Jenseits der Brandmauer: Über AfD, Heimat und Hoffnung. Mit Jan "Monchi" Gorkow

Shownotes

In Sachsen-Anhalt fragen sich kurz vor der Landtagswahl viele Menschen: Wie geht gesellschaftlicher Zusammenhalt in Zeiten wachsender politischer Gräben? Wie lebt man miteinander, wenn Nachbarn, Kollegen oder Vereinskameraden völlig unterschiedliche politische Überzeugungen haben?

Darüber spricht Host Jan Schumann mit Jan Gorkow, besser bekannt als Monchi, dem Sänger von Feine Sahne Fischfilet und Autor des Buches „Jenseits der Brandmauer“. Monchi lebt in Jarmen in Mecklenburg-Vorpommern, wo die AfD besonders stark ist. Seine Erfahrungen ähneln in vielem der Realität in zahlreichen Regionen Sachsen-Anhalts.

Im Gespräch geht es um die Stimmung in Ostdeutschland, um Heimatverbundenheit, politische Entfremdung und die Frage, warum Debatten über die AfD in Großstädten oft anders geführt werden als auf dem Land. Monchi erklärt, weshalb man sich in kleinen Orten nicht einfach aus dem Weg gehen kann, warum er trotz aller Sorgen an lokale Gemeinschaften glaubt und welche Rolle Kultur, Vereine und Ehrenamt für die Demokratie spielen.

Infos zu unserem Gast: und seinen Projekten:

Monchis Buch und seine Lesetour: https://www.tixforgigs.com/Event/75631/monchi-jenseits-der-brandmauer-lesung-am-strand-wal-strandbar-rostock-warnemun

Artikel zum Buch:

https://www.volksstimme.de/panorama/sanger-monchi-nicht-so-in-weltuntergangsszenarien-verlieren-4300768

Infos zur Wahl:

Neue Wahl-Umfrage:

https://www.mz.de/wahl/landtagswahl-sachsen-anhalt/umfrage-trend-kleine-parteien-afd-cdu-4293509

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00:00:00: Wenn ich mir Ihre Personen hier

00:00:01: vorstelle,

00:00:02: dann wäre das eigentlich ein Grund

00:00:03: für mich, da rührt nachzudenken, ob ich in diesem Land weiter meine Heimat sehe.

00:00:07: Ja wir erleben jetzt im März, im Jahr-Zweißen-Sechsundzwanzig Geschichte und den wenigen Jahren wird man auf diese Zeit zurückblicken und das genau so einordnen.

00:00:14: Wenn wir, meine Damen und Herren, den Kampf um unsere Demokratie gewinnen wollen, dann müssen wir die Herzen wieder zurückgewinnen!

00:00:20: Wir werden unsere Kultur nicht Nationalisten oder identitären

00:00:24: Ideologen

00:00:25: überlassen.

00:00:28: der Politik-Podcast von Mitteldeutscher Zeitung und Volksstimme.

00:00:40: Uns interessieren die großen Themen dieser Zeit, die Stimmung in Sachsen-Anhalt und in Ostdeutschland, gesellschaftliche Entwicklungen und die Folgen für Politik und Wahlen.

00:00:50: Unser heutiger Gast gehört in diesen Tagen zu den gefragtesten Gesprächspartnern in Deutschland.

00:00:54: Er ist der Sänger der Punkband Finisane Fischfilet aus Mecklenburg-Vorpommern war zuletzt unter anderem im Podcast von Paul Ronsheimer zu Gast und hat auch der südurschen Zeitungen vor einigen Tagen ein viel beachtetes Interview gegeben.

00:01:07: Heute ist er uns nach Magdeburg zugeschaltet.

00:01:09: Herzlich willkommen Jan Gorkow, besser bekannt als Monchi!

00:01:13: Hallo Jan Wir reden über die Landtagswahl.

00:01:15: Es ist ja gerade wirklich sehr viele Bewegungen Sowohl in Sachsen-Anhalt auch in Mecklenburg Vorpowern Und viele Menschen haben auch wirklich gerade Sorge Mit Blick auf diese Wahlen was danach kommt.

00:01:25: und ich würde gerne von dir wissen Ist das eigentlich jetzt gerade eine gute Zeit für Punk Rocker?

00:01:30: Oder ist es auch bei dir so, dass die Sorge gerade überwiegt was sowohl kommt in nächster Zeit.

00:01:35: Ja

00:01:35: ich glaube bestimmt der ist eine gute zeit für Punk rock aber das ist ein Essendier jetzt nicht mein... Ich glaube es sieht gerade etwas wichtigeres als Punk Rock.

00:01:42: ja also das ist jetzt nicht die Prämisse und da das natürlich so maximal unssexy wenn man in der Punk Rock-Band spielt zu was zu sagen.

00:01:49: aber ich meine ich geht da wo fifty Prozent der Leute bei uns im Ort die AfD gewählt haben Da, wo ich mich freue wenn wir in zehn, fünfzehn Jahren noch sagen können.

00:01:56: Wir haben eine stabile Demokratie!

00:01:58: Dass das für einen Punkrock-Sänger nicht das geilste ist was man sagen kann und coolste ist mir klar.

00:02:03: aber es ist mir auch scheißegal weil ich glaube es gibt gerade viel wichtigeres als Punkrock.

00:02:08: Du hast ein Buch geschrieben jenseits der Brandmauer dass gerade wirklich viel diskutiert wird.

00:02:12: in vielen Medien wird das aufgegriffen weil das auch vom Thema her jetzt zu diesen Landtagswahlen natürlich wie die Faust aufs Auge passt.

00:02:18: Zustimmungswerte der AfD von vierzig bis fünfzig Prozent hast du gerade schon selber angesprochen.

00:02:23: Auch in Sachsen-Anhalt spielt das eine große Rolle, also hier gibt es bei vielen Menschen die Fragen wie geht man miteinander um wenn vierzig prozent der Leute zum Beispiel AfD wählt?

00:02:32: Der Rest nicht!

00:02:33: Es gibt eine große Polarisierung und viele fragen sich Wie geht man miteinander um?

00:02:37: was brauchst möglicherweise für neue Gesprächsräume um irgendwie im Gespräch zu bleiben?

00:02:42: Und mich würde interessieren Was ist denn da mittlerweile deine Antwort darauf?

00:02:45: Also was würdest Du den Menschen in Sachsanhalt da auch raten in diesen Fragen?

00:02:49: Ich

00:02:49: glaube es gibt nicht die Antworten, das muss natürlich jeder und jede für sich selber entscheiden.

