Die andere Hälfte des Landes. Mit Peter Herrfurth
Shownotes
Nach der Wahl steht Sachsen-Anhalt vor einer neuen politischen Realität. Doch wie blickt die Zivilgesellschaft auf das Ergebnis?
In dieser Folge von „2,1 Millionen“ spricht MZ-Reporter Max Hunger mit dem Landesjugendpfarrer und Mitbegründer des Bündnisses „Sachsen-Anhalt Weltoffen“, Peter Herrfurth. Gemeinsam blicken sie auf die Tage nach der Landtagswahl, die Stimmung in Vereinen, Initiativen und Communities sowie die Frage, was der Erfolg der AfD für das gesellschaftliche Klima im Land bedeutet.
Herrfurth berichtet von Verunsicherung, Ängsten und Enttäuschungen, aber auch von Solidarität, Zusammenhalt und neuem Engagement. Warum fühlt sich ein Teil der Bevölkerung von demokratischen Bündnissen nicht erreicht? Wie kann der gesellschaftliche Dialog gelingen? Welche Rolle spielen Kirche und Zivilgesellschaft in den kommenden Jahren? Und was macht trotz allem Hoffnung?
Eine Folge über politische Verantwortung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Frage, wie Sachsen-Anhalt nach dieser Wahl zusammenfinden kann.
Links zur Sendung:
https://sachsenanhalt-weltoffen.de/#ueberuns
Zahlen zur Wahl:
Statistisches Landesamt:
Wahlergebnisse: https://wahlergebnisse.sachsen-anhalt.de/wahlen/lt26/index.html
Wahlergebnisse vergangener Landtagswahlen: https://statistik.sachsen-anhalt.de/themen/gebiet-und-wahlen/wahlen/wahlergebnisse-vergangener-landtagswahlen
MZ/Volksstimme-Wahlangebot:
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Transkript anzeigen
00:00:00: Mit dem gestrigen Tag hat sich nicht nur in Sachsen-Anhalt etwas verändert, sondern in ganz Deutschland.
00:00:06: Wir hätten uns alle
00:00:08: in jeder Hinsicht ein besseres Ergebnis gewünscht!
00:00:11: Wir haben genau das
00:00:12: geschafft was wir
00:00:12: schaffen wollten...
00:00:13: ...wir haben in diesem Land
00:00:15: Geschichte geschrieben.
00:00:18: Wir gehen
00:00:18: durch den Kopf dass es wirklich ein schwarzer Tag für Sachsen Anhalt ist.
00:00:21: Wir werden in diesem landtag immer der Antagonist der rechtsextremen sein.
00:00:28: Der Politik-Podcast von Mitte Deutscher Zeitung und Volksstimme.
00:00:32: Wenige Tage ist es nun her, dass Sachsen-Anhalt gewählt hat einen neuen Landtag.
00:00:37: Und auch wenn die Regierungsbildung absehbar kompliziert wird eines ist schon jetzt klar Wahlsieger ist die AfD und damit hat womöglich erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eine rechtsextreme Partei Eine Machtoption in einem deutschen Parlament.
00:00:52: und damit ist auch etwas eingetreten wovor die Zivilgesellschaft in Sachsen Anhalt über Wochen vor der Wahl schon gewarnt hat.
00:00:58: Und jetzt ist die Frage, wie blickt die Zivilgesellschaft darauf?
00:01:02: Wie will sie damit umgehen?
00:01:03: Welche Konsequenzen zieht sie daraus?
00:01:05: und darum soll es in dieser Folge von zwei Komma eins Millionen gehen.
00:01:09: Damit ganz herzlich willkommen!
00:01:10: Mein Name ist Max Hunger Haus dieser Folge und Reporter bei der Mitteldeutschen Zeitung.
00:01:14: Ich sitze aber nicht wie sonst üblich im Studio in Halle sondern bin heute hier bei der Volksstürme in Magdeburg.
00:01:21: Wir nehmen auf am Mittwoch-Vormittag und mir gegenüber sitzt ein Mann aus dieser Zivilgesellschaft, er ist schon seit über zehn Jahren Landesjugendfacher.
00:01:30: Und einer der Mitbegründer mit Organisatoren des Bündnisses Sachsen-Anhalt Weltoffen.
00:01:36: Damit ganz herzlich willkommen Peter Herford.
00:01:38: Schön, dass Sie da sind!
00:01:40: Hallo und vielen Dank für die Einladung.
00:01:42: Mich beschäftigt das Wahlergebnis viele, also die paar Tage nach der Wahl immer noch sehr.
00:01:46: Ich habe schon viele Gespräche geführt mit bekannten Freunden, Familienangehörigen aus Sachsen-Anhalt und darüber hinaus.
00:01:51: Und ich könnte mir vorstellen dass das bei Ihnen auch so ist.
00:01:56: Sie sind unter anderem Mitbegründer dieses Bündnisses und waren auf der großen Demo am Domplatz, die am Samstag vor der Wahl war und waren in der Stadt am Wahlabend unterwegs.
