Nichts mehr so, wie es war. Die neue Wahlumfrage
Shownotes
In der neuen Folge von „2,1 Millionen“ steht die große Wahlumfrage von Infratest dimap im Mittelpunkt, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.
Host Lena Bellon spricht mit Marc Rath, Chefredakteur von Mitteldeutscher Zeitung und Volksstimme, über ein zentrales Ergebnis: Die AfD hat ihren Vorsprung auf die CDU deutlich ausgebaut.
Marc Rath ordnet die Zahlen ein und betont, dass es sich um eine Momentaufnahme handelt. Er geht davon aus, dass die AfD bei der Landtagswahl im September am Ende deutlich unter den aktuellen Umfragewerten bleiben dürfte.
Außerdem schauen Lena Bellon und Marc Rath auf die Stimmung im Land: Viele Menschen sind mit der Politik unzufrieden und blicken mit Sorge auf ihre persönliche Zukunft – davon profitiert derzeit vor allem die AfD.
Klar ist aus Sicht von Marc Rath aber auch: Sachsen‑Anhalt steht vor einer komplizierten Regierungsbildung, die sich im Zweifel bis ins Jahr 2027 hinziehen könnte.
📰Mehr zu Thema der Sendung: 📰
Der Artikel zur Wahlumfrage bei MZ und Volksstimme
Der Kommentarzur Umfrage von Hagen Eichler bei MZ und Volksstimme
Allgemeine Informationen zur Wahl:
🔎Zum Sachsen-AnhaltTREND September 2025
📄Die Wahlprogramme
- SPD: SPD-Wahlprogramm-2026.pdf
- AFD: AfD Regierungsprogramm für Sachsen-Anhalt
- DIE LINKE: 2026-03-19Landtagswahlprogrammfinal.pdf
- BSW: BSWLandtagswahlprogrammSachsenAnhalt.pdf
- FDP: [Freiheit hat nur eine Heimat – Wahlprogramm der FDP Sachsen-Anhalt zur Landagswahl 20260.pdf](https://42cloud.universum.com/sites/default/files/2026-04/Freiheit hat nur eine Heimat %E2%80%93 Wahlprogramm der FDP Sachsen-Anhalt zur Landagswahl 20260.pdf) Entwürfe:
- CDU: entwurfregierungsprogramm20262026-03-24.pdf (entwurf)
- Das Programm von BÜNDNDISS 90/DIE GRÜNEN ist noch nicht veröffentlicht (Stand 29.04.2026)
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👥Das Team hinter dem Podcast:
- Host: Max Hunger, Lena Bellon, Elisa Schulz, Jan Schumann
- Redaktion: Frank Rugullis
- Mitarbeit: Frank Krause, Til Gerloff
- Grafik: Tobias Büttner
Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn ich mir Ihre Personen hier vorstelle, dann wäre das eigentlich ein Grund für mich, da rührt nachzudenken, ob ich in diesem Land weiter meine Heimat sehe.
00:00:07: Ja wir erleben jetzt
00:00:08: im März, im Jahr-Zweißen-Sechsundzwanzig
00:00:09: Geschichte und den wenigen Jahren wird man auf diese Zeit zurückblicken und das genau so einordnen.
00:00:14: Wenn wir, meine Damen und Herren,
00:00:15: den Kampf um unsere Demokratie gewinnen
00:00:17: wollen, dann müssen wir die Herzen
00:00:19: wieder zurückgewinnen!
00:00:20: Wir werden
00:00:21: unsere Kultur nicht Nationalisten oder identitären Ideologen überlassen.
00:00:28: der Politik-Podcast von Mitte Deutscher Zeitung und Volksstimme.
00:00:32: Hallo liebe Hörerinnen und Hörern, zur vierten Folge von Zwei Komma Eins Millionen.
00:00:36: Wir sind der Politik-Podcast für Sachsen-Anhalt für ein Mitteldeutscher Zeitung und Volksstimme.
00:00:40: Ich bin Lena Bellon, Reporterin bei der Volksstimmung in Magdeburg und einer der Vier Hosts von zwei Komma eins Millionen.
00:00:45: Und heute wurde es im Sachen Wahlkampf in Sachsen Anhalt richtig ernst.
00:00:49: Vier Monate vor der Landtagswahl am sechsten September wurde am Morgen die bislang wichtigste Umfrage zu politischen Stimmungen in Sachsanhalt herausgegeben.
00:00:57: Diese wollen wir heute genauer anschauen diskutieren und einordnen.
00:01:01: Bevor wir damit anfangen, wollten wir noch mal Danke sagen.
00:01:03: Wir freuen uns sehr über große Resonanz von euch und sind auch ein bisschen stolz dass wir schon so viele Zuhörerinnen und Zuhörer in Sachsen-Anhalt aber auch deutschlandweit haben.
00:01:12: Wir bleiben dran an den wichtigsten Themen des Wahljahres jede Woche!
00:01:16: Ich muss mich dieser wichtigen Umfrage zum Glück nicht alleine widmen.
00:01:19: Zu Gast heute im Podcaststudio in Halle ist der Chefredakteur von MZ und Volksstimme Marc Radt.
00:01:24: Lieber Marc herzlich willkommen.
00:01:26: Hallo Lena ich freue mich hier zu sein.
00:01:28: Wir zeichnen auf Vormittags am Donnerstag, den siebten Mai.
00:01:33: Also auch bei uns hier in der Redaktion von MZ und Volksstimme wurde diese Umfrage ja ziemlich gespannt erwartet.
00:01:39: also mir ging es so.
00:01:40: als die E-Mail kam habe ich sofort meine eigentliche Arbeit kurz unterbrochen um Blick in die Umfrage werfen zu können.
00:01:47: jetzt liegt sie vor und hat Zündstoff wie ich finde bevor wir den genauen Zahlen kommen und den höheren und höherei die Ergebnisse mitteilen.
00:01:55: erst mal eine ganz grundsätzliche Frage an dich steht Sachsen-Anhalt für einen politischen Umbruch oder vor der Fortsetzung des bisherigen?
00:02:04: Also eins kann man glaube ich jetzt schon sagen, auch wenn es nach vier Monate bis zur Wahl sind und das auch nur eine Momentaufnahme ist über die wir gleich reden.
00:02:11: Es wird nicht mehr so sein wie es vorher war, wenn gewählt worden ist.
00:02:15: Es werden neue Konstellationen geben.