00:02:53: Und natürlich sind die antworten in einer Stadt andere als vielleicht in der Provinz oder in der Kleinstadt.

00:02:59: aber ich lebe einfach in einem Dorf in eine Kleinststadt um Jahr ist unter.

00:03:04: drei tausend Einwohnerinnen leben hier und fifty vier Prozent der Leute haben die AfD gebildet.

00:03:09: und jeder jede die in der Kleinstadt wohnt wird wissen ich liebe da wo man sich nicht aus dem Weg gehen kann.

00:03:16: Das ist einfach völlig absurd, ja?

00:03:18: Also man muss miteinander leben und streiten.

00:03:22: Vielleicht auch mal lachen, diskutieren... Man kann sich hier gar nicht aus dem Weg gehen!

00:03:26: Das war auch eine der Gründe, warum ich dieses Buch geschrieben habe, weil ich ganz oft das Gefühl hatte wenn ich so Diskussionen erlebt habe im Fernsehen in den Zeitungen die überhaupt nicht meine Realität wieder gespiegelt haben.

00:03:36: Weil Ich bin jetzt kein Journalist der da zwei Tage aufs Dorf fährt und dann eine Reportage schreibt, um sehr dick ist oder auch nicht ein Aktivist, der dann zum nächsten Amtagswahl intifert und sagt engagiere ich mich jetzt da, sondern Liebe ist ja auch hier wo ich lebe.

00:03:49: Und das ist die Ambivalenz, die glaube ich auf viele Menschen nachvollziehen können, die Heimbock haben der AfD hin und her zu laufen also dieses... Ich bin Lokalpatriot!

00:03:58: Liebe ist im Mittelmeer-Vorpommern zu leben aber natürlich ist es manchmal nicht nur einfach mit der Liebe, ich glaube dieses Thema Brandmauer auf so einer gesellschaftlichen Ebene, es gibt ja verschiedene Ebenen da, auf dieser gesellschaftliche Ebene wie ist völlig absurd Und nicht zu halten in einem Dorf und einer Gemeinde.

00:04:15: Ich erkläre das ja auch im Buch und sage, ich habe immer ein Mikro-Vorpommer gelebt aber eine Zeit lang sind auch mehr in Rostock in der Stadt... ...und da ist es mir viel einfacher gefallen jeden AfDler über einen Kampf zu scheren und sie sagen alle gleichen, alle gleich scheiße!

00:04:28: Wenn ich auf dem Dorf wohne und so näher ich den Menschen bin, umso schwerer fällt es mir alle über einen Kampf zu schälen oder alles für hassen oder so ein Quatsch.

00:04:35: Und das sind die Widersprüche, die ich da am Buch aufmache, die Fragen, die Diskussion, die dann vielleicht auch manchmal ja Leuten vorm Kopf stoßen oder wenn sich Leute aus der Stadt fragen, wie kann denn das sein?

00:04:46: diskutiere mit irgendwelchen AfD-Lanen oder ich habe vielleicht sogar auch gute Momente mit denen, wenn ich in dem Buch aufmache dass es auch da ist immer eine klare Kante zu den Überzeugungsideologen geht.

00:04:56: Zu den Überzeugsarstellern aber das es auch sympathische Menschen gibt ja das überhaupt auszusprechen die die AfD will was überhaupt aus zu sprechen ist für einige Leute geht gar nicht.

00:05:05: Ich berichte einfach nur von der Realität in der ich mich bewege.

00:05:08: Das Buch, das greifen wir gleich nochmal ein bisschen genauer auf.

00:05:10: Haben wir gelesen?

00:05:11: Wollen wir auf ein paar Stellen eingehen weil es auch mit Sachsen-Anhalt glaube ich viele Parallelen gibt.

00:05:16: aber mich interessiert was dein Blick auf Sachsen Anhalt ist.

00:05:19: Ihr wart glaube ich mit Euroband letztes Jahr hier im Bundesland.

00:05:21: Im November bist du wieder da für eine Lesung, für dein Buch.

00:05:24: Wie hast Du denn die Stimmung in Sachsen Anhalt erlebt?

00:05:27: Gibt's da Unterschiede zu Mecklenburg-Vorpommern?

00:05:29: Gibts da Paralleln aus Deiner Sicht?

00:05:31: Ich glaube, da gibt es ganz viele Parallelen.

00:05:32: Weil wir beides sehr ländlich gekriegte Bundesländer sind und wenn ich mit dem Leuten hier auch gesprochen habe, wenn wir in Magdeburg waren oder wenn wir auch in Burg waren, ja?

00:05:40: Dann glaube ich, es gibt ja ganz oft einfach die gleichen Diskussionsstände, die gleichen Fragezeichen, die man selber hat.

00:05:46: Ich glaube viele Leute haben in diesen Zeiten viel mehr Wagezeichen als Antworten.

00:05:50: Ich jedenfalls bei mir ist das so und auch mit vielen Menschen, die ich da gesprochen habe weil natürlich fragt man sich Alter was ist hier alles ins Rutschen gekommen?

00:05:58: Und die krass hat sich das alles pularisiert innerhalb der letzten zehn Jahre, weil man konnte sich also nur vor zehn Jahren haben vielleicht noch alle, die ausgelacht, wenn sie gesagt haben ja.

00:06:06: Die AfD wird mal stärkste Partei und nicht nur bei uns in den Bundesländern sondern sogar auf Bundesebene da hätten alle noch gesagt Ja genau so ein Quatsch!

00:06:14: Ich glaube wir sind Bundesländer wo es schneller geht als vielleicht ein eigenes Bundeslender im Westen.

00:06:19: ich glaube aber nicht dass das hier nur ein Ost-West Ding ist sondern statt Landdiskussionen an vielen Punkten und sehe da ganz viele Parallelen immer fernab von den verschiedenen Bundesländern zu ja, Parallelinen, zu Stadt-Land sozusagen.

00:06:32: Und auch die Unterschiede in erster Linie.

00:06:34: Ja,

00:06:35: ihr habt ja auch eine gewisse Historik mit, sagst du Anna, im Jahr zwei Tausendundachzehn war das, dadurch auch damals selber viel darüber berichtet, da wolltet ihr eigentlich spielen in Dessau im Bauhaus zum hundertjährigen Bauhaushybulium?

00:06:45: Da hat das ZDF euch eingeladen für ein Livekonzert beziehungsweise für einen Mitschnitt Und das ist aber von der Bauhausstiftung letztlich abgesagt worden.

