschreiben Sie einfach mal kurz, wo wir hier sind und was Ihre Aufgabe ist.
00:03:45: Ja genau!
00:03:45: Wir sind ja in der Neuschelter Passage könnte man sagen so mit dem Herzen von Alle Neuschalte das Konsumzentrum auch der S-Bahnhof direkt um die Ecke Straßenbahnhalte Stelle.
00:03:55: Und ja, was wir hier machen oder was wir versuchen zu machen ist Jugendarbeit im weitesten Sinne.
00:04:00: Das bei mir.
00:04:01: im Bereich sind verschiedene Angebote, Projekte, Beratungsstellen angesiedelt die sich mit vor allen Dingen Herausforderungen, Problemen aber auch allgemein jetzt präventiven Bedürfnissen von jungen Menschen und Familien beschäftigen.
00:04:13: Allgemein klassisch machen wir Jugendhilfe das heißt hier offenjugend Arbeit es ein ganz klassischer Jugendklub.
00:04:17: Hier gibt's in Halle Neustadt eigentlich nur einen.
00:04:20: den betreiben wir mit städtischer Förderung einem Regelfördersatz von Vollzeit-Equivalente, also man muss sich das so vorstellen.
00:04:27: Die Stadt Halle hat sozusagen einfach Bedingungen aufgrund ihres Haushalts und ihrer finanziellen Ausstattung, dass wir anderthalb Menschen einen Jugendklub für den Brennpunkt viertel schmeißen sollen.
00:04:36: Also das kann sich jeder dann denken wie gut oder schlecht es geht.
00:04:38: Das heißt wir versuchen auch andere Projekte anzusiedeln in anderen Fördern bitte einzuerben.
00:04:42: Das wird immer schwieriger.
00:04:43: Und dann haben wir auch Familienhilfen hier, Viertel sehr stark spezialisierte Familienhilfe.
00:04:48: Wir haben Beratungsstellen im Bereich der Gewalt- und Kriminalpräventionen sind auch an Schulen tätig mit Antigewalttrainingsmitberatungen für Lehrkräfte bearbeiten besonders herausfordernde Fälle in Tandem Und so haben wir relativ breit aufgestellt, aber unser Schwerpunkt ist letztlich alles was irgendwie Jugendaufwachsen, Adoleszenz, Pubertät und Familie zu tun hat.
00:05:09: Und insbesondere eben wenn es Probleme gibt.
00:05:11: Deswegen rufen sie ja auch an weil die Presse ruft meistens nur dann, wenn's Probleme gibt nicht, wenns gut läuft!
00:05:16: Den Kritikpunkt nehm ich den kenne ich schon, er hatte ja auch seine Berechtigung.
00:05:20: Sie haben jetzt aber gerade schon einen Wort gedroppt bei dem wir in der Redaktion immer vorsichtig sind nämlich Brennpunktviertel.
00:05:25: Wenn ich das, ich habe das auch oft schon in Texte geschrieben und dann kommt mein Chef und sagt Max bist du dir sicher dass du das so schreiben willst?
00:05:33: weil das natürlich auch eine Stigmatisierung hat vor allem wenn man.
00:05:36: Halle Neustadt liegt am Rand von Halle, ist aber ein bisschen eine andere Welt finde ich.
00:05:41: Wenn man jetzt aus der Innenstadt im Altbauviertel hier über die Saale fährt – man sieht die großen Plattenbauten des Neustadzentrums – das ist ein ganz anderes Stadtbild und es ist auch von einer sozialen Struktur hier anders als in vielen Teilen.
00:05:52: Wir haben hier eine Migrationsquote oder Menschen ohne deutschen Passleben hier in so einem hohen Zahl oder Quote wie sonst nirgends wo in Halle.
00:06:00: Ich glaube, über ein Drittel auf jeden Fall der unter achtzehnjährigen die in Haushalten wohnen.
00:06:05: Die auf irgendein Form von Sozialhilfe und Stützer angewiesen sind.
00:06:08: das ist sonst nirgends wo in Halle und ich glaube auch an wenigen Ordner Sachsen-Anhalt der Fall.
00:06:13: Sie haben jetzt Brennpunktviertel gesagt.
00:06:14: vielleicht sagen wir was für einen Viertel ist hier?
00:06:16: Was sind die Probleme?
00:06:17: Und da sind vielleicht auch die Chancen, die wir hier sehen.
00:06:19: Ja ja ich glaub dass ist der zentrale Punkt.
00:06:22: also ich glaube man kann hier alle jugendlichen Fragen auch mit denen wir arbeiten den Jugendclub kommen.
00:06:28: ist Fakt, dass sie stigmatisiert sind.
00:06:30: Also es ist Fakts, das Halle Neustadt ein Ruf hat und es fagt, dass ein Jugendlicher daherkommt bestimmte Zuschreibungen erfährt auch egal ob deutscher oder ausländer.
00:06:38: Und genauso ist auch Fakt ,dass die Jugendlichen hier unter sehr viel ungleich schweren Bedingung aufwachsen und sehr für mehr Herausforderungen haben als Jugendliche in anderen Städten.
00:06:48: Deswegen mache ich's eigentlich so, da sich sage also, dass ich ganz explizit diese Zuschreibung nutze.
00:06:54: Die aber halt umkehre und sozusagen aus einem Vorwurf an die Menschen, Ja, an die Deutschen sind so recht extremen.
00:07:00: An die Ausländer sind so ... keine Ahnung, schlechte in der Schule oder was weiß ich?
00:07:04: Dass man sagt ja okay also da ist vielleicht irgendwie empirisch jetzt ein Kern dran aber es hat ja Ursachen und die Ursachen dafür sind nicht die Menschen schuldig unter den Ursachen leiden sondern die Menschen leiden immer unter den Ursachen und deswegen verwende ich Brennpunktviertel als etwas als ein Hinweis an die Gesellschaft, an Medien.
00:07:20: In der Berichterstatt aber vor allen Dingen natürlich an politische Verantwortliche.
00:07:23: Ihr habt eine Auftrag!
00:07:24: Wir haben einen gesetzlichen Auftrag in unserer Verfassung im Schulgesetz, im SGB VIII und keine Ahnung wo.
00:07:29: wir haben den Auftrag dass es in Deutschland keine... brennen, wofür du geben solltest.
00:07:33: Das ist das, was für mich dahintersteckt und die haben es schon angesprochen.
00:07:36: Wenn wir Halle Neustadt angucken, das ist auch für Leute, die nicht aus Halle kommen oder aus Neuestadt sich nicht so auskennen, würde ich nur kurz darauf eingehen, was sie gesagt haben.
00:07:44: Wir haben zum Beispiel bei Kindern hier mit der höchsten Kinderarmut in ganz Deutschland.
00:07:49: Jedes zweite Kind in Halle neustadt lebt in Armut beispielsweise ...
00:07:52: Da gibt es wahrscheinlich eine Schwelle, Einkommensschwelle.
00:07:54: Genau genau das wird ja erhoben deutschlandweit.
00:07:57: im Vergleich.
00:07:58: dann ist auch allein die Existenz von Neuerstadt sozusagen im Sinne von einem Brennpunkt.
00:08:02: viertel in Sozialwissenschaften sprechen wieder von säkrigierten Sozialräumen.
00:08:06: Das heißt an einem Ort konzentriert sich etwas ganz Bestimmtes insbesondere sozial strukturell da Alle sozusagen in der Differenz beispielsweise zwischen den nördlichen Innenstadt, auf der einen Seite und Silberhöhe und Neusche.
00:08:17: Auf der anderen Seite ist Halle wirklich unter den Top-Ten in Deutschland was diese Radikalität dieser Segregation betrifft.
00:08:23: Das kann man sich so ablesen.
00:08:24: Wir haben schöne Daten von Uniklinikum Halle.
00:08:26: die haben eine Erhebung gemacht dass wir zum Beispiel In der Nördliche Innenstadt oder in solchen Vierteln.