00:02:18: Das würde ich dann als Umbruchs bezeichnen ob da draußen Aufbruch wird oder das Gegenteil davon.
00:02:25: Ja, das kann man schon sagen Verhältnisse aufbrechen und in eine neue Form kommen.
00:02:31: Wir werden sehen wie es ausgeht und da werden wir heute auch darüber reden.
00:02:34: Genau jetzt wollen wir mal alle nicht länger auf die Folter spannen.
00:02:38: Unsere höheren Hörer kennen vielleicht die genauen Zahlen noch nicht.
00:02:40: Die schauen wir uns zwar zusammen an.
00:02:42: was springt dir als erstes ins Auge wenn du dir die ansiehst?
00:02:46: Also markant ist natürlich die Vier bei der AfD vorne weg.
00:02:50: Der Abstand zur CDU hat sich weiter vergrößert, die jetzt bei sechsundzwanzig Prozent liegen.
00:02:56: Vergrößer insofern ist die AfD zwei Prozentpunkte hinzugewonnen hat und die CDU ein Prozentpunkt verloren.
00:03:02: Die Schere geht also weiter auseinander.
00:03:05: Das muss man aber auch einordnen.
00:03:07: Und zwar... ...die letzte Umfrage war vom September und wenn man sich mal die politische Stimmung in Deutschland vom September anguckt da lag die Union gut zweips Manchmal sogar drei Prozentpunkte in einzelnen Umfragen vor der AfD, die aktuellen bundesweiten Umfragen sind das Gegenteil davon.
00:03:22: Die AfD liegt inzwischen drei bis vier Prozentpunkten vor der Union und wenn man das auf Sachsen-Anhalt überträgt dann sind ein viertig Prozent also das plus zwei eher ein geringeres Ergebnis.
00:03:35: so groß die Distanz insgesamt auch ist da ist die CDU noch wenn man so will mit einem blauen Auge davon bekommen.
00:03:42: aber Das ist natürlich ein ganz anderes Wahlergebnis oder wäre ein ganz anders Wahlergibnis, als es eben im Jahr zwanzigundzwanzig ausgegangen
00:03:49: ist.
00:03:50: Ja also du als Chefredakteur kennst ja das Land Sachsen-Anhälz ganz gut?
00:03:54: Was hat dich dann überrascht bei der Umfrage?
00:03:57: oder was auch nicht?
00:04:00: Also deswegen hatte mich eigentlich die Umfrage selber gar nicht so sehr überraschend, was das Ergebnis angeht.
00:04:06: Ich hätte mich nicht gewundert wenn die AfD zum jetzigen Zeitpunkt sogar noch etwas besser liegt.
00:04:12: Ich glaube nicht, dass sie da bleiben wird.
00:04:13: Aber da werden wir sicherlich auch noch darauf eingehen.
00:04:16: Ansonsten, auch wenn man sich das weiter in Anfangstrichen unten in der Tabelle anguckt, dass das BSW jetzt unter fünf Prozent gerutscht ist lässt sich in meinen Augen erklären es eine Partei die hier in Sachsen-Anhalt eigentlich keine Persönlichkeiten hat im Bundestrend und auch in ihrer Performance auch ihren Höhepunkt überschritten hat.
00:04:38: Man kann gleichzeitig bei den Grünen sehen dass sich da eine Mobilisierung abzeichnet und man von drei auf vier Prozent gekommen ist.
00:04:46: Wir kommen
00:04:46: auch gleich noch mal zu der genauen... ...gelingter
00:04:48: Partei.
00:04:48: dann auch noch, also insofern das ist ein allgemeiner Trend, ein Trend bevor der Wahlkampf beginnt und der ist für mich relativ berechenbar gewesen.
00:04:59: Genau wir kommen auch jetzt nochmal zu der genaueren Aufteilung und analysieren nochmal die einzelnen Parteien.
00:05:06: Vielleicht für die Deutlichkeit nochmal, für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer.
00:05:09: Die AfD kommt jetzt auf die einvierzig Prozent aus das gerade schon gesagt ist damit die stärkste Kraft haben zwei Prozentpunkte mehr erzielt als bei der letzten Infradimab-Umfrage im Herbst.
00:05:22: Ja, die meisten Menschen im Land würden also aktuell eine gesichert rechtsextreme Partei wählen.
00:05:28: Hast du eine Erklärung für den erneuten Zuwachs?
00:05:30: Du hast jetzt gerade schon angeschnitten, die Stimmung hat sich ein bisschen verändert noch seit letztem September.
00:05:35: Wie erklärst du dir einen Zuwachss und glaubst du das es jetzt stabil bleibt oder sich nochmal verändert?
00:05:40: Also die Stimmungen hat aktuell, kann man nachzählen, sechs Buchstaben fangen mit B an und hören mit Rlin auf.
00:05:47: Die Bundespolitik schlägt glaube ich in dieser Umfrage ganz klar durch bzw ist es so, dass Landespolitik die hat's schwer auch wenn wir da sehr viel darüber berichten.
00:05:59: Die kommt aber ins Bewusstsein für eine Wahl nach meiner Ansicht dann wirklich erst in den letzten sechs Wochen vorher vielleicht doch acht Wochen also auch wenn der Wahlkampf wir merken das überall schon begonnen hat.
00:06:12: So richtig ankommen tut das bei der Bevölkerung erst wirklich vorher wenn die Wahlbenachrichtigungen verschickt sind.
00:06:17: Wenn man die ganzen Plakate an den Straßenrendern sehen kann mehr Diskussionen stattfinden, auch untereinander.
00:06:25: Zu dem Zeitpunkt festigt sich dann auch eine Wahlentscheidung und wir haben zuletzt bei anderen Landtagswahlen gerade auch gesehen da ist noch ne Menge Musik am Ende drin.
00:06:34: Es war auch in den sechsten Anhalts so, also das ist mit Nichten in Stein gemeißelt was wir jetzt grade sehen.
00:06:40: Also sagt es aktuell auch noch sehr stark geprägt von dem was man auf Bundesebene mitbekommt und die Menschen fangen erst später an sich wirklich mit der Politik vor der Haustür zu beschäftigen.
00:06:50: Die CDU steht ja bei twenty-six Prozent, hat einen Prozentpunkt verloren.
00:06:55: Was ist da deine Analyse?
00:06:56: Denkst du auch das es stark mit der Bundespolitik aktuell zu tun hat?
00:07:00: Ja sie liegt ja sogar noch ein Tick über der Bundespolitik.