00:06:52: Die ist auch politisch besetzt mit CDU-Politikern aus der Regierung, ist abgesagt wurden mit der Begründung dass Bauhaus soll nicht zum Austragungsort politischer Agitationen und Aggression werden und einen Teil der Begrundungen war auch rechtsradikaler hätten dann schon gegen den Auftritt Euroband damals mobilisiert.

00:07:08: mich würde mitten drei Jahren Abstand interessieren was war denn für ein Moment in eure Karriere?

00:07:13: Wie blickst du da jetzt im Nachhinein darauf zurück?

00:07:15: Ja, wir haben ja mehrmals solche Situationen erlebt in unseren Leben dabei jetzt nicht deshalb auf einmal das erste Mal des uns im Konzert abgesagt wurde oder dass es Bedrohungen von Neonazis gab.

00:07:25: Aber das war natürlich schon etwas was der Mediallia total hoch gegangen ist weil es natürlich bitter war, dass das Bauhaus Dessau davor so diesen Einschichterung von den Nazis auch eingeknickt ist.

00:07:37: und ich glaube Wenn ich mir das jetzt anschaue, worauf man sich einfach in den nächsten Jahren noch viel mehr darauf vorbereiten kann.

00:07:43: Dass es auch raus einen Gehorsam geben wird weil die Leute so wenig Stress wie möglich haben wollen und natürlich teilweise auch abhängig von Geldern sind.

00:07:51: Das ist aber etwas glaube ich wovor man sich dann irgendwie geht, so gut wie möglich unabhängig machen muss um nämlich stärker auszustrahlen zu sagen hey wir sind nicht abhängigen nur von euren Geldern und nicht nur von den Stimmungen innerhalb der Gesellschaft.

00:08:03: wenn ich aber an dessen denke ist für mich da zum Beispiel einfach viel mehr nachher der Punkt gewesen Diese ganzen, denn explodiert das ja und dann hat es nachher vielleicht gar nicht mehr so viel mit einem selber zu tun.

00:08:13: Da gab's da Riesenunterschriften, Wissen, Demos

00:08:15: usw.,

00:08:16: wir wollten ein Konzert spielen.

00:08:18: Wenn ich an Desso denke, denke ich vielmehr daran dass wir aus dem Bauhaus-Desso-Konzert, Bauhaus statt Bauhauskonzert gemacht haben.

00:08:25: Ich glaube zweimal dreimal so großen Locationen und den Konzern gespielt haben mit ganz vielen Leuten aus Sachsen-Anhalt die das innerhalb kürzester Zeit mit uns organisiert haben.

00:08:33: Und ich denke, das sind Momente auf die man sich da viel mehr konzentrieren muss auch in diesen Zeiten.

00:08:38: Das ist etwas was ich in dem Buch immer wieder versucht habe.

00:08:41: natürlich machen wir gewisse Entwicklungen sorgen aber diese Weltuntergangsstimmung dieses nicht nur auf das negative konzentrierend dass es etwas was die Seele kaputtmachen wird auf mittellangstrecke wogegen man ankämpfen muss und wo man sich dann wie beispielsweise bei dieser Geschichte desau und das versuche wirklich meinen kopf abzuspeichern vielmehr an diesem tollen Abend dann dessau erinnere mit all den vollen Leuten da aus Sachsen-Anhalt.

00:09:05: Jetzt reden wir über Dessau und Mecklenburg-Vorpommern, Sachseneinhalt, ländlicher Roman.

00:09:08: Schnette du hast gerade schon selber gesagt für dich ist das Thema AfD Unterstützung die große AfD Unterstützung, die es gibt in den beiden Bundesländern ein Stadtlandthema.

00:09:16: Erzähl das mal wie du das meinst.

00:09:17: also ist die Unterstützung im Land einfach größer auf dem Land.

00:09:21: oder wie meinst du das?

00:09:22: Ja, ich denke ganz klar.

00:09:24: Ich kann ja nur aus meiner Erfahrung herausbrechen... ...ich bin kein Wissenschaftler und alles.

00:09:29: aber da wo ich lebe war bei den letzten waren... ...vierenfünfzig Prozent haben die AfD gewählt und zwei steckste Parteien war die CDU mit zwölf Prozent oder elf oder sowas.

00:09:37: Die Grünen hatten hier zwei Prozent.

00:09:39: Also es gibt da, wo ich lebe gar keine Parteienbindung, großenfalls diesen anderen Parteien.

00:09:44: Es ist denke ich wenn ich mit den Leuten spreche jetzt beispielsweise im Saarland wir sind auf Tourspiel mit der Band und ich spreche mit Leuten aus dem Saarlands oder Baden-Württemberg aus Dörfern kleinstehten dann sind mir deren Probleme präsenter Oder sind das teilweise die gleichen Probleme, viel mehr als wenn ich jetzt mit jemanden vielleicht spreche aus einer ostdeutschen Großstadt.

00:10:03: Sag mal aus Potsdam oder so ja?

00:10:05: Das meine ich damit und dass sich glaube ich, dass viele kennen, dass das halt dann manchmal einfach verschiedene Realitäten sind.

00:10:11: Ich sage dir mal bestes Beispiel wir machen jetzt nächste Woche wieder unser Dorffest, das Weisseln-Jahren-Festival.

00:10:16: Das ziehen wir seit zehn Jahren dort auf!

00:10:18: Und unsere Headquarter also wo unsere ganzen Crewleute ankommen und so.

00:10:20: Das ist die Waldperle, die ist in der Nähe vom Veranstaltungsgelände... ...und hier das Restaurant.

00:10:26: da kommen die ganzen Crew Leute an.

00:10:27: Gleichzeitig ist das der Ort, wo öfters mal AfD-Stammtische stattfinden.

00:10:32: Ja?

00:10:32: Das können sich Leute vielleicht aus der Stadt gar nicht vorstellen, kommen Leute zu mir und haben gesagt, Mensch wie könnt ihr da denn das

00:10:37: machen?"

00:10:38: Und so... Ich sag wirklich, das ist das einzige Restaurant was es hier gibt!

00:10:41: Verstehst du, worüber wir

00:10:43: reden?!

00:10:44: Die AfD lerben sich doch in den Hosenpissen vorlachen wenn man dann sagt oh Gott nee jetzt gehen wir weg, hier gibts gar keine andere Kneipe.

00:10:51: Das meine ich, du kannst dich in den Städten immer in deinen Bubbles verziehen.

00:10:55: Du kannst sich in deine Wohlfühlzone verziehen und dich dabei gut fühlen.

00:10:59: Das ist hier nicht möglich!