00:08:31: ohne Problemdruck wie es stattsoziologisch heißt Haben wir beispielsweise eigentlich keine Elternhäuser Die arbeitslos sind und maximal ein Hauptschulabschluss erreicht haben?
00:08:40: Ja das ist nicht vorhanden.
00:08:42: Das ist nicht vorhanden.
00:08:42: Wir haben überwiegend mehr als die Hälfte der Elternhäuser dort, haben einen Akademischen oder ein Fachschulabschluss erreicht und sind voll beschäftigt.
00:08:49: In Halle Neu-Stadt ist jedes dritte Elternhaus arbeitslos und hat Maxi mein Hauptschulabschluss erreichen.
00:08:54: Und das betrifft auch die deutsche Wohnbevölkerung.
00:08:56: Es betriffe die gesamte Bevölkerung.
00:08:58: Da sehen wir innerhalb einer Stadt ... Wir fahren hier mit der Straßenbahn in Halle und fährt wirklich über diese Brücke.
00:09:05: Und man kommt, sozusagen faktisch in eine andere Welt.
00:09:07: Weil die Kinder leben ja unter anderen Bedingungen und das hat natürlich große Auswirkung für alle Themen, die sie angesprochen haben.
00:09:13: Jugendfreizeit, Entwicklungschancen von Jugendlichen aber auch Integrationen und Kriminalität.
00:09:19: weil wir müssen uns ganz plastisch vorstellen Wir haben jetzt also ne Grundschule zum Beispiel im Paulusviertel oder am Gebichtensteinvierteln.
00:09:24: Das sind so für Menschen nicht aus.
00:09:25: alle kommen?
00:09:26: Das sind zu gut verdienen
00:09:27: Vierteln?
00:09:27: Genau genau und analog haben wir die gleichen Phänomene in Magdeburg und auch an anderen Städten in Deutschland.
00:09:32: Das sind ja Dynamiken, die wir vielerorts haben.
00:09:35: Und dort haben wir eine Grundschule, wo alle Kinder die in die erste Klasse kommen, deren Eltern haben ein Abitur oder sind Akademiker?
00:09:42: Zuhause wird gelesen da stehen Bücher rum und so weiter und sofort.
00:09:45: das sind die Ausgangsbedingungen von mir wenn ich dort in der ersten Klasse komme.
00:09:48: hier in Halle Neue Stadt haben wir erste Klassen.
00:09:50: da ist achtzig Prozent der Kinder sprechen nicht deutsches Muttersprach Und die deutschen und die ausländischen Kinder in der ersten Klasse, deren Eltern sind sozusagen vor allen Dingen mit dem Blick auf den deutsche Bildungsabschlüsse haben keinen höheren deutschen Bildungsabschluss erreicht.
00:10:03: Und sind zu einem sehr großen Teil arbeitslos wie gesagt deutsch- und ausländerischer Eltern gleichermaßen.
00:10:07: das heißt ab dem Moment der Erstenklasse würden ein Kind mit dem gleichen Leistungsvermögen wenn wir einen Leistungsdiagnostik machen mitten im Kind enthalten Neustadt dass es genauso fit genauso schlau potenziell in einer ersten klasse.
00:10:19: Es wird nicht an der universität landen aber in den anderen vierteln wird's bei der Universität dann selbst, wenn es der Leistungsdiagnostik nach schwächer ist.
00:10:26: Und das ist sozusagen etwas wo wir in Deutschland super Schwierigkeiten haben.
00:10:29: wie schaffe ich als Kind meine Umfeldbedingungen und die Bedingung meiner Familie zu verlassen und rauszukommen um Bildungserfolg zu bekommen?
00:10:37: Das gelingt uns überhaupt gar nicht!
00:10:39: Und das hat was damit zu tun.
00:10:40: deswegen sage auch Brennpunktviertel dass zum Beispiel die Schulen in Halle Neustadt mit einer Klasse mit Kindern aus Elternhäusern, die entweder kein Deutsch sprechen oder Deutsche sind mit niedrigen Bildungsabschlüssen.
00:10:50: Genauso viele Lehrer haben genauso viel Unterstützung haben den gleichen Unterricht bekommen wie eine Klasse ausschließlich von Akademikerkindern.
00:10:57: und da brauche ich jetzt keinen Wissenschaftler sein oder eine Wissenschaftlerin das kann ich einen gesunden Menschwörter anwendet und weiß dass kann so nicht funktionieren.
00:11:05: Das kann auch eigentlich nicht vorgesehen sein.
00:11:07: ja
00:11:08: Jetzt ist ein bisschen die Frage Wie konnte es dazu kommen?
00:11:10: also warum haben wir die?
00:11:11: Ich finde auch diese Egregationen wenn man zu nennen diese enge Community von Menschen, die dann auf einem Ort wohnen.
00:11:18: Alle, die vielleicht auch eine prekären soziale ökonomische Lage haben.
00:11:22: Wieso ist das hier so stark?
00:11:23: Also natürlich... Die Mieten sind im Vergleich sehr günstig.
00:11:26: in der Neustadt wo ich in Paulos Viertel ne drei Zimmer Altbauwohnung mieten kann.
00:11:31: Kann ich hier wahrscheinlich halbe Etage in einen Block mieten und das zockt natürlich dafür des Menschen, wie wenig Geld haben ob sie keine Arbeit haben oder ob sie vielleicht Flüchtlinge sind oder Migrationshintergrund aus anderen Gründen nicht arbeiten können Häufig hier wohnen, weil sie sich ja einfach eine Wohnung leisten können.
00:11:45: Das haben wir aber auch durch die Geschichte hier wenn ich hier durchgehöre die Straßen viele Rentner, die teilweise noch als Bauarbeiter oder Handwerker die Platten bauten hier selber hochgezogen.
00:11:53: In der Industrie?
00:11:54: Genau,
00:11:55: gearbeitet haben hier damals gewohnt haben, die hier ein ganz anderes Bild von Neustadt haben und die treffen also aufeinander.
00:12:01: Diese Situation ist schon lange so... Warum ist das so?
00:12:04: Welche politische Dimension hat das, hat man sich nicht um Jugendarbeit gekümmert?
00:12:08: oder wie sehen Sie das.
00:12:09: Ja, das ist ein ganz zentraler Punkt.
00:12:11: also ich glaube da muss man eben bisschen ausholen weil gerade wenn es um Sozialstruktur geht die fällt ja nicht vom Himmel.
00:12:16: und wenn wir jetzt einfach in die Punkte nehmen die sie angesprochen haben Halle Neustadt vor der Wende war ein absolut bevölkungsreicher Stadtteil.
00:12:24: Das war auch damals sehr beliebt.
00:12:26: Ich hatte hier warmes Wasser aus der Leitung Heizung.
00:12:28: Ein
00:12:28: Render erzählt er seine Verwandten sind immer noch neustart zu gekommen zum Baden
00:12:33: Weil natürlich die Zentralheizung...
00:12:34: Genau,
00:12:35: in der Altbausubstanz das nicht hatten sozusagen.
00:12:36: Da hat man teilweise noch Außenklo und so weiter und sofort.
00:12:39: Nach der Wende haben wir eine radikale Transformation des ostdeutschen Marktes.
00:12:42: Es liegt daran dass die Altbaushubstan saniert wurde und dann zu einem hochpreisigen eher unter wohlhabenden gebildeten Kreisen sozusagen Begärten-Wohnlage gehört.
00:12:50: Die Plattenbau Lage massiv abgewertet wurde.
00:12:53: Einer der zentralen Punkte dahinter war die massive Abwanderung.
00:12:55: Die Wende war ein absoluter Bruch in Ostdeutschland und ganz viele Themen können wir wahrscheinlich in zehn verschiedenen Podcasts, so zehn verschiedene Themen wird es auch irgendwie immer darauf wieder runterlaufen.