00:07:03: aber vielleicht würde ich gerne verstärken dass die Berliner Performance einfach... alles andere als Rückenwind, sondern wirklich massiver Gegenwind.
00:07:14: Sowohl für eine CDU als auch von der SPD sind vielleicht auch für die Politik insgesamt etablierte weil sich Menschen einfach mehr von der Politik versprechen oder auch verängstigt sehnt über und unsicher sind über die Lage die wir hier haben.
00:07:30: Das heißt jetzt Krieg fast vor der Haustür sei es die wirtschaftliche Situation.
00:07:35: das prägt gerade die Stimmung Die AfD, gerade hier in einem Bundesland wie Sachsen-Anhalt.
00:07:45: Ja eine Projektionsfläche wo viele Menschen inzwischen der Partei ihre Stimme geben und zwar nicht nur allein aus Protest sondern weil sie ja auch eine gewisse Kompetenz zu sprechen.
00:07:57: das gerechtfertigt ist, da kann man natürlich lange drüber streiten.
00:07:59: Kommen wir sicherlich auch noch zu?
00:08:00: Genau
00:08:01: also in der Umfrage gab es ja auch die Frage nach der persönlichen Stimmung und auch danach welcher Parteime an die Lösungen zutraut.
00:08:08: Da kommen wir später nochmal zu.
00:08:10: jetzt wollen wir noch mal die einzelnen Parteien ein bisschen auseinander nehmen.
00:08:12: quasi Die Linke hat die drittmeisten Stimmen bekommen mit zwölf Prozent hat aber auch einen Prozentpunkt verloren.
00:08:20: was sagst du dazu?
00:08:23: Die zwölf Prozent ist immer noch ein Prozent besser als bei der vergangenen Landtagswahl.
00:08:28: Und wenn man sich anguckt, wie sich vor zwei Jahren die Linke entwickelt hat
00:08:34: bzw.,
00:08:35: wie sie damals kurz auf dem Totenbett lag, dann zeigt sich eben auch, wie schnell sich Stimmung wieder drehen können?
00:08:43: Dann gibt es ja noch weitere Parteien, die wir jetzt nochmal nennen wollen.
00:08:48: Wir haben die abgeschnitten, also die SPD lag ... Knapp über der fünf Prozent Hürde mit sieben Prozent.
00:08:54: Reicht das für den Wartek?
00:08:56: Also denkst du, Sie haben es jetzt schon geschafft oder kannst trotzdem noch eng werden am sechsten September für die SPD?
00:09:02: Es kann in der Tat eng werden weil dieser Wahlkampf wird sehr stark am Ende auch auf Sön-Schulze gegen Ulrich Sigmund hinauslaufen.
00:09:11: also eine sehr starke Wahl.
00:09:13: wer wird hier Ministerpräsident?
00:09:14: Das kann für die kleinen Parteien einerseits sehr schwierig werden In der Wirkung untergehen.
00:09:21: Andererseits gibt es auch viele taktische Wähler, die sagen das wird, nehmen wir jetzt mal Sven Schulze um den geht sein ja auch die AfD will ja alleine regieren.
00:09:30: Sven Schulz will ja auch ein Bündnisschmieden möglichst das gleiche wie bisher also die gesamte Deutschland.
00:09:34: Koalition mit SPD und FDP bedeutet dass diese Parteien auch weiter wachsen müssen.
00:09:40: insofern könnte das auch bei der SPD so eine sieben vielleicht auch noch ein bisschen nach oben durchaus stabilisierend wirken, würde ich nicht ausschließen.
00:09:50: Ich glaube auch dass gerade Baden-Württemberg mit fünf Komma Fünf dieses Horrorszenarios könnte eine Situation entstehen das erstmals diese Partei gar nicht in einem Parlament vertreten ist.
00:10:00: Das rüttelt am Ende auch deren Wählerschaft wach und die gibt es ja.
00:10:05: Und es war im Jahr zwanzigste Partei in Sachsen-Anhalt.
00:10:09: SPD kann man sich heute kaum vorstellen.
00:10:11: War aber so!
00:10:13: Dann sind zwei weitere Parteien, die quasi nicht in den Landtag kommen würden laut dieser Umfrage.
00:10:19: Und zwar die Grünen und das BSW.
00:10:22: Die haben beide jeweils vier Prozent erreicht.
00:10:25: Haben sie dann jetzt noch eine Chance?
00:10:27: Ja, das haben Sie durchaus weil es gibt ja auch eine Schwankungsbreite bei der Umfrage und wie gesagt ist ein Moment Aufnahme und der Wahlkampf beginnt erst.
00:10:36: Bei den Grünen kann man glaube ich ziemlich klar sehen Die brauchen eigentlich nur einen zwei-stelligen Wahlkampf zu machen in Magdeburg und den Halle.
00:10:43: Da aber ganz intensiv, da werden die ... ... neunzig Prozent ihre Stimmen mehr bekommen.
00:10:48: Das wollen sie auch sehr intensiv machen Und von daher dieser Schritt von drei auf vier Prozent ist so ein erster Fingerzeug Dass das funktionieren kann.
00:10:57: Beim BSW wie gesagt Wir hatten es vorhin ja schon mal kurz wird sich eben zeigen Wie deren Performance in der nächsten Monaten sich halt stabilisiert oder weiter nach unten geht Auch wie sich einzelne Wählerinnen und Wähler dann wirklich entscheiden, die vielleicht Protest wählen wollen gegen Etablierte.
00:11:14: Und dann doch nicht bei der AfD landen sondern sie vielleicht auch fürs BSW entscheiden.
00:11:18: Auch das halte ich nie für ausgeschlossen.
00:11:20: Du sagst noch viel offen in den nächsten vier Monaten?
00:11:23: Das kann sich noch einiges wandeln.
00:11:25: Wir bleiben da natürlich dran bei MZ und Volksstimme an der Umfrage und den Entwicklungen, wir haben jetzt aktuell auch online in den Parteien für mitteldeutscher Zeitung und Volkstimme alle Details zur Umfrage nochmal zusammengetragen.
00:11:37: wer Lust hat sich das durchzulesen bieten wir das auf jeden Fall an auch nochmal eingeordnet durch Kommentare.
00:11:43: vielleicht für alle die die umfrage nicht kennen würde ich das nochmal kurz erklären wie die zustande gekommen ist.
00:11:49: also im zeitraum Vom threißigsten April bis fünften Mai dieses Jahres gab es im Auftrag von MDR, Volksstimme und MZ die Umfrageinfratestimab.