00:11:00: Nicht dass man es nicht manchmal wünschen würde – das sage ich nicht.

00:11:04: Ich erzähle einfach nur wie's ist mit den schönen Momenten, mit den scheißen Momenten.

00:11:08: Das sind für mich einfach klare Dorfgeschichten die ich denke Leute aus dem Provinzen viel mehr nachvollziehen können als vielleicht Leute aus der größeren Stadt.

00:11:18: Und wie macht man es dann?

00:11:18: Wie bleibt man im Gespräch?

00:11:19: Wenn man weiß, am eigenen Ort haben fünfzig Prozent der Leute AfD gewählt und man hat nicht das gleiche Weltbild.

00:11:26: Das ist von Anfang an klar.

00:11:27: Wie macht man's denn?

00:11:27: Wie blabt man im Gespräch?

00:11:29: Wie redet man miteinander, dass man sich trotzdem in die Augen gucken kann?

00:11:31: Hier läuft ja nicht jeder mit ein Parteilogo über den Kopf.

00:11:34: Ja!

00:11:34: Und vielen sind dir ehrlich gesagt sogar scheißegal.

00:11:37: Es ist eher so du hast immer einen Zwischentöhn wenn du mit Leuten diskutierst.

00:11:41: Manchmal sagen Leute natürlich auch, wie wählen die?

00:11:42: und dann weißt du ja?

00:11:43: Dann bist du vielleicht mit denen am diskutieren.

00:11:45: Manchmal hast du auch gar nicht die Kraft.

00:11:46: manchmal habe ich auch keinen Bock Ja nur leute dir halt in orten leben wo Nicht fünfzig prozent der leute die afd werden.

00:11:52: die werden sagen ja du musst immer was sagen.

00:11:55: Ja nein manchmal hast du keine kraft dafür Und manchmal doch.

00:11:59: manchmal gibt es momenten wo du vielleicht einfach versuchst Sachen zusammen zu reisten.

00:12:04: also Ich beschreibe das her.

00:12:05: zum beispiel wir haben ins gepark über vier jahre lang da frekennend ins gepack bei uns im dorf aufzubauen Und das war mit bürokratischen Hürden, ohne Ende gab es da zu Meistern.

00:12:14: Manchmal habe ich nicht mehr dran geglaubt dass wir das schaffen.

00:12:17: ja und letztes Jahr gab es große Arbeitseinsätze mit sechzig-siebzig-achtzig verschiedenen Leuten.

00:12:22: und dann würde ich sagen da man ganz viele verschiedene Menschen jede Partei die es poliziell hier schaffen kann bei uns in Landtag einsziehen waren davon Bilder und haben damit gewolfen war mit am Start und das sind gute Momente.

00:12:34: Und genauso geht es nicht darum, wenn wir zum Beispiel das WC in Jahr machen.

00:12:37: Die Leute wissen ja wo wir stehen!

00:12:39: Wir machen Vorträge zu Seenotrettung, wir machen eine Lesung über die AfD.

00:12:43: Ja?

00:12:44: Ich werde mit Leuten darüber diskutieren und sagen... ...die Partei, das Parteiprogramm, viele Sachen davon finde ich scheiße.

00:12:50: Ich würde mich freuen, wenn die AfD von der Macht ferngehalten wird.

00:12:52: Ich werde aber nicht alle AfD-Wähler auf die gleiche Ebene wie mit der Partei stellen.

00:12:57: Ja, genauso gibt es Momente wo du sagst okay da hast du keine Kraft mehr mit irgendwelchen Überzeugungs-Arschlöcher dann brauche ich nicht diskutieren.

00:13:04: Ich sagte mal ein Beispiel wir haben am Wochenende gerade einen Konzert gestehlt.

00:13:07: im Plattenbaugebiet auf dem Dresch in Schwerin gilt als größtes Plattenbaugebiet Norddeutschans und für so Kids in einem Jugendklub so Autorfitnessgeräte zu holen.

00:13:14: das haben hier seit Jahren versucht ganz wohl und hat nicht geklappt.

00:13:17: Wir kennen die.

00:13:17: seit Jahren haben mit dem Musikvideo gedreht, ey wir spielen Konzert.

00:13:21: Dann haben wir da forty-fünftausend Euro zusammengesammelt und da drehen Leute völlig doh ich fatschen einem voll oder schreiben in den Kommentarspalten ja was die kann machen und wie sie sich das sozial haben.

00:13:30: Das sind fertige leute!

00:13:32: Das sind abgehindte Menschen im Sinne von wirklich wo ich sage macht euer Ding.

00:13:35: aber auf die werde ich keine Kraft verwenden denn ich rumlaufe kann nicht sagen dass vierund fünfzehn prozent aller menschen genauso ticken wie die.

00:13:42: manchmal würde es mir auch viel einfacher fallen wieder so schwarz weiß zu denken ganz viele Sachen.

00:13:48: Aber ich denke, man muss in diesen Zeiten differenzieren und dabei auch klar natürlich den Haltung sagen.

00:13:53: Damit mache ich nicht, dass man immer sagt ist ja alles gut?

00:13:55: Nein!

00:13:56: Wenn wir hier im Konzert spielen nächste Woche bei uns auf dem Dorf, nein wenn wir die inhaltlichen Veranstaltungen dazu machen dann sind wir natürlich auch da klar positioniert und sagen hey wir haben keinen Bock darauf.

00:14:05: der Punkt ist nur das wir da leben wo man dafür einen Preis zu zahlen hat.

00:14:08: Ja Ich glaube wenn ich denn manchmal mit Leuten quatsche Ich saß mit so Kumpel zusammen und die haben gesagt, ja hier mit AfD-Lernen und alles Scheiße.

00:14:16: Und mit Nazis und das Müsse und aufs Maul und was.

00:14:18: Dann habe ich sie gefragt, wann hast du das letzte Mal vor Foschos gestanden?

00:14:22: Also puh, wenn richtig!

00:14:24: Und wann hast Du das letzte mal mit einer AfD der gestritten?

00:14:26: Die gucken dich an und da kommt nichts.

00:14:27: Das ist ein großes Problem.

00:14:29: Das

00:14:29: interessiert mich.

00:14:29: Du rätest über schwarz-weißdenken, was nicht möglich ist in jeder Situation.

00:14:33: gleichzeitig greifst du... schon im Buchtitel auch den Begriff Brandmauer auf.

00:14:37: Da geht es ja darum, dass im Grunde eine strikte Abgrenzung gibt zwischen AfD und allen anderen Parteien vor allem CDU.