00:13:03: Die wende waren massiver Bruch sozusagen hier in der Gesellschaft.
00:13:07: Halle Neustadt hat bis heute die Hälfte der Wohnbevölkerung verloren.
00:13:11: Das muss man sich mal jetzt für eine andere Stadt überlegen.
00:13:13: Die Hälfe der Wohn- bevölkerungen verloren ja also das ist massiv Ja?
00:13:18: Und das war natürlich vor allen Dingen verbunden zunächst mit einer Krise nach Werbsbürokraft Das heißt Massenarbeitslosigkeit nach der Abwicklung der ostdeutschen, vor allen Dingen Industrie hier und so weiter.
00:13:27: Und sofort treuern und diese ganzen Schlagworte.
00:13:30: Das heißt Massenarbeitslosigkeit, Abwanderung.
00:13:31: da gibt es im internationalen Soziologie-Städte sogar den Begriff Shrinking Cities dafür.
00:13:36: Ja das Halle weltweit bekannt, da kann man Forscher treffen, Forscherinnen aus USA oder aus Kanada die sagen oh Halle Neustadt, ja sehr interessant.
00:13:44: Also total weil es wirklich absolut wirklich hier unter dem Brennpunkt wir diese Entwicklung gesehen haben mit dem Verlust Haltbausubstanz ziehen dann sozusagen bestimmtes Milieu, vor allen Dingen bildungsbürgerliche Milieus.
00:13:56: Akademisch ist er ab, verlassen den Raum und aufgefüllt wurde der dann sozusagen gerade in Neunzigern.
00:14:01: Dann auch mit dem Kontext zum Beispiel die Sonnen-Deutsch-Rossen wie es in meiner Jugend beispielsweise hieß und andere Migrationswanderungen, die sogenannten Kontingentpflichtlinge
00:14:09: usw.,
00:14:09: und so fort.
00:14:10: Und bis heute sozusagen vor allen Dingen sozial schwache Armut leben bzw.
00:14:15: arbeitslose kreierte.
00:14:16: Das hat was damit zu tun dass die Jobcenter jetzt nicht irgendwo eine Wohnung einbezahlen wenn man in Arbeitslosigkeit gerät sondern die haben Listen.
00:14:22: das nennt sich Kosten der Unterkunft KDU Lager und da ist ganz genau geregelt, wenn ich dem Jobcenter zugeordnet werde.
00:14:29: Wenn das Jobcenter für mich zuständig ist, kennt der eine oder andere vielleicht auch in einer Verwandtschaft oder im Freundeskreis jemandem was passiert ist.
00:14:36: dann ist geregeld.
00:14:38: Für eine Elternhaus oder für eine Person, zwei Personen mit zwei Kindern, drei Kindern und so weiter gibt es immer eine Zeile.
00:14:43: Und da steht drin so und zu viel Quadratmeter, so und so viel Zimmer ist zulässig und so undsoviel Netto-Kaltmiete.
00:14:48: Wir haben das mal gemacht in den Jahr mehrfach das Mal auf ein ImoScout gelegt und geschaut wo finden wir denn Wohnungen unter der KDU Alaslage?
00:14:56: Die Wohnungen die es gab waren in Halle Neustadt oder in Hallesilberhöhe.
00:14:58: Das heißt wir haben auch durch dieses System einer Dynamik der permanenten Konzentration von Jobcenter Klienten und Klientinnen den eben, wie ich es nenne, sozialen Brennpunkten.
00:15:10: Und da kommt jetzt die Crux der Migration und Integration hinzu.
00:15:14: Denn man muss den Hintergrund kennen als Ausländer, als Zuwanderer im Kontext Flucht also erzwungene Migration.
00:15:21: Im Kontext flucht durchlaufe ich aufenthaltsrechtliche Verfahren und wenn ich einen Aufenthalt bekomme werde ich erst mal zugeteilt, also sozusagen die Willkommensbehörde ist das Jobcenter.
00:15:29: Die sagt kümmer dich so geht zum Jobsand die kümmern sich um dich.
00:15:32: Und dann komme ich hin egal ob ich anhalfabetischer Landarbeiter aus Afghanistan bin oder Gymnasial-Lehrer an Syrien war.
00:15:39: Ich lande erst mal beim Jobcenter, genau hier nebenan können wir rüber gucken.
00:15:42: Haben
00:15:42: wir schon gesehen?
00:15:43: Wir sind ja in die Treppe hoch, in die zweite Tage gelaufen, schräg gegenüber neben dem großen, erstehenden Planbaum.
00:15:48: Ja!
00:15:49: Er prankt das Schildjob.
00:15:50: Die leer stehenden Scheiben hier sozusagen ne so ein Mahnmal, die jetzt immer noch an die Wände sozusagen erinnert.
00:15:55: könnte man sie anders was ich eben gesagt habe?
00:15:57: aber dort komme ich zum Jobcenter und dann sagst du Jobcenter okay wir sind vielleicht zuständig für kümmern uns aber such dir erstmal eine Wohnung.
00:16:02: Hier ist die Liste KDU Und dann wohnen alle gemeinsam unabhängig von der sozialen Status im Herkunftsland von Bildungsniveau, unabhängig vom Leistungsnivor der Kinder.
00:16:12: Unabhängige von all diesen Faktoren landen die alle – ich mach mal ganz platt jetzt sozusagen hier nebenan in der Plattenbaustraße wo die Mieten vom Jobcenter gezahlt werden.
00:16:20: und diese zwei Dynamiken führen dazu dass wir eben dieser massive Physikligationsdynamik haben das wenn nicht nur die deutsche Klientel, die teilweise über mehrere Generationen im Jugendhilfebedarf ist, in einem Stützbedarf des Transferleistungen bezieht langzeitarbeitslos ist, wo die über mehrere Generationen sehr niedrige Bildungsabschlüsse erreichen seit den Neunzigerjahren.
00:16:39: Die wohnen hier und noch dazu sind fast alle Zuwanderer im Kontext Fluchtmigration, die gekommen sind dann in dieses Viertel noch dazugesteckt worden.
00:16:47: Und deren Kinder ... Ja?
00:16:49: Dann sind wir bei dem Jugendlichen.
00:16:50: Deren Kinder gehen jetzt alles zusammen auf die Schule in die gleiche Klasse und haben aber keine zusätzliche Stütze nicht mehr Lehrkräfte, nicht mehr unbedingt so viel Sozialarbeit
00:16:59: usw.,
00:17:00: und sofort kriegen teilweise nicht mal mehr.
00:17:02: weil wird das auch teilweise eingespart wurde vom Land.
00:17:05: Und so wachsen die auf, ja?
00:17:07: Das ist ... Ich bin aus meiner kriminologischen Fachlichen Sicht jetzt gucke!
00:17:11: Da weiß ich doch schon ohne mich damit beschäftigt zu haben, dass das ein Kriminalitätsschwerpunkt wird.
00:17:15: Weil die Hauptbelastungsbedingungen für Jugendliche, warum sie kriminell werden isst, scheitern in der Schule belastet des Elternhaus und sozusagen in Kontakt mit ganz vielen anderen jugendlichen, denen es genauso
00:17:25: geht.".
00:17:25: Jetzt haben sie es schon schön übergeleitet, ich glaube wir haben das gut erklärt.
00:17:28: Kann man glaube ich gut nachvollziehen warum wir hier am Anfang kurz über einen Brennpunktviertel gesprochen haben und das hat Folgen.
00:17:34: Sie haben es gerade gesagt dass begünstet natürlich Faktoren die Kriminalität begünstigen und wir haben auch in der Vergangenheit schon oft gesprochen über Jugendkriminalität weil wir hier vor drei Jahre ungefähr den Höhepunkt einer Bandenkriminalität gesehen haben, wo jugendliche Teenager teilweise vierzehn Jahre alt oder sogar jünger sich zu Gruppen zusammengetan haben durch die Stadt gezogen sind und andere abgezogen haben.