00:11:58: Und Interviews wurden insgesamt mit einen Tausend, einhundertsechzig wahlberechtigten Menschen geführt, sechshundetzeinachtzig davon am Telefon und vierhundertzehnachzig per online
00:12:09: Interviews.".
00:12:11: Das waren jetzt erst mal die Zahlen, damit wir einen Überblick bekommen haben.
00:12:15: Dann lass uns das Gesamtergebnis vertiefen.
00:12:19: Wir haben schon gesagt, die AfD war mit Abstand die stärkste Kraft.
00:12:22: Liegt also knapp von der absoluten Mehrheit?
00:12:25: Wie real ist aus deiner Sicht eine Regierungsübernahme durch die AfD?
00:12:29: Stand jetzt!
00:12:31: Also ich gehöre zu den Menschen, die sagen bei der Wahl selber wird bei der AfD bei thirty-fünf Prozent Schluss sein.
00:12:39: Das wird jetzt viele wundern Weil ein Vierzeprozent sind deutlich mehr als Wünschen.
00:12:44: Aber
00:12:45: der Wahlkampf führt auch dazu, dass Menschen oder erst recht wenn sie in der Wahl Kabine sind nochmal sehr stark nachdenken, nachdem Sie sich vorher auch stärker informiert haben und so eine Umfrage ... Wir hatten es eben schon mal.
00:13:00: kurz ist noch Momentaufnahme.
00:13:01: man sagt schnell mal eher das ärgert mich was ist da passiert?
00:13:04: Dass sie in Berlin nicht vorankommen?
00:13:06: ich bin verunsichert.
00:13:08: mich stört auch der andere Politiker oder Politikerin.
00:13:11: Den zeige ich jetzt mal, ich will die
00:13:13: AfD.".
00:13:14: Das hat auch insgesamt bei der Partei dazu geführt, dass sie inzwischen eine feste Stammwählerschaft hat?
00:13:20: Die würd' ich so bei ... Der Wähler, den gehen also, hat für mich eine AfD immer sicher.
00:13:28: Weitere zehn Prozent kriegt diese Ausstimmungen heraus die sich dann an bei so einer Wahl heraus kristallisieren.
00:13:36: Der Rest ist jetzt wirklich eine Momentaufnahme, wenn sie da drüber liegen und ich glaube dass, wenn es dann, ich sag mal hart auf hart kommt, der ein oder andere doch nochmal nachdenkt weil dann stehen auch Fragen im Mittelpunkt wer soll wirklich dieses Land regieren?
00:13:54: Wer steht da vorne als Ministerpräsident?
00:13:57: Dann kommen auch Themen wie Fetternwirtschaft auch stärker ins Bewusstsein als das jetzt der Fall ist.
00:14:03: Man könnte ja denken nach dem, dass was nicht zuletzt gerade Kolleginnen und Kollegen der MZ unter Volksstimme aufgedeckt haben ein Abwärtstrend der Partei zu verzeichnen sein müsste.
00:14:14: Das ist nicht der Fall!
00:14:16: Aber das spitzt sich am Ende halt noch mal zu und von daher glaube ich ist es anders als in früheren Jahren, wo viele sich diesen Umfragen nicht getraut haben.
00:14:24: Ich wähle AfD, die war in den Umfang vor zehn oder auch nach acht und fünf Jahren meistens etwas zutief gerenkt.
00:14:31: Ist jetzt so dass man eher und es konnten auch die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zeigen?
00:14:35: Da lag die Partei lange so bei über zwanzig Prozent, am Ende weil sie unter zwanzzig Prozent.
00:14:40: Deswegen glaube ich auch nicht, dass da im Endeffier vorm Komma steht als erste Zahl sondern dass sich das irgendwie über thirty-fünf Prozent einpennen wird.
00:14:49: Und vielleicht kannst du jetzt nochmal kurz einen Knapp erklären für alle, die sagen okay dann was sind denn jetzt die Alternativen?
00:14:57: Vielleicht könntest du das noch mal kurz zusammenfassen.
00:15:01: Die Alternative sind nämlich die es wird an diesem sechsten September ob das Wahlergebnis mit einer AfD von forty oder von thirty fünf Prozent ausgeht So sein, dass da eine Konstellation nach Hause kommt.
00:15:15: Die politisch eigentlich keiner so wirklich will weil das aktuelle Ergebnis bedingt, wenn man die Regierung bilden wollte außerhalb der AfD müssten CDU Linke und SPD zusammengehen.
00:15:29: Das sieht zum einen die britische Beschlusslage nicht vor.
00:15:33: Das hat auch Sven Schulze als Ministerpräsident klar ausgeschlossen.
00:15:36: Er hat gesagt es wird kein Minister aus der AfD oder aus den Linken in einem Kabinett von ihm geben.
00:15:44: Und dann muss man eben schon sehr kreativ werden und sehr viel Fantasie haben, um sich zu überlegen, in welcher Konstellation man hier hinterher reagieren bzw regieren
00:15:54: will.".
00:15:55: Die Umfrage gibt ja nicht nur Aufschluss darüber, wen die Menschen wählen würden wenn jetzt nächsten Sonntag die Wahl wäre... Sondern gibt auch noch Einblicke in die Stimmung der Menschen.
00:16:06: Und das wollen wir jetzt auch gerne nochmal im Detail anschauen, was ist ja auch spannend wie ich finde?
00:16:12: Also da wurde auch gefragt, wie zufrieden die Menschen mit der aktuellen Regierung in Magdeburg sind und interessant finde ich hier dass eine Mehrheit mit der Regierung weniger zufriedene oder gar nicht zufriedenes.
00:16:25: Woran liegt das aus deiner Sicht?
00:16:29: Ja, das ist in der Tat eines der dramatischen Ergebnisse.
00:16:32: Wir kommen glaube ich auf die anderen dann auch noch.
00:16:33: aber es ist das schlechteste Ergebnis von den Bundesländern, die gemessen wurden.
00:16:38: Es waren insgesamt elf plus Berlin.
00:16:41: nur Berlin liegt schlechter.
00:16:42: Aber schlechter als berlin zu sein Das werden nun besondere Kunst das schaffen wir auch hier in Sachsen-Anhalt nicht hat aber damit zu tun dass sie Lage im land Auch gerade sehr anspruchsvoll ist.
00:16:55: wir stehen vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen, gerade auch beim Thema Energie, chemische Industrie, Autozulieferbranche.