00:02:06: Als Sie um achtzehn Uhr die ersten Wahlergebnis Prognosen gesehen haben, was ist Ihnen da durch den Kopf gegangen?
00:02:13: Ich beschäftige mich ja schon länger mit dem Thema.
00:02:16: Beobachte auch die Entwicklung natürlich der AfD nicht.
00:02:20: Umsonst haben wir bereits zwei tausend vierundzwanzig zu Jahresbegehung unser Bündnis gegründet sind damals nach dem Korrektiv-Recherschen aktiv geworden mit der großen Demo.
00:02:28: Haben deswegen das Demokratiefestival am Samstag auf die Beine gestellt und haben großartig dort gefeiert!
00:02:35: Das war eine fantastische Stimmung Und dennoch war mir klar, dass Ergebnis am Sonntag wird verheerend werden.
00:02:45: Da habe ich nicht mit keine großen Hoffnungen drauf gesetzt in welchem Umfang es kommen wird.
00:02:51: Das war natürlich dann noch spannend aber ich hab schon damit gerechnet das ist über vierzig Prozent sein werden.
00:02:56: und als dann am sonntag wo ich wieder auf dem Domplatz war um achtzehn Uhr die Hochrechnung reinkam hat sich das genauso bewahrheitet.
00:03:04: also von daher überrascht von dem Ergebnis.
00:03:09: Und ich habe dann da auch noch eine Rede gehalten und dann gab es verschiedene Interviews, auch noch dazu von den sehr, sehr vielen Medien auf dem Platz.
00:03:16: aber ich habe beim nach Hause fahren gemerkt als mich auch noch Leute so anriefen angesprochen angeschrieben haben dass das auch emotional natürlich schon was mit mir macht dieses ergebnis?
00:03:29: weil das jetzt eine Realität ist was vor einer Befürchtung ist und das macht schon einen gewaltigen Unterschied.
00:03:36: Jetzt ist dieses Bündnis, über das wir gesprochen haben, Sachsen-Anhalt Weltoffen.
00:03:39: Da sind dreihundert Vereine, Organisationen und Gruppen dabei.
00:03:43: Das ist aus ganz verschiedenen Teilen der Zivilgesellschaft, Sozialverbände wie die AWO aber auch Gewerkschafter, Menschen aus der migrantischen christlichen und queeren Community Und das sind ja alles Menschen, die sollte eine AfD Landesregierung bekommen auf die ein oder andere Weise davon betroffen werden.
00:04:02: Was haben Sie denn für Reaktionen aus diesen Teilen der Zivilgesellschaft bekommen?
00:04:06: Wie geht es den Leuten?
00:04:08: Das ist schon auch ein sehr breit in den Reaktion.
00:04:16: Also die einen, die auch schon den bewusst war, das wird ein Desaster dieses Ergebnis für die Zivil-Gesellschaft und ich habe aber eben auch Leute gehört sprechen hören persönlich intensiv davon betroffen sind.
00:04:33: Also Menschen, die also mit migrantischen Wurzeln sind oder eben wie sie auch schon Sachen aus der Queer- und Community kommen, die auch sagen oh Gott Katastrophe.
00:04:42: ich weiß gar nicht ob ich hier in diesem Land noch weiter leben kann und weiterleben will, ob ich das mal ja nach Familie meinen Kindern zumuten kann hier weiter zu sein weil das sind ja alles so Einzelthemen die sich im AfD Wahlprogramm wiederfinden, die aber direkte Auswirkungen auf Menschen haben.
00:04:58: Erinnern Sie sich an eine bestimmte Reaktion in Nachrichtengespräch, das sie geführt haben?
00:05:04: Also was ich dort wahrgenommen habe sind natürlich... Also gerade von queeren Menschen, die da wirklich Sorge haben weil sie auch diffamiert werden.
00:05:14: Von der AfD als perversbisch beschrieben werden dass die das furchtbar finden.
00:05:20: ich habe dann auch menschen gehört Die hier schon seit vielen jahren wohnen und sagen in so einem land also aus dem mit migrantischen wurzeln So ein Land werde ich sehe keine zukunft für mich Ich werde hier wegziehen.
00:05:34: Wir alle wissen nicht was nachher tatsächlich dort passiert, wie Menschen reagieren.
00:05:38: Aber ich selber sehe das auch mit Sorge.
00:05:41: Ich habe selber auch Enkel Töchter, wo die eine Begleitung in der Schule brauchen und wenn von einer AfD getont wird, dass Inklusion gescheitert ist und dann diese inklusionsbegleitenden Kräfte, seine Belastung sind diese Kinder für die anderen Kinder oder den Unterrichtsinn, dann finde Menschen unwürdig und verachtend.
00:06:07: Und da mache ich mir gewaltige Sorgen und sehe das eben auch bei anderen, dass das so
00:06:11: ist.".
00:06:12: Jetzt ... Ich habe schon gesagt die Regierungsbildung wird wahrscheinlich kompliziert aber so wie es derzeit aussieht halte ich es persönlich für relativ wahrscheinlich, dass wir auf eine oder andere Weise eine AfD geführte Landesregierung bekommen werden.