00:17:56: Also der hat teilweise mit dem Messer vor die Nase gehalten gibt man deine Kopfhörer, gibt man eine Jacke was auch immer.
00:18:01: das ist kein neues Phänomen aber hatten extremes Ausmaß erreicht.
00:18:04: zwischendurch waren die sehr viele Fälle.
00:18:06: die Polizei war sehr nervös.
00:18:08: Landstadt haben große Hebel in Bewegung gesetzt, um das einzudämmen mit viel Energie.
00:18:13: Da haben Sie auch eine Rolle gespielt, denn Sie arbeiten hier im sozialen Bereich und sind aber Radikalisierungs ... Beauftragter oder ihr Bereich.
00:18:20: Also wir beschäftigen uns genau, ich bin sehr verständiger und leite viele Projekte die sich mit Gewalt, mit Kriminalität und bis hin zur Radikalisierung beschäftigen.
00:18:28: Ich habe sie ja auch schon begleitet wenn man hier durchs Jugendzentrum geht.
00:18:30: Sie sprechen fließend arabisch?
00:18:33: Wir begrüßen
00:18:34: die hier auf Arabisch wenn Jugendliche aus dem arabischen Raum kommen.
00:18:37: Sie beraten aber auch die Polizei oder haben das schon getan in diesem Bereich.
00:18:41: Wie würden Sie die Lage jetzt gerade beschreiben?
00:18:43: Und dann kommen wir auch endlich mal zum Konstruktiven.
00:18:46: Was machen wir denn jetzt nun angesichts der Lage, die wir jetzt geschildert
00:18:49: haben?".
00:18:50: Ja also ich glaube natürlich gab es da einen großen medialen und politischen Fokus.
00:18:54: Es war ja Sachsen-Anhalt weit in Medien könnte man fast sagen.
00:18:57: Es gab eine große politische Debatten rund um dieses Thema Kriminalität grade in Halle Neustadt.
00:19:03: Es gab kurzzeitig auch wirklich einen großen Aufwand, der betrieben wurde überwiegend auf den Schultern der Polizei ausgelagert.
00:19:09: Also die hier sehr viel Personalaufwand fahren mussten.
00:19:11: Sehr viele Bereitschaftspolizei... Sonderermittlungsgruppe
00:19:13: haben wir nicht mehr
00:19:14: schreifen?
00:19:15: Genau eine sogenannte BAO.
00:19:17: Vorher gab es eine Ermittlungskruppe, besondere Aufbauorganisationen.
00:19:19: da kann die Polizei sozusagen ganz viele Ressourcen bündeln kurzfristig.
00:19:23: Das ist ein Vehikel was sie hat sozusagen.
00:19:25: und Gleichzeitig sind Arbeit, wenn ich mit den Kollegen auch rede.
00:19:29: Dann im polizeilichen Bereich sei es die, die jetzt in Streifen fahren, sei es Amitler oder so und wenn ich dann mit unseren Sozialarbeiterinnen rede ... Wir sind uns einig, dass wir die Seite der Feuerwehr sind.
00:19:43: Wenn Dinge schieflaufen und Jugendliche kriminell werden, wenn es Probleme gibt ... Und so lange nicht das Fließband abgestellt wird, was Kriminalität mit produziert oder mit forciert, in dem es viele Risikofaktoren bündelt, insbesondere an bestimmten Orten für ganz bestimmte ... Gruppen in bestimmten Sozialräumen.
00:20:05: Also da könnten die Polizei noch drei BHOs machen, aber es wird ja ... grundsätzlich Problem verschwindet ja nicht, weil die Ursachen nicht bearbeitet werden.
00:20:11: Und insofern ist es natürlich auch so dass jetzt wo's aus dem medialen politischen Interesse raus ist ja nicht keine Kriminalität gerade mehr gibt sondern wir haben weiterhin Bedrohung, wir haben weiterhin Körperverletzungen und auch Raubdelikte im Magdeburg oder anderen Städten.
00:20:26: Aber das Interesse ist grad ein bisschen gesunken sozusagen in der Öffentlichkeit.
00:20:29: Der Jugendtreff,
00:20:30: den wir hier grade sitzen, ist ja auch ein Baustein einer Strategie dagegen?
00:20:34: Einhundert
00:20:35: Prozent!
00:20:35: So hab ich das immer verstanden.
00:20:36: also man muss dazu sagen diese kriminellen Jugendlichen, ob sie sich jetzt in Banden zusammentun und nicht.
00:20:40: Viele von denen kommen aus Neustadt und viele haben einen Migrationshintergrund aber nicht alle.
00:20:46: Also ich glaube ein Drittel war es damals
00:20:47: oder so.
00:20:47: Genau und aus unterschiedlichsten Ländern.
00:20:49: wir haben auch deutsche.
00:20:50: Aber was sie eint ist überwiegend das Milieu also eben nicht die Religion oder die Herkunft Das ist total divers sondern was die Eint ist dass Sie ganz schlechte Bedingungen im Elternhaus haben Teilweise Elternhäuser, die vernachlässigen.
00:21:02: Teilweise Elternhäuse, die überfordert sind.
00:21:04: Teilerweise Elternhäuser, die zerbrochen sind.
00:21:08: Allein wenn wir mal in die Statistik gucken wie viele Elternh Häuser haben zwei Eltern, die sich an der Beziehung beteiligen und sei es als Patchwork von mir aus ist auch, wenn man hier über die Brücke fahren, raus des Neustadt sehr viel höher als hier.
00:21:20: Ja, wir haben ja viel mehr Alleinerziehendenhaushalte.
00:21:22: Wo der andere Elternteil einfach gar nicht zum Beispiel sich beteiligt.
00:21:25: Die schulische Situation hatte ich angesprochen und öffentliche Infrastruktur wo Jugendliche irgendwas machen können.
00:21:29: Und so brauchen wir auch heutzutage viel Geld.
00:21:30: also wer das kennt... Ich kenne da selber aus privaten wenn ein Kind irgendwo um Fußballverein angemeldet wird und hier hinfahren und am Wochenende dahin und da und turniere das Koss am Ende auch Geld.
00:21:41: So ist sozusagen das gemeinsame was die Jugendlichen haben.
00:21:44: Der kriminellen Klientel ist zu Hause schwierig In der Schule schlechte Ausgangsbedingungen und häufig dann scheitern.
00:21:50: Wenn ich frustriert werde, fange ich an zu schwänzen.
00:21:52: Je mehr ich schwänze, desto mehr scheiter ich so.
00:21:54: Und dann Freizeit?
00:21:55: Ich bin nirgendwo angebunden wo ich wer sein kann, wo ich cool sein kann.
00:21:59: Wo ich Anerkennung bekomme, wo jemand sagt toll gemacht ja außer am Skaterbahn im Park auf dem Marktplatz oder irgendwo an der S-Bahn Haltestelle mit anderen die da rumhängen und die sagen halt Ja cool gut gemacht und ich krieg Anerkennenung dafür dass ich laut bin was kaputt mache oder jemanden beleidige oder bedrohe.
00:22:16: das heißt daraus leiten wir ja auch in der Jugendhilfe präventive Logiken ab.
00:22:20: Also je mehr ein Kind stabilisiert wird, in seiner Schulaufbahn das heißt Anerkennung über Bildung bekommen kann und das ist eine systemische Aufgabe.
00:22:27: Das muss erfüllt werden von der Gesellschaft und vom Bildungssystem, vom Land und je mehr einen Kind Freizeitmöglichkeiten hat, in den es Anerkennen bekommt Nicht delinquente Angebote.
00:22:38: Also sei es jetzt, ich bin in einer Musikschule, im Sportverein, schießt viele Tore, im Boxverein bei Gymnastik Tanz oder an der Blumengieß AG oder in einer Öko-Gruppe.