00:14:44: aber du äußerst dich kritisch zum Thema Brandmauern.

00:14:47: Warum siehst Du den Begriff so problematisch?

00:14:49: Nein nein nochmal.

00:14:50: also ich unterscheide das auf dieser gesellschaftlichen Ebene auf dieser Dorfebene und dann ist natürlich hier parteipolitische Ebene.

00:14:56: der Punkt ist nur... Ich glaube ich habe jetzt in die letzten Wochen vierzig Interviews gegeben und die sagen in jedem Interview, ich würde mich freuen wenn die AfD von der Macht ferngehalten wird.

00:15:04: Und wenn ich weiß dass dieses interview rauskommt das Leute hören weiss nicht dass sich dafür wieder teilweise angerotzt werde.

00:15:10: ja also ich krieg sofort einen preis erfüllt zu zahlen als ich sage das die ganze zeit in ein gebiet wo ich aber von ausgehe dass sie immer mehr macht über den ding.

00:15:18: ich lebe da ich würde mir freuen und hab da vielleicht auf früher dran geglaubt.

00:15:21: vor ein paar jahren haben wir uns alle im erzählt und ich habe es ja auch geglau ja also die afd wird nicht stärker und das will er potenziell ausgeschöpft.

00:15:28: Wir sind aber bei fifty-fünfzig Prozent angekommen und im Bund sind die auch die stärkste Partei.

00:15:33: Also was ich sagen will ist diese Aussagen, diese Diskussion manchmal in Talkshows wo es nur heißt oh Gott die Brandauer darf nicht fallen das darf nicht fallen!

00:15:40: Die reichen mir nicht aus.

00:15:42: Ich lebe da wo mich damit auseinandersetzen muss.

00:15:45: Was is denn wenn es soweit IST?

00:15:47: Und auf kommunalpolitische Ebene Auf langkreisebene ist diese Brandauer gefallen.

00:15:52: Schön wenn ich unrecht habe und dass nicht weiter fällt Aber ich gehe nicht von aus und habe nicht das Gefühl, dass die anderen Parteien da wo ich lebe, das Umgelissen bekommen.

00:16:02: Denn die AfD ist hier nicht stark weil wir alle so eine geile Moverfacke sind sondern weil die anderen so schwachs sind.

00:16:07: Das ist das Problem.

00:16:08: Die AfD macht hier Stammtische Und auch nicht andauernd.

00:16:11: Man muss sie auch nicht zu den riesigen Helden machen aber die müssen nicht mal viel machen um mehr zu machen als die anderen.

00:16:16: Und das ist das problem warum ich mich darauf vorbereite Kopfmäßig seelisch moralisch wenn es soweit sein sollte dass die in Regierungsverantwortung kommen und das ist für mich dieser Punkt, in dem Buch zu sagen weg von diesen Welt- und Ergangsszenarien.

00:16:32: Ja ich sehe da wird viel Scheiße auf einen zukommen aber die Sache kann doch nicht sein, dass man in die ganze Zeit mit Kopf nach unten geht.

00:16:38: und die Variante wird auch nicht sein.

00:16:40: bei euch im Bundesland hat die heißt ja Deiner Haselhof Ja?

00:16:45: Es geht mir nicht darum, ich bin keine Zwanzig mehr und muss billig gegen die CDU schießen.

00:16:49: Es wäre mir scheißegal wenn das auch eine SPD-Leute von der Linke wäre!

00:16:51: Also der hat ja noch Menschen erreicht.

00:16:52: was ich sagen will ist... Wenn Sonneleute aber in Interviews sagen Ey wenn die an die Macht kommen dann bin ich hier weg.

00:16:59: Was macht das mit all den Menschen auf dem Dörfern Da wo ich lebe da wo die Leute in Sachsen anhalt nehmen?

00:17:04: Erstens ganz viele Leute können sich es vielleicht gar nicht leisten weg zu ziehen.

00:17:07: Zweitens viele wollen da nicht wegziehen Weil Familie, weil Arbeit weiß sie sich auch dann wohlfühlen.

00:17:12: Wie gesagt, ich liebe es hier.

00:17:14: Das ist für mich eine Attitüde die diesen Leuten in die Hände spielt und das kann nicht sein und darum geht es mir in diesem Buch zu zeigen okay selbst wenn sie immer mehr macht übernehmen wir werden versuchen weiter punktuell Akzente zu selten ohne mir einzureden dass man als Band irgendwelche Wahlen verändern

00:17:31: hat.".

00:17:31: D.h.,

00:17:32: ich verstehe dich so.

00:17:33: du sagst die demokratischen Parteien oder die Parteien außer der AfD gehen auch falsch um mit den Wählern der AfD.

00:17:41: Das will ich auch nicht so für allgemein sagen.

00:17:42: Ich habe keinen Bock, alle Parteileute über einen Kampf zu scheren!

00:17:45: Ich hab Freunde, die sind Landtagspolitiker und Leute in der Kommunalpolitik.

00:17:49: Ich hab da riesen Respekt vor, denn ja haben mehr Bürgermeister, haben mehr geiler Typ.

00:17:54: Alles Leute, die feiern, aber Leute die in der kommunalen Politik sind... Und Parteien haben dahinter haben SPD, CDU-Legende wie auch immer ... gar nicht das Umreißen, was sie in Berlin verreißten.

00:18:05: Das ist der Punkt den ich sagen will.

00:18:07: da tun die Leute mir auch wirklich hungt du erleid.

00:18:10: und auf dieses mit der Ansprache dass es etwas natürlich was die AfD aus dem ff kann ja so.

00:18:18: und weil die leute wenn ich hier mit denen spreche wenn ich mit den Leuten diskutiere dann sind das sagen wir ganz unterschiedliche Meinungen, was weiß ich?

00:18:25: Die einen sagen sie haben Angst vor Krieg.

00:18:26: Die anderen sagen Sie haben Angst für Rente.

00:18:28: Die andere haben Angst davor Scheiße!

00:18:30: Wir konnten uns das... Früher haben sie Kommunismus eingeprügt, jetzt haben sich Kapital aufbauen können einige und haben Angst scheiße.

00:18:37: Wir wollten doch erst mal unseren Kriegen in etwas vererben.

00:18:39: Das geht alles weg.

00:18:40: Also diese Angst kann ich ja nachvollziehen.

00:18:41: Für anderen ist Hauptthema Migration wie auch immer Aber der rote Farben ist bei ganz vielen Leuten hier die abgegessenheit von der Berliner Politik.