00:17:06: Die Schlagzeilen sind einfach grade ja so dass viele Menschen da bedrückt sind und die Lage einfach eben schlecht einschätzen.
00:17:14: Wir haben im ländlichen Raum und wir sind in Sachsen an Atlantis der Raum einfach.
00:17:19: Ich liebe selber auch dort Schwierigkeiten, eine ordentliche Versorgung in der Form sicherzustellen dass sich die Menschen da weiterhin als lebenswert in diesem Umfeld befinden.
00:17:30: das macht auch vielen Menschen Sorgen, wie das weitergeht.
00:17:33: Das ärztliche Versorgung angeht Anbindung ins öffentliche, an den öffentlichen Nahverkehr etc.
00:17:39: Da kommen dann eben auch so Themen wie Spritpreise hinzu weil man muss eben auf dem Land... Man braucht ein Auto ja und hat nicht überall einen Eisenbahn beziehungsweise einen Bahnhof und kann mit der Bahn irgendwo hinfahren.
00:17:50: Das alles ist eine Gemengelage die ohnehin sehr schwierig aussieht sich auch in diesem Ergebnis denke ich auch entsprechend wiederfindet.
00:17:58: Also du sagst, die Menschen sind einem Angst vor davor dass ihre Grundbedürfnisse immer weniger erfüllt werden können und sie immer bedrohter sind von steigenden Kosten und mangelnder Infrastruktur usw.
00:18:09: Die Zahlen zeigen also relativ eindeutig, dass es eben einen Wunsch nach Veränderung gibt.
00:18:14: Ich glaube das ist gar nicht so neu.
00:18:17: Jetzt kommen wir aber eigentlich auch zu einer spannenden Frage die in der Umfrage gestellt wurde.
00:18:22: Wenn der Ministerpräsident direkt gewählt werden würde, wurde gefragt quasi würde man dann Sven Schulze von der CDU oder Ulrich Siegmund von der AfD wählen und da erreicht Schulze tatsächlich sechsunddreißig Prozent und Siegmond knapp drunter nur dreißig prozent?
00:18:37: Ist das denn die Hoffnung für Sven Schulze und die CDU?
00:18:43: Ja, das ist glaube ich das Ergebnis oder auch das einzige Ergebnis wo Christdemokraten heute morgen sagen können.
00:18:50: Oh!
00:18:52: Das ist ja noch mal gut gegangen.
00:18:53: Jetzt ist sießendreißig für ein Regierungschef.
00:18:57: jetzt kein berochenes Ergebnis muss man auch dazu sagen wenn es mal einordnet.
00:19:01: Sven Schulzes ist aber seit hundert Tagen im Amt Das heißt, er hat jetzt noch gut hundertzwanzig Tage.
00:19:07: Es war und das zeigt allein diese Zahl schon sehr wichtig dass es diese Staffelübergabe vorher gab.
00:19:14: aus Sicht der CDU heraus denn aus reiner Situation eines Wirtschaftsministers neben einem Regierungschef Haseloff sehe diese Zahl anders aus und wäre der weitere Wahlkampf viel schwieriger.
00:19:27: Sven Schulze hat jetzt eben gute vier Monate Zeit ergibt eine ganze Menge Gas ist wahnsinnig präsent und insofern bin ich mal gespannt, wie wenn die beiden jetzt auch aufeinandertreffen bzw.
00:19:43: selber noch einmal stärker ins Bewusstsein der Menschen geraten.
00:19:48: Insofern sind diese thirty-six Prozent ein guter Trittstein aus Sicht von Sven Schulze und er muss halt gucken ob er mehr daraus macht und vor allen Dingen diesen Wert hinterher auf seine Partei überträgt.
00:20:00: Ja, es liegt jetzt so ein bisschen an ihm das dieses kleine positive Zeichen quasi zu nutzen und noch ein bisschen präsenter zu werden.
00:20:08: Wir nehmen ja jetzt schon die vierte Podcastfolge auf und in der zweiten Podcastfolger zum Beispiel geht's auch nochmal explizit um die Ausgangslage der CDU und um die Rolle von Sven Schulze.
00:20:17: wir haben aber auch in der ersten Folge nochmal so einen Deep Dive durch die wichtigsten Themen im Sachsen-Anhalt gemacht.
00:20:23: Haben auch schon Überbildungspolitik gesprochen und die Rolle der Schulen in dieser Zeit.
00:20:27: Also hört da gerne rein, wenn euch Politik in Sachsen-Anhalt interessiert.
00:20:31: Haben wir schon drei weitere spannende Folgen veröffentlicht?
00:20:34: Hört da gern rein!
00:20:36: Ja die Menschen wurden auch gefragt was die wichtigsten politischen Themen sind und da ist auffällig dass obwohl wir in Sachseneinheiten geringen Ausländeranteil haben es für die meisten Menschen das wichtigste Thema Migration Was denkst du heißt das?
00:20:51: Obwohl's diesen Widerspruch gibt?
00:20:52: Also das Thema, was vorne liegt in der Tat und ich sehe auch es objektiv für das Land Sachsen-Anhalt eher so dass es viele andere Probleme gibt die weit durchdringender sind als die Frage der Migration.
00:21:05: Welche werden das für dich?
00:21:07: Das sind für mich die auch dann hinterher auf Platz zwei und drei sind nämlich Bildung und Wirtschaft ist aber auch die gesundheitliche Versorgung.
00:21:13: sind wir wieder eben bei Daseins Vorsorge im ländlichen oder öffentlichen Raum wie das so schön heißt?
00:21:19: Der Platz eins für Migration ist allerdings auch einer, wo minus neun Prozentpunkte zu verzeichnen sind.
00:21:25: Er nimmt also auch in der Tat zurück und Wirtschafts- und Gesundheitsversorgung haben stark aufgeholt.
00:21:33: Insgesamt ist es aber auch kein Thema dabei weil diese Migration mit vierzehn Prozent – das ist ja auch erstmal ein kleiner Wert!
00:21:40: Es gibt nicht das durchdringende Thema in diesem Wahlkampf sondern auch das verteilt sich auf sehr verschiedene richtige Themen
00:21:47: Weiter unten.
00:21:48: mit nur fünf Prozent geben die Menschen an.
00:21:50: Das für sie das wichtigste Thema ist der politische Rechtsruck, den wir gerade erleben.
00:21:55: Das zeigt ja auch irgendwie dass viele Menschen gar keine Angst mehr von einer rechtsextremen Partei wieder AfD haben.