00:22:46: Das ist mir erst mal alles wascht aber das sind alles Räume wo ich etwas Produktives Anerkennung bekomme.
00:22:51: Oh ja!
00:22:51: Ich bin cool, ich schiesse viele Toren und ich bin cool in der Öko Gruppe.
00:22:54: Aber die Kinder, die das nicht bekommen, die keine Zugänge objektiv, die Zugänge super schwierig oder denen die Zugange super krass erschwert sind.
00:23:01: zu diesen Möglichkeiten Das sind klassischerweise, da haben wir Studien aus den Siebzigerjahren.
00:23:09: Das sind die uns begegnen in delinquenten Gruppen und in sozusagen sogenannten Banden.
00:23:14: Und das sind ja die, die zu ihnen kommen können ab... ...sechzehn Uhr oder vierzehn?
00:23:19: Genau.
00:23:20: Und dann auch manchmal bis späten Abend können sie hierherkommen.
00:23:23: was soll es bringen?
00:23:24: Na genau also die Logik ist ja die letztlich dass man sagt von den Jugendlichen Die einen Zugang zu solchen Angeboten wie ich gerade gesagt habe nicht haben Wie können wir jetzt schaffen und intervenieren, dass wir Leute quasi abfischen.
00:23:36: Dass nicht alle draußen landen!
00:23:37: Das nicht alle mit den coolen Halbstarken landen.
00:23:40: Nicht alle draußen sagen Kiffen und Stehgerei ist cool und Mutterbeleidigung oder so.
00:23:43: Dann bin ich ein krasser Typ.
00:23:45: Oder als Mädchen wenn ich dann mit einem ganzen Gangster zusammen bin, bin ich schwer oder was weiß ich?
00:23:50: Und das wir sagen ne guck mal hier kannst du auch an Erkennung finden Unfreunde und altersgemäß in Anführungsstrichen mal cool ist und so weiter.
00:23:59: Aber darüber, dass du hier kommunikativ bist, das du gut im Billard bist.
00:24:02: Dass du toll im Tischteilnis bist.
00:24:04: Wir haben eine kleine Bibliothek irgendwie die Comics durchliest und darüber anderen erzählst.
00:24:08: Also die Jugendhilfe versucht ja über Jugendclubs infrastrukturschwache Räume also da wo ganz viele Jugendliche keinen Zugang zu organisierter Freizeit haben den Tür zu öffnen kommt hierher verbringt unsere Freizei bei uns damit sie nicht draußen mit delinquenten Piers rumhängen.
00:24:23: Das ist sozusagen unser Ansatz, natürlich kommen aber nicht alle Jugendliche her und wir sind einen Jungenclub von der Stadt finanziert, um das hier aufrecht zu erhalten, das ist ein Ding der Unmöglichkeit und die Stadt ist pleite.
00:24:35: Und die Schulen sind gerade in den Brennpunkten kurz vom Kollaps was wieder mit dem Land zu tun hat.
00:24:41: und da sind wir dann eben wirklich bei sozialen Fragen und bei diesen sozial strukturellen Dingen weil Als Kommune zu wenig Steuern zum Beispiel einnehmen, weil wir als Land auch arm sind und wenig Steuer annehmen.
00:24:52: Das hat was mit Steuerreformen zu tun in Deutschland der Vermögensverteilung.
00:24:56: Warum nimmt die Kommune Halle z.B.
00:24:57: so wenig ein?
00:24:58: Ostdeutsche Gemeinden sind überwiegend steuerschwach heißt das im finanzischen Ergon.
00:25:02: In Ostdeutland ist jede zweite Gemeinde steuerschwach in Westdeutschland nur jeder achte bis zehnte.
00:25:06: ja und da sehen wir die Stadt Halles Kleide, wir können wenig Steuern einnehmen.
00:25:11: Das hat was damit zu tun das Vermögen ungleich verteilt ist.
00:25:13: Hundertfünfzigtausend Euro ist ungefähr im Durchschnittsvermögen in Ostdeutschland eines Haushalts.
00:25:17: Dreihundertfünftig tausend Westdeutschein.
00:25:19: Woran legt?
00:25:19: Das sind Verwederbeierwende.
00:25:21: nach der Wende wurde des gesamten Betriebs und Immobilien Eigentum der ihr mein DDR privatisiert.
00:25:25: Vierundneunzeigprozent beispielsweise das Betriebseigentums wurden nicht von Ostdeutchen gekauft.
00:25:29: warum?
00:25:29: die hatten da gar nichts unterzukaufen.
00:25:31: Das heißt es gab sozusagen großen Vermögens- transfer mit der Wände.
00:25:34: dass was hier war existierte und bestand oder wo Leute drin gewohnt haben wurde privatisiert über wegen von westdeutschen Kapital sozusagen aufgekauft, Immobilien für Privatpersonen.
00:25:44: Und da seitdem reproduziert es sich sozusagen eine absolutes Vermögenungleichheit und die führt dazu dass unsere Kommunen pleite sind Also auch nächstes Jahr pleite werden, übernächstes Jahr pleiten sein werden.
00:25:55: Solange nicht das durch eine globale Steuerreform auf Deutschland geändert wird.
00:25:59: Das heißt zum Beispiel Vermögen müsste mehr besteuert werden und die Kommunen müssten... Deutschlandweit geht das im Übrigen.
00:26:05: Die Kommunen müsse einen höheren Anteil an den Gemeinschaftsstellen bekommen.
00:26:07: Das ist dann die Grundfassung.
00:26:08: Solang wir sie nicht lösen, werden wir hier weiter mit eins Komma fünf Personen in Jugendgruppe treiben.
00:26:12: Wenn man weiter die Schulen haben, die schlecht ausgestattet sind.
00:26:14: Und wenn wir weiter die entsprechende sozialen Verwerfungen und die entsprechenden Kriminalitätsphänomene haben.
00:26:19: Aber im Kleinen ... schaffen wir es natürlich über eine Intervention in der Familie.
00:26:24: Über ein Jugendclub, der ein paar Hundert Leute erreicht hier im Sozialraum.
00:26:27: Schaffen wir das für die einen besseren Weg zu gestalten?
00:26:31: Aber es ist unmöglich, die großen Phänomene mit den Ressourcen, die wir haben, zu verhindern.
00:26:38: Das heißt auch, typisch anzunehmen ... Man macht zwei Sozialarbeiter einer Neustadt und dann ist niemand mehr kriminell.
00:26:44: Zu politischen
00:26:45: Ebenen kommen vielleicht noch.
00:26:46: Jetzt waren wir sehr ... Abstrakt, Zusammenhänge, Kommunenfinanzierung.
00:26:50: Das ist auch als Herleitung wichtig.
00:26:52: Ich möchte noch mal kurz ins Detail gehen.
00:26:55: Haben Sie vielleicht ein Erlebnis?
00:26:56: Ein Jugendlichen, den sie hier getroffen haben und der vielleicht auch stellvertretend steht für so eine Entwicklung und wie man denen helfen kann?
00:27:03: Einhundert Prozent!
00:27:04: Wir haben ganz viele Beispiele.
00:27:05: also wenn wir allein überlegen... Hier im Jugendclub.
00:27:08: teilweise ist es so dass das man merkt, dass Kinder zu Hause niemanden haben wo sie fragen können, wenn sie zum Beispiel ein Problem haben In der Schule betrifft Deutsch, ausländische.
00:27:20: Ausländisch in einem spezifischen Kontext, weil die Eltern das System gar nicht kennen.
00:27:25: Die kommen aus einem völlig anderen Land, da läuft Schule anders und alles anders...
00:27:29: Da sind die Behörden teilweise korrupt.
00:27:31: Die gehörten korrupt, die häufig gerade Afghanistan-Syrien und so weiter kommen aus Diktaturen.
00:27:35: wenn ihr da eine kritische Frage stellt oder ein Nachfall als Eltern.
00:27:37: also das wird gar nicht gern gesehen.