00:18:49: Das ist so Und das Problem für ganz viele hier vor Ort, die nicht Bock auf die AfD haben ist.

00:18:55: Dass du auch nicht authentisch verkaufen kannst und sagen kannst ja Mensch guck mal nein!

00:18:59: Hier gibt es doch so vielen geilen Leute bei uns in der Gegend im Landkreis, die brennen so krass.

00:19:04: Die anderen Parteien fühlen dich total.

00:19:06: das ist ein totales Problem.

00:19:07: Und wenn die zum Beispiel bei Bürgermeisterwahlen irgendwie noch gewinnen wollen gegen die AfD.

00:19:13: Dann ist es so, dass du das eigentlich nur noch schaffst wenn du in so freien Wählergemeinschaften bist ja?

00:19:18: Also im Jahr freie Wähler Gemeinschaft zu tagen der Bürgermeister im anklaren, zwanzig-dreißig Kilometer weg von uns... Das sind Leute die noch gegen sie gewinnen können!

00:19:27: Der ich ankam, der Bürgermeister hat Haushoch in den AfD-Kandidaten gewonnen.

00:19:31: Weil er von dort kommt, weil er authentisch für diese Region brennt!

00:19:34: Das ist das was ich sagen will... Ich glaube die Leute sind gar nicht alle Hammer heiß?

00:19:38: Einige schonen, einige schonen natürlich.

00:19:40: Es gibt diese Überzeugungsarsche hier aber sind da nicht hammer heißt auf die AfD sondern sie sind vor allen Dingen abgegessen vom Berlin Und da ist die AfD für die ganz oft das beste Ventil aus ihrer Sicht.

00:19:52: Was mich interessiert?

00:19:53: Du sagst gerade, du bist schon im Kopf so weit, dass du dich im Grunde vorbereitest auf den Fall der Fälle... Die Frage ist ja, auf welche Sachen bereitest du dich dann vor?

00:20:02: Also was wäre denn für Dich sozusagen...?

00:20:05: Was würde dann passieren aus Deiner Sicht wenn es dann soweit ist?

00:20:07: Keine Ahnung!

00:20:08: Ich versuch' mich wirklich als Mensch, der hier lebt nicht die ganze Zeit, dass mein Kopf um die Wahlen dreht sondern ich glaube für die Parteien ist ganz oft Wichtig vor den wahlen für die menschen ist nach den waren wichtig unser dorf ist das wissen ja Das machen wir nächste woche und weißt du was für nächste woch?

00:20:24: gleich ankündigen dass wir zwei tausend sieben zwanzig wieder machen so also ich versuche mir einfach dass selber zu erhalten.

00:20:31: Die scheißtage die kommen von selbst die guten die muss man sich erkämpfen.

00:20:34: Das habe ich in mein leben gelernt.

00:20:36: So das sozusagen sich diese lehnt freude zu erhalten diese lust was zu machen, das sind Sachen die ich mir erhalten will und wo ich natürlich aber auch manchmal denke scheiße dieses ganze Gemecke ist manchmal auch ansteckend.

00:20:48: Und manchmal habe ich vielleicht auch keinen Bock mehr.

00:20:49: Ich sage dir ein Beispiel Wir machen den Skatepark auf nach vier Jahren kämpfen da die ganze Zeit und drei, vier Wochen vorher steht einer bei uns im Dorf am See und sagt mir Ja!

00:20:59: Was ist?

00:20:59: Wohin soll er hier mit dem Skate Park sein?

00:21:01: Wir sind nicht in der Großstadt Will doch keine macht ihr nicht einen Spielplatz?

00:21:05: Dann gucke ich ihn an und sag Digger, wat willst du?

00:21:08: Mach doch einen Spiel Platz mach doch einen Macht doch einen Kunde, ja?

00:21:11: Wenn guckt ihr mich an die Luftpumpe und das war denn fast ein Jahr her.

00:21:15: Der Kunde hat ... Die Luftpumpa hat keinen scheiß Stuhlplatz irgendwie liziiert!

00:21:18: Nichts gar nichts für sich selber.

00:21:20: das zu erhalten in diesen stürmischen Zeiten immer mehr machen als Necken Das ist für mich etwas was ganz wichtig ist Und was ich natürlich aber auch manchmal sehe.

00:21:31: Ja, wo ich mich frage, krieg' ich mir das erhalten?

00:21:33: Dann natürlich politisch gesehen.

00:21:35: Wenn diese Renegrationsfantasien, wenn ich teilweise von den Überzeugungsleuten rege, die differenzieren nicht... Da ist bei vielen Leuten die Zeit des Differenzierens vorbei!

00:21:44: Ich sehe viele Freunde, die sagen okay scheiße, sie haben Angst.

00:21:47: und was wird denn mit mir passieren auf dieser kulturpolitischen

00:21:50: Ebene?!

00:21:50: Wie viele Sachen, die glaube ich für viele Leute in Selbstverständlichkeit waren, werden abgesägt werden?

00:21:57: Da, glaube ich sind viele Leute noch nicht darauf vorbereitet oder erhoffen noch immer dass das alles so bleibt.

00:22:01: Für mich war immer das Wichtigste, dass wir als Ben, wenn wir dieses Festival machen, das wir unabhängig sind von irgendwelchen staatlichen Geldern.

00:22:08: Das ist ein ungefördertes Festival was hier aufzieht mit fünf tausend Leuten aber es wird in den nächsten Jahren glaube ich ein massives Kultursterben geben auf dieser Ebene wie man's kennt weil diese Gelder gestrichen werden und da habe ich große Angst davor und ich finde das traurig auch da muss man differenzieren aber das wird die AfD nicht machen.

00:22:26: Ich habe auch genug Projekte kennengelernt, wo ich sage die brauchen nicht gefördert werden.

00:22:30: Was für eine Scheiße!

00:22:31: Da konnten Leute Anträge schreiben haben wir an der Uni gelernt die man einen Antrag schreibt und haben dann ihre Stelle abgesessen aber nicht für die Region gebrannt.

00:22:37: Aber für Projekten die aus dem Ort für den Ort kommen von Leuten die für die Sache brennen in ihren Projektern da finde ich es total gut und wichtig wenn das gefördert wird.

00:22:48: Aber ich denke leider wird es dort ein Kahlschlag geben und viele Leute sind darauf leider noch nicht vorbereitet.

00:22:55: Das wird bitter.

00:22:56: Wir

00:22:56: gehen einmal einen Schritt zurück, wo unklar es wie's ausgehen wird in beiden Bundesländern.