00:22:02: Ist es nicht erschreckend?
00:22:04: Also was sagst du dazu?
00:22:06: Ja und ist allerdings diese Kategorie auf eine ziemlich abstrakte.
00:22:09: also man kann eher sagen bessere Schulen mehr Arbeitsplätze im Krankenhaus im Ort wird erhalten, als das so Rechtsextremismus fassbar wird.
00:22:21: Zumal der auch so offen
00:22:22: ...
00:22:25: Der läuft nicht täglich über den Weg oder jedenfalls nicht bemerkbar bei dem Weg.
00:22:28: Das heißt nicht, dass es ihn nicht tägtlich gibt aber insofern
00:22:30: ist das... Wahrscheinlich erleben die manche Menschen mehr und manche weniger.
00:22:33: Ist
00:22:34: das auch?
00:22:35: Und auch jener dem wo man wohnt, du in Magdeburg eher als ich wenn ich da in meinem Elbesteckchen oder Elbedürfchenmesser gesagt bin.
00:22:43: Insofern Das ist bei so einer Frage auch relativ schwer und wenn man wird insgesamt sieht, dass sich da irgendwo eine richtige Mehrheit für irgendwas abzeichnet.
00:22:53: Das ist in anderen Ländern schon anders.
00:22:54: Da ist manchmal Wirtschaft oder Bildung wesentlich weiter vorne präsent.
00:22:57: Oder war das Thema Pflichtlinge hier ja auch, wenn ich an die letzte Umfrage denke, ein zwanzig Prozent jetzt vierzehn Prozent Das ist dann doch auch schon insgesamt etwas relativ zu sehen.
00:23:08: Es gibt also nicht das durchschlagende Thema, sondern es ist eher eine Grundunzufriedenheit die sich daraus ableitet und man sieht wie die Menschen die Lage in Sachsen-Anhalt haben beurteilen.
00:23:17: Genau da kommen wir auch gleich noch zu.
00:23:20: ich fand aber auch spannend dass es auch einen Widerspruch gab weil wenn's um um das Befinden der Menschheit geht.
00:23:27: Zweiundfünfzig Prozent, also etwas über die Hälfte der Menschen geben an, dass es ihnen persönlich gut geht mit ihrem Leben in Sachsen-Anhalt und dagegen stehen aber zweiundachtzig Prozent die sagen, dass ist allen, das ist Sachsen Anhalt, also den Menschen dort insgesamt eher schlecht geht.
00:23:43: Wie erklärst du dir diesen Widerspruch?
00:23:46: Das ist eigentlich ganz traditionell.
00:23:48: ich beobachte diese Umfragen in diesem Land von Anfang der neunziger Jahre an.
00:23:54: Da musste ich, als ich das gestern sah auch noch mal daran denken.
00:23:56: Die Frage war letztes Mal nicht gestellt worden im September, als wir das erste Mal gemeinsam mit dem MDR die erhoben haben.
00:24:04: Insofern ist eher die zweite Frage immer interessant wie die Menschen die allgemeine Lage sehen denn ihre eigenen beurteilen sie durchweg besser.
00:24:13: wenn aber dann die Allgemeinlage so schlecht eingeschätzt wird so schlecht wie sie eigentlich zu Letzt Anfang der Nullerjahre war mit ganz anderen Voraussetzungen, die wir damals hatten und die übrigens auch zu einem Regierungswechsel geführt haben.
00:24:26: Dann ist das eigentlich das Alarmzeichen.
00:24:29: Wenn es wenn die Eigenlage auch noch schlechter eingeschätzt würde als jetzt der Fall ist dann würde ich auch von einer Krisenstimmung sprechen.
00:24:37: Jetzt ist es halt schon immer diese Umfrage an sich anguckt.
00:24:41: Noch keine
00:24:42: Krisen-Stimmung?
00:24:43: Depressive Züge würde ich sagen.
00:24:46: Krise ist ein großes Wort, sollte man vorsichtig mit sein finde ich.
00:24:51: Es ist zwar schön kurz, passt in jede Zeile schnell mal rein aber Menschen gehen auch nicht auf Barrikaden.
00:25:00: also wenn sie das einmal tun dann ist es was anderes als wenn sie irgendwo gegen irgendwas protestieren und ich finde da muss man mit Sprache auch wir in unserem Beruf durchaus auch sorgsam
00:25:09: umgehen.
00:25:10: Absolut jetzt gibt's eine weitere alarmierende Zahl die wir aus der Umfrage rausziehen können.
00:25:18: Bei der Frage dann, also es fand ich spannend.
00:25:20: Deswegen habe ich einen direkten Blick auch in meine Alterskategorie geworfen.
00:25:24: weil bei der Frage nach ob die Menschen eher zuversichtlich oder eher beunruhigt sind, die zwei Auswahlmöglichkeiten hatten sie.
00:25:30: Da hab' ich mal geguckt... Also die achtzehn bis vierend dreißigjährigen haben da haben seventy-fünf Prozent angegeben dass sie beunrückt sind und zwar bin ich jetzt schon eher am höheren Ende dieser AltersKategorie aber hat mich einmal umgehört im Umfeld Und da sind so ein bisschen, was mir da aufgefallen ist.
00:25:47: Dass viele zum Beispiel Angst vor Arbeitslosigkeit haben, weil aktuell auch viele junge Akademikerinnen und Akademika ohne Jobs sind oder viele Frauen- und Queeremenchen haben auch eher Angst vor diesem Rechtsrück, sind davon beunruhigt.
00:26:00: Jetzt bist du so auf dem Papier eher in einer anderen Kategorie, ohne dir zu nahe zu treten?
00:26:06: So als alterweißer Mann ...
00:26:07: Ich hab schon viele Brauere,
00:26:08: ja!
00:26:08: Als aufm Papieralterwässermann über achtzig Prozent der über fünfzehnjährigen gehen an, beunrügt zu sein.
00:26:14: Woran liegt es in deiner Kategorie?
00:26:16: Alterskategorie.
00:26:19: In meiner Alters-Kategorie liegt es daran, dass wir in unserer Generation noch mehr Umbrüche erlebt haben mit unter dramatischer Anfang der neunziger Jahre.
00:26:32: entweder persönlich die Hälfte der Menschen in meinem Alter musste sich völlig neu orientieren hatte auch etliche Dellen im Lebenslauf Und hat sich dann berappelt, hat was aufgebaut und fürchtet jetzt wieder darum das zu verlieren oder merkt es nicht mehr so weiter geht wie bisher.