00:27:39: ja dass ne Kultur des Schweigens kultur der Gewalt.
00:27:41: darum sind hier am Ende auch irgendwie geflohen und deswegen sitzen sie zu Hause nängen sich ja wird schon irgendwie in der Schule laufen.
00:27:46: fragen dann das Kind wie läuft es denn in der schule alles gut?
00:27:49: wir haben ja hier einen Brief bekommen.
00:27:51: weiß ich dann, irgendwann ist zum Beispiel ein Tadell oder eine Androhung von bestimmten Sanktionsmaßnahmen.
00:27:57: Weil irgendwas in der Schule nicht gut läuft.
00:27:59: Sagen Sie dem Kind, es geht um die Klassenfahrt?
00:28:04: Weil
00:28:04: die Eltern das gar kein Deutsch lesen können.
00:28:05: Genau
00:28:06: und das Kind übersetzt für die Eltern gerade in den ersten Jahren.
00:28:09: Und das Kind ist aber eigentlich überfordert.
00:28:11: Eigentlich braucht's Hilfe.
00:28:12: Die Eltern können aber objektiv diese Hilfe nicht leisten weil dafür müsste Ihnen einer das System erklären, dafür müsste die Schule mit ihnen ... reden, vielleicht am Anfang auch mit dem Dolmetschau oder so.
00:28:19: Wenn das nicht passiert ist es Kind jetzt da hat diesen Brief und die Eltern seien die ganze Zeit aus dir wird ja was ne?
00:28:24: Du wirst Arzt Rechtsanwalt oder irgendwas.
00:28:26: Ja und das Kind sagt ja natürlich aber in der Schule frisst sie ganz seit fünften und fängt an zu schwänzen.
00:28:31: Dann ist es natürlich, wenn wir da reinkommen und das mitkriegen können.
00:28:35: So du kommst jetzt mal hin weil wir verstehen dich und deine Welt und wir verstehen deinen Eltern.
00:28:40: aber wir kennen auch System Schule und wissen was ihr gerade schiefläuft Und dann können wir sozusagen in dem Moment intervenieren.
00:28:46: Das heißt wir können Kontakt zur Sozialarbeit herstellen Wir können dem Hilfestellung geben Wir können ihm sagen ey pass mal auf Woran liegt's nicht dass Du hier ständig Stress hast?
00:28:53: Denken
00:28:53: Sie so eine Erfolgsgeschichte erzählen von einer Person also ohne die Ihren Namen zu nennen?
00:28:57: Also um einmal zu beschreiben wie haben sie die kennengelernt?
00:28:59: Was ist heute aus ihr geworden?
00:29:01: Also, mir fallen da jetzt mehrere ein.
00:29:03: Wir hatten zum Beispiel an einer Sekundarschule in Halle, hatten wir auch Konflikte ... Da waren so mehrere Jungs, die haben sich dann angefangen zu schlagen irgendwann nach der Schule weil irgendwer hat irgendwo ihm seine Mutter beleidigt, sag ich mal so.
00:29:14: Die war total verschlossen und haben Arzt zu Hause nichts erzählt von ihren Konflikten.
00:29:18: Hat man auch polizeiliche Anzeigen bekommen?
00:29:20: Den
00:29:20: Migrationshintergrund auch
00:29:21: oder?
00:29:21: Nicht so zwei Dritte ungefähr genau.
00:29:24: Und dann haben sie auch Anzeige bekommen Und in der Schule waren sie natürlich die coolen Jungs und da lässt sich auch keiner helfen.
00:29:30: Es war schwer für Fachkräfte dran zu kommen, Lehrer sind eh schon ziemlich überlastet.
00:29:34: War alles schwierig.
00:29:35: Dann haben wir aber ... Wollen wir halt von außen kommen?
00:29:39: anders auftreten können als Fachkräfte, vielleicht auch mal ein bisschen anders sprechen.
00:29:42: Können andere einen Sling drauf haben oder so?
00:29:43: Ich hab das ja beobachtet.
00:29:44: Sie kommen jetzt nicht mit mehr hoch mit Zeigefinger und sagen also hör mal unsere Hausordnung, sondern es ist eher auf Augenhöhe
00:29:50: peinhaft... Genau!
00:29:50: Also fallisch würde man sagen Mensch meiner was los.
00:29:52: aber jetzt können wir auch Habibi oder so sagen, also je nachdem wem wir da sitzen haben.
00:29:56: Und dann wundern die sich erst, man sagt okay was sind das für Leute, sie sind irgendwie cool und verurteilen mich auch nicht usw.
00:30:02: Und da haben wir damals mehrere Jungs rausgezogen in die Einzelarbeit gegangen, haben geguckt was läuft zu Hause schief war auch ein Elternpaar zugewandert.
00:30:11: Da ist dann ein Kollege hingegangen, der die Sprache spricht und hat sich da mal hingesetzt.
00:30:15: Und dann haben wir in der Schule noch einen Sozialtraining organisiert und haben mit denen über mehrere Tage gesessen darüber geredet was heißt es eigentlich cool zu sein?
00:30:22: Was heißt das eigentlich ein Mann zu sein?
00:30:23: und Ist es überhaupt männlich wenn man wegen einer kleinsten Beleidigung sofort explodiert?
00:30:28: oder ist man nicht spielbar in der Hand des anderen der mich provozieren will und ist eigentlich total schwach?
00:30:33: Wir haben mit den über Konzepte geredet.
00:30:35: Was ist schwach, was ist stark?
00:30:36: Das hat gefruchtet!
00:30:37: Genau ja und da waren ein paar Muslime dann auch dabei die man merkt das auch viel.
00:30:41: wie gehen dann nicht in die Moschee oder haben religiöse Bildung?
00:30:44: das fehlt denen total.
00:30:45: weil hier in der Moschee zum Beispiel auch die Imame die prädigen auch über solche Themen versuchen da auch bisschen so recht zu leiden sag ich mal.
00:30:51: aber die Jungs haben dann irgendwas aus dem Internet ja und plappern dann da irgendwas nach Ja aber ich muss das machen und so.
00:30:56: Dann haben wir immer einen Imam geholt haben dir auch noch mit reingegangen.
00:30:59: Du gestern hast du doch erzählt so und so hier ist der imam da war nie natürlich baff.
00:31:02: Dann saßen wir alle zusammen, haben mit denen geredet.
00:31:05: Das war für die Deutschen krass.
00:31:06: so ein Imam und so ... Am Ende vom Lied war das vorbei, die Auseinandersetzung, den Rest des Schuljahres gab es keine Auseinsatzung mehr, keine Stegereien mehr, nix.
00:31:15: Aber es ist eben einen Aufwand!
00:31:17: Ich muss da hin, ich muss die Leute haben, die in die Familie gehen, die der Schule helfen, die mit den Jugendlichen sitzen usw.
00:31:24: Deswegen können wir den Leuten, die wir treffen und für die Ressourcen helfen.
00:31:28: Wir können auch ganz vielen Leuten nicht helfen.
00:31:32: Deswegen, unser Gespräch neigt sich dem Ende.
00:31:34: Sie haben jetzt zwei Millionen Euro.
00:31:36: können die verteilen?
00:31:37: Die kriegen sie vom Land oder so?
00:31:38: Die sind plötzlich da.
00:31:39: was machen sie damit.
00:31:41: ich glaube Wir können natürlich viel damit jetzt machen.
00:31:43: wir würden einfach wahrscheinlich erst mal bei uns, wenn man paar mehr Sozialarbeiter und Mitarbeiter einstellen.
00:31:48: Um die Angebote hier auszuweiten das heißt mehr Angebote zu öffnen wo Jugendliche rein können nicht draußen rumhängen auf der Straße und Scheiße bauen, wo sie andere Vorbilder treffen, wo Sie andere Ideen in den Kopf bekommen wie man was aus sich machen kann, wie man cool sein kann und Anerkennung bekommen kann auf eine coole Art Wo wir in die Familienstärke reingehen, können die Eltern abholen.