00:23:00: wenn man dich über Jahre verfolgt hat da hatten wir vor Jahren noch den Eindruck gehabt dass du im Grunde gesagt hast Kulturveranstaltungen Konzerte Kunst kann gesellschaftlich wirklich was verändern Hat mal den Eindruck, dass du das heute möglicherweise nicht mehr so siehst bzw.

00:23:15: nicht mehr sozusagen vollumfänglich sehen würdest?

00:23:18: Nee es ist richtig was du sagst.

00:23:20: Also differenziert er.

00:23:20: vor zehn Jahren habe ich mir auf jeden Fall glaube ich eingehädet.

00:23:23: also da haben wir zum Beispiel noch mich komplett im Arschkampagnen gemacht und sind auf die Dörfer gefahren kurz vor den Wahlen haben ganz viele Lesungen gemacht Konzerte gespielt Fußball Turniere veranstaltend gegrillt.

00:23:32: Da hab ich mir glaube, ich will sowas eingeredet wie ja.

00:23:34: Und wenn ich denn da auf der Bühne stehe und sage wird nicht die AfD und wir machen diese Kampagne vielleicht ein zwei Prozent das halte ich jetzt für völlig blauäugig.

00:23:42: Ich glaube dass wenn feine Sahne Fischwürger sagt wird nicht Die AfD und deswegen macht mir das auch nicht vor dem Wahlen und sagt Ja Wildi nicht!

00:23:49: Ich glaube kein einziger Mensch weniger wird die AfD, viel mehr sind die Leute bei uns so drauf auch.

00:23:54: Wenn ich mit den Menschen hier quatsche sie sagen oh nicht auch noch schon wieder die und die quatschen mich noch voll.

00:23:59: Die kriegen da so ein bisschen den Stasi weit oder DDR-weit das mir nichts vorschreiben und wählen die vielleicht nachher denn vielleicht sogar noch mehr Leute aus Trotz?

00:24:08: Und ich glaube dass alle Kultur und Musik und ja Kultur auf ganz vielen verschiedenen Ebenen total wichtig ist.

00:24:16: Mich hat es als Jugendlicher total geprägt.

00:24:18: Ich glaube aber, die Kultur solle sich nicht zu wichtig nehmen.

00:24:21: Sie könnten auch zehn Wesenjahrenfestivals machen.

00:24:23: Wir werden aber nicht irgendwas an den Wahlen verändern!

00:24:26: Du kannst aber in so Dörfern Gemeinden kannst du Akzente setzen.

00:24:32: und natürlich glaube ich, dass diese Gemeinde in Jahren wenn wir nächste Woche wieder mit ganz vielen Leuten hier von vor Ort dieses Festival machen, die nicht alle so ticken wie wir, die aber trotzdem teilweise damit helfen Das prägt das den Ort natürlich aus meiner Sicht geiler als Render, sag ich mal in die Rechtsrock-Festige gerade wäre.

00:24:48: Ja?

00:24:48: Ich sage nur nicht wir schätzen aber auch nicht unterschätzen weil sonst bist du ja auch immer mit Enttäuschung konfrontiert.

00:24:56: und ich glaube es ist viel wichtiger dass unabhängig von Wahlen zu machen als Benz.

00:25:00: Dass es nicht wie okay.

00:25:01: jetzt auf einmal spielen alle nochmal so ein bisschen so ein paar Konzerte vor oder irgendwelche Aktionen vor dem Wahl.

00:25:07: Nein!

00:25:07: Viel wichtiger Nach dem Wahlen gesend zu sein, viel wichtiger ist dann anstatt zu sein wenn es nicht um die Wahlen geht.

00:25:14: Weil dann wirst du authentisch die Leute vielleicht auch erreichen und sagen hey mir geht das hier um was?

00:25:19: Und mir geht's nicht nur um irgendeine Agenda oder so sondern mir geht es ja auch um die Region weil ich kann dir auch sagen Das is ja die Amivalenz.

00:25:26: Ich mag die Leute zum großen Teil hier sehr gerne und ich will dass es den Menschen gut geht Ja und ich habe auch tausend Fragen gekopft.

00:25:34: Wenn du so ein Buch schreibst Dann werden Sachen manchmal klare.

00:25:37: Und wir waren nach der Wende, waren wir das jüngste Bundesland Deutschlands.

00:25:41: Jetzt sind wir auf dem vorletzten Platz, auf Platz fünfzehn nur noch.

00:25:44: ihr seid älter.

00:25:45: also was für Fragen werden hier in unseren beiden Bundesländern alles auf uns zukommen?

00:25:51: wie viele Fragezeichen gibt es da?

00:25:53: In Sachen Elternwerden, in Sachen wirtschaftlichen Sachen Mano mano man die wird wohl in fifteen zwanzig, vormundzwanzig Jahren sein.

00:26:00: ja und dazu kämpfen und irgendwie in seinen realistischen Rahmen, die man hat, punktuell tolle Akzente setzen zu können.

00:26:09: Das ist das was wir versuchen mit der Band, was ich versuche mit dem Buch auszustrahlen und nicht in diese Weltuntergangsstimmung zu verfallen auch wenn es mir manchmal nicht leicht fällt.

00:26:19: Wir sind jetzt wirklich an einem sehr interessanten Punkt.

00:26:21: Du redest über dein Zuhause.

00:26:22: Es geht auch um Sachs-Anhalt.

00:26:24: Das ist meine Heimat.

00:26:25: Es stehen wichtige Wahlen an Viele Leute machen sich Sorgen Und wir kommen jetzt so langsam auf den Schluss gerade auch dieses Gesprächs hier.

00:26:32: Du bezeichnest sicher selbst das antifaschistischen Lokalpatrioten.

00:26:35: Was bedeutet Heimat für dich aktuell und was ist dein realistischer Wunsch an deiner Heimat?

00:26:40: Also wie es sich entwickeln soll in den nächsten Jahren, dass

00:26:43: die Leute sich hier nicht in eine Depression reinreden lassen, dass sie auch die schönen Sachen sehen, dass wir streiten, dass man guckt, dass über Probleme redet, sich auf das positive konzentrieren heißt nicht für mich nicht scheiße anzusprechen oder Ängste anzusprechen aber von irgendwelchen Leuten in eine Depression reinrehen zu lassen.

00:27:05: Sondern, geh mal raus ein Jahr, guck mal vor die Tür!

00:27:09: Zwei Minuten bis zum See, zwei Minuten bis zur Flurus.

00:27:11: Guck dir mal an was nach der Wende passiert ist.