00:26:50: Das macht natürlich etwas mit Menschen wahrscheinlich noch mehr als in deiner Generation.
00:26:55: Ja vor allem auch regional betrachtet sagst du hier quasi in Sachsen-Anhalt ist es nochmal verstärkter als im Westen.
00:27:01: sozusagen wenn wir den Kategorien denken wollen?
00:27:04: Ja das hat man im Westem eben nicht erlebt.
00:27:09: Auch durch das Positives mit einem, weil man Veränderung gewöhnt ist.
00:27:13: Ich muss sagen ich komme ja eigentlich aus dem Westen bin aber einsteinundneinzig nach Sachsen-Anhalt gekommen.
00:27:17: also ich habe das sozusagen schon sehr intensiv miterlebt sowohl beruflich als auch familiär.
00:27:25: insofern Ist das auch ein Teil von Stärke?
00:27:30: Aber eben auch erst mal im kollektiven Bewusstsein so verankert, dass ich es auch völlig normal finde.
00:27:37: Dass deswegen auch Angst größer ist als vielleicht bei jemandem der das nicht erlebt hat.
00:27:42: und im Westen kann man auch mal sagen guckt euch das mal genau an im Osten.
00:27:45: wir sind da eigentlich was auch Transformation angeht viel weiter als das manche in Nordrhein-Westfalen im Saarland oder in anderen
00:27:56: Bundesländern.
00:27:59: Naja, wir mussten oder hier musste man sich ja einfach schon sehr schnell darauf einstellen dass Situationen weggebrochen sind die man vorher hatte.
00:28:07: Man musste sich neu orientieren heute noch viel stärker als Arbeitsmarkt angesprochen durch die Wandlung die es da einfach auch mit Digitalisierung gibt stichwort KI vorhanden ist.
00:28:20: das waren alles Schrempferter vor thirty Jahren oder dreißig jahren aber da sind ganz andere Zweige weggebrochen, man musste sich auf das Neues einstellen.
00:28:29: Das möchte man nicht unbedingt ein zweites und drittes Mal erleben, völlig verständlich aber man ist dadurch natürlich auch in gewisser Weise gefestigt weil man diesen Prozess auch einmal erlebt hat und weiß was er da erwartet und wie man damit umgehen kann.
00:28:42: Ja also grundsätzlich jetzt haben wir über unsere beiden Alterskategorien gesprochen, aber grundsätzlig hat die Umfrage gezeigt dass einen Großteil der Menschen angegeben hat, beunruhigt zu sein.
00:28:52: Um die ganze Umfrage noch mal ein bisschen zusammenzufassen, hab ich mir noch ein paar kurze Fragen hier notiert.
00:28:58: Was sagen die Zahlen über die Stimmung im Land?
00:29:00: Eher Stabilität oder Unruhe?
00:29:03: Denkt das schnell beantwortet!
00:29:04: Also ... Unruh keine Krise aber Depressionen.
00:29:08: Mhm.
00:29:09: Wer wird in dieser Stimmung politisch getragen und wer eher nicht?
00:29:14: Aktuell die AfD, das zeigen ja die Zahlen.
00:29:16: Ich glaube wenn es dann wirklich um die Entscheidung geht gewinnen die Macher mehr als die Schnacker
00:29:23: und Geht es den Menschen mehr um konkrete Probleme oder um Stimmung?
00:29:28: Also konkrete Probleme betragen sich auf die Stimmung.
00:29:32: Ja Ist das eine wirkliche Wechselstimmung hin zu einer AfD-Regierung
00:29:39: So aus dem Bauch?
00:29:40: aktuell ist das.
00:29:42: Das sieht man auch bei einer Frage, die wir jetzt nicht hatten.
00:29:45: Wir sollten die Regierung anführen und dann liegt die AfD knapp hinter der CDU.
00:29:48: Das muss man schon so als Pari-Pari und gewisserweise als Ausgeglichen halt betrachten wie gesagt aber bis zum Wahltag selber bis zum Gang in die Wahlkabine streikt die Stimmung vom Magen oder vom Bauch in den Kopf besser gesagt um mal gucken was da ankommt.
00:30:04: Ich finde, was ja auch auffällig war ist das.
00:30:06: Zweiundzwanzig Prozent hier angegeben haben, dass sie überhaupt gar keiner Partei aktuell eine wirkliche Lösung ihrer Probleme oder den Problemen, denen Sie sehen zu trauen?
00:30:16: Ich finde es sehr bezeichnend sind doch relativ viele die das dann angeben, dass Sie wahrscheinlich gar keine Partei richtig trauen aktuell.
00:30:25: Das stimmt und was ich auch bemerkenswert fand, ist, dass selbst unter den AfD Anhängern nur einen Sechzig.
00:30:34: Und was ich auch bemerkenswert fand, war das bei der Frage nach dem Ministerpräsidenten nur einen Seventig Prozent der AfD an Hänger-Uhrrisiken genannt haben.
00:30:43: Das ist zwar für sich genommen hoher Wert aber für eine Parteipräferenz ist es so dass fast ein Drittel ihm das nicht zutraut.
00:30:52: man muss auch einfach sagen er ist verdammt jung.
00:30:55: Wir haben
00:30:57: erst mal
00:30:58: nichts Schlechtes Aber er ist auch regierungsunerfahren.
00:31:04: Die ganze Partei ist regierungsunerfahren.
00:31:07: Also das wäre ein einzigartiges Experiment, mindestens in Deutschland – ich vermute mal fast so in den westlichen Demokratien -, dass eine Partei ohne jetzliche administrative Erfahrung aus dem Nichtsaros alleine einer Regierung übernimmt.
00:31:25: Gibt so ein paar Bewegungen mal auch, wenn wegen jetzt Macron mit der Umarsch.
00:31:29: Der ist da durchgestartet und hat dann Menschen aus anderen Parteien um sich gescharrt.
00:31:34: Das haben die ja eigentlich kaum insofern...
00:31:38: Und dazu wäre es eine rechtsextreme Partei?
00:31:42: Das auch, wobei nicht überall nur Mini-Höckes rumlaufen.
00:31:45: Aber die Diktion ist klar und das Programm liegt auf dem Tisch.
00:31:53: lesen, dann weiß man was sich da genau hinter verbirgt.
00:31:58: Vielleicht kannst du ganz am Ende – wir haben jetzt schon viel Fazit gemacht aber es sind ja am Ende auch immer viele Zahlen für unsere Zuhörerinnen und Zählern ist immer gut nochmal ein bisschen zusammenfassend ein kleines Fazit zu ziehen.