00:32:06: Weil die Eltern häufig Teil des Problems sind?
00:32:08: Also einfach
00:32:09: Manpower oder Roman Power... Genau.
00:32:11: aber gleichzeitig
00:32:12: würde ich jetzt sagen ist eben die Krugs.
00:32:15: da wir nur die Feuerwehr sind würde ich immer sagen wenn man jetzt die zwei Millionen haben soll die jetzt die Feuerwehre bekommen oder soll die irgendwo landen das gar nicht mehr erst mal brennende ausbrechen und dann sind war eben wirklich was wir immer predigen.
00:32:26: Die Schulen müssen funktionieren.
00:32:28: Unser Schulsystem, wenn wir hier mit Jugendlichen reden ... Das betrifft im Übrigen auch deutschlandweit und deutsche Jugendliche.
00:32:35: Wir hören das so viel.
00:32:36: Konzentrationsschwierigkeiten durch Social Media.
00:32:38: Wir haben Riesenbruch durch Social-Media-Konsum.
00:32:40: Das Schulsystem ist nicht darauf vorbereitet.
00:32:42: Der Unterricht ist Kurikolum, ist noch teilweise überaltet.
00:32:45: Die Jugendlichen werden immer weniger abgeholt.
00:32:47: Was
00:32:48: wäre Ihre Forderung an die neue Landesregierung?
00:32:51: Was
00:32:52: sollen sie machen?
00:32:53: Bundesweit ... Wir haben ja dieses Föderalismus, wo im Sechzehn Schulsysteme, verschiedene Logiken, verschiedene politische Ideen und so.
00:32:59: Also das Schulsystem muss bunt auch und landzig einigen.
00:33:02: Da muss es grundlegende Reform geben um überhaupt noch wieder Jugendlichen zu erreichen.
00:33:06: Das Curriculum muss angepasst werden auf heutige Bedarfe die Konzentrationsspannung von Kindern.
00:33:10: Es muss alles berücksichtigt werden.
00:33:12: Social Media hat keiner Skills, die Eltern nicht, die Lehrkräfte nicht.
00:33:15: Die Jugendlichen sind da einfach in dieser Welt irgendwie drin und keiner weiß was sie machen sozusagen.
00:33:20: Das ist ein Thema Und vor allen Dingen braucht eine Klasse mit ganz vier Kindern Egal ob Deutsch- oder Ausländer, die ein belastetes Elternhaus haben.
00:33:27: Oder wo die Eltern Schichtarbeiten ihnen wenig helfen können?
00:33:29: Oder wo Eltern Rechtschreibschwäche haben und deswegen nicht helfen können.
00:33:34: Die ganze Klasse ist voll damit.
00:33:35: Die braucht mehr Lehrkräfte und mehr Förderung als eine Klasse nur von gemeinsamen Kindern.
00:33:40: Das muss einfach verstanden werden.
00:33:41: Das steht im Übrigen auch im Schulgesetz wird aber nicht junger.
00:33:43: Im Schulgesetz steht jeder nach seinen Bedürfnissen.
00:33:45: Und das zweite ist Jugendhilfe.
00:33:47: Das heißt Jugendämter helfen für Familien usw.. Das muss effektiv sein, das muss aber auch auskümmerlich finanziert werden.
00:33:54: Dann sind wir wieder bei der Frage, wie wird's finanzierend?
00:33:57: Dann sind die Steuerfrage und der Frage wer zahlt, wie viele Steuern beteiligen sich alle gleich?
00:34:02: Auch die obersten zehn Prozent usw.
00:34:04: Das sind Fragen, die können wir als kleine Sozialwissenschaftler, Sozialarbeiterinnen, Lehrerkäfte überhaupt nicht lösen.
00:34:11: Was wir uns natürlich alle wünschen oder auch die Kollegen in der Polizei.
00:34:13: Da ist genauso belastet, die Polizei ist genau so unterbesetzt.
00:34:16: Da liegen die Akten bis unter die Decke.
00:34:18: bei der Jugendkriminalität
00:34:19: ...
00:34:21: Ich wünsche mir, dass mehr Änderungen grundlegend im Großen.
00:34:24: Auch wenn ich dafür verzichten muss und ich kriege erst mal nix, würde das heißen, dass die großen Themen angegangen werden, nämlich Schulsysteme und diese Grundthea ... Ja?
00:34:32: Und Förderung und Ausstattung der Regelstrukturen, Schule, Sozialarbeit, Polizei.
00:34:36: Da mache ich auch von mir aus spendig noch zehn Euro und verzichte auf alles Geld.
00:34:41: Aber das muss angegangen sein.
00:34:42: Wenn es nicht angegangen wird, bleiben wir für immer Feuerwehr- und Feuerlöscher mit ... Super wenig Ressourcen, das frustriert uns die Kollegen.
00:34:50: Das ist nicht nachhaltig.
00:34:52: Ich glaube wir haben verstanden und erklärt wie die Situation ist woher sie kommt was sie dagegen tun und was man zusätzlich unbedingt noch tun sollte aus ihrer Sicht.
00:35:02: Damit haben wir das Themenfeld.
00:35:04: Das sind Reizthemen für Menschen in Sachsen-Anhalt, hitzige Debatten über Migration und Integration auch über so ein Viertel wie Halle Neustadt oder Kriminalität.
00:35:13: Ich glaube, dass ist ein wertvoller Einblick...
00:35:14: Und vielleicht nur weil wir ja von Wahlen sind?
00:35:17: Wir haben häufig diese Debatten.
00:35:18: Ich habe es wieder auf Social Media gesehen, da hat einer was erzählt in Halle neustadt.
00:35:22: Da sind sie alle rechtsextremen.
00:35:23: Die
00:35:25: AfD hat hier einen großen Wehrstatt.
00:35:27: Genau!
00:35:27: Das ist ja auch so.
00:35:27: aber auch hier ähnlich als bei der Jugendkriminalität wenn wir sehen z.B.
00:35:31: Extremismus.
00:35:32: Extremismus sehen wir, wenn wir das in der Sozialforschung uns angucken.
00:35:35: Wer wird da am besten erreicht?
00:35:37: Wer wählt am ersten extremistische Parteien zum Beispiel?
00:35:40: Das hat auch was zu tun mit der Sozialisation.
00:35:42: Es hat auch etwas damit zu tun z.B.
00:35:44: auch mit Bildungshintergrund und Chancen, mit Selbstwirksamkeit.
00:35:47: Und es ist kein Zufall dass wir sozusagen hier in Halle Neustadt den höchsten Anteil an Wählern für eine rechtsextreme Partei haben und einen hohen Anteil auf Jugendkriminalität.
00:35:55: Weil die Wurzeln in Beidem sind soziale Ursachen, soziale Probleme.
00:35:58: und deswegen finde ich's auch nicht gut, hier alle rechtsextremen?
00:36:02: Ja, aber was ist denn der Erfolg der Rechtsextreme?
00:36:05: oder in dem Fall ist ich erkläre Leuten auf eine ganz einfache und ja verzerrte und falsche Art und Weise reale Probleme.
00:36:15: die sie haben.
00:36:16: Und das ist der Erfolg, solange wir die realen Probleme nicht angehen.
00:36:19: oder jemand mal sagt ich erkläre dir die reale Probleme aber auf die korrekte Art und Weise.
00:36:24: Ich erklärst dir was wirkliche die O-Sachen sind, was ich ja ein bisschen jetzt auch versucht habe in dem Podcast.
00:36:27: Genau, dass
00:36:27: die Fischhetizierautos sich einfach nüchtern erklären,
00:36:30: wie was da zusammenholt zu gehen.
00:36:32: Also so lange werden natürlich dann auch Extremisten, in dem Fall hier im Osten Rechtsextremisten zum Beispiel oder so, einen Erfolg gehabt haben.