00:27:13: Meine Oma Effi hat immer Bilder gesammelt ganz viele und ich habe mir diese Bücher angeguckt damals.

00:27:18: Ey wenn du hier die Straßen sehen das nach der Ja?

00:27:21: Ey, das sah aus wie Haufen Scheiße.

00:27:23: Jam ist nicht irgendwie abgehängtes Hinterland oder so, sondern wir sind eine tolle Gemeinde mit Leuten die ja auch brennen und wo ganz viel passiert in den Sportvereinen, in den kulturellen Sachen.

00:27:32: Das sich zu erhalten!

00:27:34: Das sich als Gemeinschaft im Kleinen zu erhalten bei allen Widersprüchen.

00:27:39: Das wäre glaube ich schon wirklich was Tolles.

00:27:42: Und wir haben ja sonst Slogan lassen schauen was uns verbindet und nicht was uns trennt.

00:27:46: dass mit Leben zu füllen das würde ich mir Wünschen und das ist auch natürlich mit dem Zeigefinger auf mich selbst.

00:27:52: Ich war früher auch kiel zu schwarz-weiß, habe es mir manchmal zu einfach gemacht Und da aber auch vielleicht so eine selbstkritische Ebene Manchmal bei anderen Leuten zu haben ja nicht nur immer sage mal hartzüllen anderen zu sein und so großzügig zu sich selbst Sondern Vielleicht irgendwie gucken alter wie ist es denn soweit die kommen?

00:28:07: Wie es gerade ist?

00:28:09: und haben wir wirklich Bock irgendwelchen Heils bringen hinterher zu laufen die So tun als ob auf einmal alles besser wird nur weil man sie will?

00:28:17: dass sind Wünsche, die ich für mich habe.

00:28:19: Wenn ich einfach auf die nächsten Jahre gucke... Ich hoffe das Hansa Rostock aufsteigt!

00:28:24: Ich hoffe dass es sehr oft an der Ostsee sein werde und ich hoffe, dass wir noch lange... Weil da steht dann auch vieles.

00:28:32: Das ist von Jahr zu Jahr gucken wir.

00:28:33: Und ich hoffe dass wir jetzt noch lange dieses Weisschen-Jahr-Festival machen.

00:28:36: Ob wir die Kraft dazu haben?

00:28:37: Ob wir Lust dazu

00:28:38: haben?!

00:28:39: Das ist eine andere Frage.

00:28:40: aber trotzdem mit allen Höhen und Tiefen kann ich hier sagen würde ich mich freuen wenn mir sagen hey wenn das noch in zehn Jahren ist Wir sind jetzt dieses Jahr, wenn wir in zehn Jahren noch das zwanzigste feiern können.

00:28:50: Das würde für mich viel stehen, dass noch nicht alles scheiße

00:28:54: ist.".

00:28:55: Ich hatte einen Freund der war ein Thüring-Farer, Lothar König.

00:28:59: Er hat sich schon WDR mit Stasi angelegt nach der Wende mit den Nazis aber auch immer mit eigenen Leuten und er hat immer erzählt ... Wenn wir bei dem Quatschpan, der ist leider gestorben... Dass es in der Bibel sagt, es gibt so sieben gute Jahre und sieben schlechte Jahre!

00:29:13: Und ich würde sagen, wir sind noch in den letzten Guten.

00:29:16: Dann kommen die Haken.

00:29:17: aber das Wichtigste ist dass man in diesen guten Momenten, in diesem guten Zeiten Kraft tanken muss für die noch stürmerischen Zeiten und das ist das was sich mir für viele Menschen dir wünschen würde, dass sie tolle Momente für sich finden fernab von Weltuntergangsstimmung, fern ab von sich eine Depression reinreden lassen um dann für die wirklich bitterlen Jahre vielleicht teilweise im großen Teil sich selber auch so ne Kraft anstelle geschaffen zu haben.

00:29:42: Interessante Analyse, viele Parallelen zu Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt.

00:29:48: Viel interessanter Blick auch auf die Rolle der Kunst.

00:29:50: Wir haben für jeden Gast hier im Podcast ein kleines Abschlussritual.

00:29:54: Das sind drei ganz kurze Fragen und das war es dann schon, die runden das ganze Gespräch ab.

00:29:59: Das waren drei kurze Frage, musst du einfach subjektiv kurz beantworten?

00:30:03: Die erste Frage ist, welche Themen entscheidenden über die Landtagswahlen in Mecklinburg, Vorpommern oder Sachsenanhalt?

00:30:11: Das ist ein Thema, ich glaube es gibt viele.

00:30:14: Aber das Hauptthema ist die Berliner Politik.

00:30:17: Sind das beides aus deiner Sicht Schicksalswahlen?

00:30:20: Nein!

00:30:21: Ich halte nichts von so Weltuntergangsstimmung.

00:30:23: Es ist für mich wie Propaganda und also wieviel Schicksalswahlen ich jetzt schon in den letzten Jahren gehört habe und wie viel Schicksaleswahl uns bestimmt noch bevorstehen werden.

00:30:30: Es sind wichtige Wahlen keine Frage, so die bestimmt auch richtungsweisen punktuell sind aber man kann sich davon verabschieden dass es mal jetzt die Schicksale sein werden.

00:30:40: ja

00:30:41: Und dritte Frage, wo steht Ostdeutschland am Ende dieses Jahres nach den beiden Landtagswahlen?

00:30:47: Ich denke geografisch immer noch genauso wie vorher.

00:30:50: Vielen Dank Jan Gorkow.

00:30:52: von Feinersahne Fischfilet!

00:30:53: Alles klar danke fürs Gespräch.

00:30:55: Das war zwei Komma eins Millionen.

00:30:57: Danke fürs Zuhören!

00:30:58: Wir sind der Politik.

00:30:59: Podcast von MZ und Volkstimme im Wahljahr in Sachsanhalt.

00:31:02: Hier bekommt ihr die wichtigsten Informationen rund um diese so wichtige Landtagswahl.

00:31:06: Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und empfiehlt uns weiter an Menschen denen Politik in Sachs-Anhalt genauso am Herzen liegt wie uns Oder schreibt uns eine E-Mail an podcastatvolkstimmerpunkt.de.

00:31:18: wir lesen alles.

00:31:19: Danke fürs zuhören.

00:31:21: das Team hinter dem Podcast Max Hunger, Lenan Bellon und ich Jarn Schumann.

00:31:28: Redaktion Frank Rogulis, Mitarbeiter Frank Krause, Telgialov Anaholski, Gregor Rittelmeier, Grafik Tobias Böttner.

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