00:32:10: als jemand der sich ja auch schon mit der Umfrage befasst hat jetzt alles zusammengefasst alle Ergebnisse.
00:32:15: Was ist dein Fazit daraus?
00:32:17: Was können wir daraus lesen?
00:32:19: Das ist ein deutlicher Warnschuss.
00:32:23: Das zeigt, dass die aktuelle Politik nicht das Bedient-Befriedigen aufnehmen kann was den Menschen in diesem Land betrifft.
00:32:37: Was sie sich wünschen.
00:32:39: Insofern klare Auftrag an die etablierten Parteien hier vor allen Dingen auch durch Präsenz wieder nahebarer zu werden.
00:32:50: also der Wahlkampf Der wird ein wirklicher Kampf hier in diesem Land, weil die AfD macht das auch in einer leerbuchhaften Art und Weise wie man für jede britische PR heranziehen kann.
00:33:04: Insofern ist es auch eine sehr ernstzunehmende Kraft, die hier ranwächst genauso wie du weißt was es auch angedeutet dass auch eine Bedrohung hat, weil dieses Land wird ein anderes sein wenn es an der AfD Regierung gibt nicht kommt, ist kein Selbstläufer.
00:33:23: Da gehört am Ende auch eine klare Präsenz, eine klere Sprache und auch klare Handlungen zu Und ich bin gespannt wie sich das in den nächsten vier Monaten hier weiterentwickeln wird.
00:33:35: Also du sagst es ein Warnschuss für die demokratischen Parteien ja auch präsenter zu werden und diese Stimmung zu erkennen und anzunehmen was dagegen zu tun.
00:33:47: Genau.
00:33:47: also es ist kein selbstläufe dass man so Haltwegs stabilen, vielleicht mal mit einem Partner den man nicht so gerne mag.
00:33:54: Hatten wir auch schon einmal die CDU und die Kuhlen sind hier im Land jetzt nicht gerade so fürchterlich miteinander verbunden haben das aber auf fünf Jahre ausgehalten.
00:34:03: Das wird dieses Mal nicht so funktionieren.
00:34:06: Es bleibt spannend auf jeden Fall.
00:34:07: Wir haben jetzt die Umfrage Im Detail auseinander genommen und analysiert.
00:34:14: Wir haben dann immer noch ein paar Abschlussfragen, quasi unsere eigene Kategorie.
00:34:18: Ein Ritual für alle unsere Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner.
00:34:22: Erste Frage aus dieser Kategorie ist – was sind die entscheidenden Themen im Wahljahr?
00:34:31: Wirtschaft, also Entwicklung der Wirtschaft, Zukunft der Bildung und die Entwicklung des gendlichen Raums.
00:34:42: Zweitens ist diese Wahl für dich eine Schicksalswahl?
00:34:46: Ist das Wort passend?
00:34:48: Schicksal finde ich ist ein großes Wort, es ist mir supertätisch.
00:34:53: Das ist eine Richtungswahl die viel verändern kann oder auch wird und dessen muss man sich bewusst sein.
00:35:03: Und jetzt die dritte Frage abschließend wo steht Sachsen-Anhalt am Ende des Jahres?
00:35:12: Noch immer vor einer Regierungsbildung tippe ich mal weil.
00:35:16: Die hat übrigens im Jahr zwanzig, obwohl es ja vergleichsweise einfach war mit dieser sogenannten Deutschlands Koalition auch hundert Tage gedauert.
00:35:23: Das kann man mal hochrechnen und dann sind wir schon Kerzen an wenn hunderte Tage vom sechsten September entfernt sind.
00:35:29: Ich glaube das ist ein bisschen länger dauert.
00:35:31: insofern wird uns der Geschäftsführende Ministerpräsident Sven Schulze dann auch die Neujahrsbotschaft übermitteln Und im neuen Jahr Wird er dann, glaube ich irgendwann in einer Konstellation die wir jetzt noch nicht kennen wieder zum Ministerpräsident gewählt?
00:35:52: Danke für deine Einschätzung Marc.
00:35:54: Das war die vierte Folge von zwei Komma eins Millionen.
00:35:57: Danke fürs Zuhören!
00:35:58: Wir sind der Politik Podcast von NZ und Volksstimme im Wahljahr in Sachsen-Anhalt.
00:36:03: Hier bekommt ihr die wichtigsten Informationen rund um diese wichtige Landtagswahl.
00:36:07: Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns, empfiehlt uns, kommentiert uns und leitet den gerne weiter an Menschen, denen Politik genauso am Herzen liegt wie uns.
00:36:17: Und jetzt seid ihr auch dran!
00:36:18: Wir freuen uns über Zuschriften, Vorschläge, Themenvorschläger, Anregungen, Kritiken.
00:36:23: Meldet euch gerne bei uns unter podcastatvolkschnoe.de.
00:36:26: In den Shownauts haben wir euch auch die Umfrage mit allen Aspekten noch mal verlinkt und verschiedene Artikel von der MZ- und Volksstimme dazu.
00:36:35: Da werden nochmal Hintergründe beleuchtet, eingeordnet.
00:36:38: Schaut da gerne mal rein!
00:36:39: In der nächsten Folge in der kommenden Woche geht es dann nach Garde legen.
00:36:43: Da begrüße ich meine Kollegin Elisa Schulz.
00:36:45: Das Thema wird der ländliche Raum ins Sachsen-Anhalt und seine Zukunft sein.
00:36:49: Wenn ihr nicht abwarten könnt, mehr von uns zu hören dann haben wir auch einen Newsletal.
00:36:54: der heißt Update Sachsen-Anhalt.
00:36:56: Der kommt jeden Tag fast die wichtigsten Themen kompakt zusammen ist kostenlos Auch für Mitteldeutsche Zeitung und Volksstimme.
00:37:03: schaut da gerne mal nach.
00:37:04: Ansonsten danke fürs Zuhören.
00:37:06: Und bis zur nächsten Folge von zwei Komma eins Millionen.
00:37:08: Ich bin hier natürlich nicht alleine sondern mit einem Team.
00:37:12: Das sind einmal die vier Hosts Max Hunger Elisabeth Schulz Jan Schumann und ich In der Redaktion Frank Rogules, in der Mitarbeit Frank Krause und Till Gerloff.
00:37:22: für die Grafik ist Tobias Bittner zuständig.
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