00:36:39: weil die Leute hier sehen jeden Tag, dass es durchaus Probleme gibt wo die Stimmen für andere Parteien wie Grüne, SPD, Linke oder so hoch sind.
00:36:50: Da haben wir den geringsten Anteil an Armut und auch den Geringsten an Zuwanderung.
00:36:53: Und deswegen finde ich immer man muss das Paradox auch beachten Die Menschen hier, die wählen ganz stark rechtsextremen.
00:36:59: Aber das sind die, die im Alltag zusammenleben mit den Migranten und Jugendlichen.
00:37:03: Die sind auffällig in der Schule und stresser und nerven auf der Straße.
00:37:07: Das sind sie, die sich anhören von wiederum Rechtsextremem indoktrinierten Leuten.
00:37:12: Du kann nackt gehen nach Hause und keine rassistische Bepöbelung.
00:37:14: Und halten's auch aus!
00:37:16: Das ist eine paradoxe Form des Zusammenlebens.
00:37:19: Was wir auf gar keinen Fall wollen, dass irgendwelche Leute von außerhalb oder den anderen sozialen Verhältnissen leben einfach nur herabgucken Ganz nur verurteilen.
00:37:27: Also wenn dann bitte guckt auf die Ursachen, weil das sind meistens die, die an den Ursachen auch was ändern können?
00:37:32: Deshalb bin ich aufgrund ihrer Perspektive sehr gespannt wie sie die letzten drei Fragen beantworten.
00:37:37: Wir haben nämlich ein kleines Ritual am Abschluss unseres Podcasts.
00:37:39: da stellen wir jedem Gast jeder Gäste dieselben Fragen, die beziehen sich jetzt auf die Landtagswahl.
00:37:44: aber bin ich gespannt und würde Sie einfach um eine kurze persönliche Antwort bitten.
00:37:49: Die erste Frage ist Was ist aus Ihrer Sicht das entscheidende Thema bis zur Wahl in Sachsen-Anhalt?
00:37:54: Was ich denke, was eigentlich das entscheidende Thema ist?
00:37:56: Oder was für die Leute das entscheide Thema ist.
00:37:59: Was eigentlich das Entscheidende Thema isst?
00:38:02: Eigentlich das Entscheidene Thema ist glaube ich alles, worüber wir heute gesprochen haben.
00:38:06: Zum Bissen wird ich... Die Linken nennen es dann immer so, oh, die soziale Frage und so weiter.
00:38:10: Das ist teilweise auch mehr Phrase als irgendwas aber an sich geht's schon um soziale Fragen würde ich sagen.
00:38:16: Und das ist eben ... Was ich gesagt habe, wir sind hier im ostdeutschen Flächenland mit super schwacher Infrastruktur.
00:38:21: Mit einem sehr geringen Vermögen und dadurch auch ausgestatteten Gemeinden oder Gewerbesteuernahmen usw.
00:38:28: Deswegen ist die kommunale Infrastruktur schwach.
00:38:30: Unser Bildungssystem ist belastet wegen des Landaucharmes.
00:38:33: Das müsste eigentlich Thema sein.
00:38:36: Gleichzeitig kann man sagen, super heiß in Alpen wird mit Wasser da das hochgeliefert über ein Europa-Brenz.
00:38:42: Wenn man sagt, irgendwie haben wir auch ein Problem, wir haben super Dürren gerade, also wer mit Bauern redet, Also haben wir auch irgendwie ein Problem mit Klimawandel.
00:38:49: Wir haben so reale Themen, aber wenn Sie mich fragen, was das wichtigste Thema für die Leute ist, glaube ich, keins davon?
00:38:54: Ja, weil die Themen von Social Media und populistischen Debatten und meiner Meinung nach einer falschen Medienaufmerksamkeitsökonomie auf Themen gesetzt werden, also nichts mehr in wirklichen Ursachen zu tun haben der Leute sozusagen.
00:39:06: Aber ja, so vielleicht würde ich auf diesen zwei Ebenen
00:39:10: antworten!
00:39:10: Und ist es für sie eine Schicksalswahl?
00:39:13: Boah, das würde ich jetzt nicht sagen.
00:39:15: Ich hoffe nicht, dass eine ist.
00:39:17: Ich glaube an die freiwillig-demokratische Grundordnung und in der Rechtsstaatleben.
00:39:21: Dass ja alles funktioniert und wir ne Verfassung haben und Gesetze ... Und egal wer da an die Macht kommt, kann das nicht umschmeißen.
00:39:27: Solange alles funktioniert!
00:39:29: Also solange die Leute bei der Polizei in der Schule sagen, sorry, wir haben hier ne Demokratie und rechtsstaat, wir hatten uns an die Gesetzer
00:39:36: usw.,
00:39:37: die Region muss sich genauso an die Gesetzeszeiten.
00:39:38: So lange sehe ich überhaupt gar keine Schicksalswahl.
00:39:41: Aber natürlich steht ja bevor das eine partei an die mach kommen wo wir sagen würden jetzt auch beschäftigt mit extremismus also islamismus vor allen dingen Aber auch Linksextremismus und Rechtsextremmismus, Phänomene gerade im Jugendbereich.
00:39:54: Also mit einer recht extremen Partei also die einfach Grundwerte der Verfassung ablehnen höchst problematische Konzepte haben, die weder gesetzlich noch ökonomisch noch fachlich irgendeinen Sinn machen.
00:40:05: Und das ist gefährlich natürlich für ein Bundesland so.
00:40:07: Aber ich glaube fest daran dass jeder der her an die Regierung kommt eingehegt wird durch den normativen Rahmen des Rechtsstaates auf Basis der Verfassung und der Landesverfassung dass das der Mehrheit der Leute in wichtigen Funktionsinstitutionen bewusst ist.
00:40:23: Insofern, zweischnell die Geschwert!
00:40:26: Wo steht Sachsen-Anhalt aus Ihrer Sicht am Ende dieses Jahres?
00:40:29: Da wo es jetzt steht.
00:40:31: Herr Goldenbaum haben Sie ganz vielen Dank.
00:40:34: Ich fand es ein sehr interessantes Gespräch.
00:40:35: Wir haben einen Deep-Dive gemacht
00:40:38: in
00:40:38: die Sozialstruktur, viele spannende Themen angeschnitten ...
00:40:41: Sie sind jetzt Opfer mit diesem Podcast davon, dass meistens wenn ich von Medien kontaktiert werde, sie sagen immer bitte, wir haben heute dreißig Sekunden oder eine Minute.
00:40:48: Das ist so gerade im Fernsehen und jetzt die Jugend krementiert in Halle, bitte, in dreißiger Sekunde!
00:40:52: Und das regt mich so auf, dass sie jetzt sozusagen ganz breite ... Wir
00:40:58: haben unseren Zeitrahmen auch gerissen aber dafür sind wir ja auch ein Podcast um sowas mal in der Tiefe zu besprechen.
00:41:03: Wir haben Sie ganz herzlichen Dank dafür.
00:41:05: Damit verabschiede ich mich hier und möchte noch den Hinweis da lassen an euch da draußen, vielen Dank fürs Zuhören!
00:41:11: Wenn euch diese Folge gefallen hat oder der Podcast allgemein dann schickt sie gerne an jemandem dem das Land Sachsen anhalt und die Politik genauso am Herzen liegt wie uns.
00:41:18: Und wenn ihr uns Feedback geben wollt freuen wir uns wahnsinnig, schreibt uns an podcastatvolksstimme.de eine E-Mail oder kommentiert gern bei Apple Podcasts, Spotify wo ihr den Podcast hört.
00:41:28: Wir lesen das alles und freuen uns darüber und dann würde Vielen Dank und bis zur nächsten Folge von zwei Komma eins Millionen.
00:41:35: Und beim nächsten Mal, wenn es was Positives gibt zum Reden nicht was Negatives.
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