00:06:27: Das ist ja eigentlich was, wo gegen eine große Mobilisation aus der Zivilgesellschaft gab.
00:06:32: Also wochenlang haben ganz verschiedene Initiativen – das geht bei taktisch wählenlos, endet bei Statements die von der Kirche kommen und von verschiedenen Sozialverbänden.
00:06:41: Da gab es glaube ich viel Herzblut und Zeit reingeflossen um so etwas zu verhindern.
00:06:46: Jetzt ist das passiert?
00:06:47: Ist dieses Engagement aus Ihrer Sicht gescheitert?
00:06:50: Und wenn ja woran?
00:06:51: Nein, gescheitert ist es nicht.
00:06:53: Das glaube ich nicht.
00:06:54: wichtig ist an der Stelle wahrzunehmen und deutlich zu machen Es gibt Menschen die anders auf die Situation blicken und das sind Möglichkeiten deinem Pulse zu setzen Und auch nochmal Themen ins Gespräch zu kriegen, die von anderen übersehen werden.
00:07:12: Das heißt es geht um eine Sichtbarkeit und um einer Sprachfähigkeit in der Gesellschaft.
00:07:17: Also von da ist es für mich kein Scheitern und das war ja auch absehbar, dass das Ergebnis kommen wird in einer sehr starken Prozentgröße die dort natürlich vorkommt.
00:07:28: Und dann sage ich nein, das ist nicht gescheitert!
00:07:30: Für mich selber ist es ein kostbarer Gewinn.
00:07:33: wir haben jetzt zweieinhalb Jahre schon in dem Bündnis zusammengearbeitet mit gemeinsam dieses Demokratiefestival dort auf die Beine gestellt oder mit tollem Zollatmosphäre.
00:07:42: also wer dabei aber wird das nicht wieder vergessen glaube.
00:07:45: Für mich war das kostbarer dabei zu erleben, dass wir in den Details sehr unterschiedlich sein können von den verschiedenen beteiligten Organisationen, Vereinen und Einzelpersonen die dort am Start sind.
00:07:57: Dass wir aber im Grundansatz... gemeinsam für eine weltoffene Gesellschaft eintreten wollen, wo Menschen würde wirklich eine Rolle spielt.
00:08:07: Und das zu erleben und zu wissen es gibt da andere auf die kann man sich verlassen und die stehen zueinander und wir können gemeinsam miteinander etwas tun auch wenn wir in Detail Frank verschiedene Meinungen sind Das finde ich einen großen Gewinn.
00:08:22: also.
00:08:22: von daher sage ich diese Zeit dorthin war ein Gewinn.
00:08:25: mit dem Ergebnis habe ich gerechnet.
00:08:27: Und natürlich haben wir auch vorgesagt, nach dem sechsten September nach der Wahl wird es weitergehen.
00:08:31: in welcher Form das?
00:08:32: damit müssen wir uns noch auseinandersetzen.
00:08:34: aber... gescheitert ist für mich das falsche Wort.
00:08:36: Wir haben uns gefunden, wir haben uns empowert und sind da und wir sind laut und hörbar.
00:08:43: Und wenn ich die Reaktionen jetzt auch sehe in anderen Orten, die wir dort hatten wo gleich am Montag eine Großdemo in Berlin stattgefunden hat... Da habe ich doch noch eine Rede dafür geschrieben, die dann dort verlesen worden ist vor dem Brandenburger Tor.
00:08:58: innerhalb von anderthalb Stunden hat ihn darum gebeten können, dass er das normalerweise klar kriegt oder was?
00:09:02: Wie viele Menschen das woanders mobilisiert, da sehe ich wirklich einen großen Effekt und da können wir glaube ich wie bei vielen Dingen wo es um Würde geht immer nur auf Langzeitwirkung setzen.
00:09:13: Wenn ich jetzt so auf das Wahlergebnis blicke seh' ich vor allem Gespaltenesland.
00:09:18: also die AfD hat nicht die absolute Mehrheit zusammen mit dem BSW.
00:09:22: stellen sie aber oder haben Sie ungefähr die Hälfte der Zustimmung im Land hinter sich vereint?
00:09:27: Ihn gegenüber steht stehen alle anderen Parteien die sicher auch vor der Wahl explizit Ja, finde ich wirkt auf mich so als Front auch dargestellt haben gegen die AfD.
00:09:39: Jetzt ist diese Initiative dieses große Bündnis dreihundert Mitgliedsgruppen das ist eine Menge.
00:09:44: trotzdem haben sie die offensichtlicher wenig Zugang zum anderen Hälfte der Bevölkerung.
00:09:49: warum erreicht man die nicht?
00:09:53: Also ja, kann man sich natürlich fragen, wann?
00:09:55: mal reicht man den nicht.
00:09:56: Ich frage mich dann auch warum lesen viele von den AfD-Wählerinnen und Wählern nicht das Wahlprogramm?
00:10:05: Wo Dinge drinstehen die so eindeutig sind.
00:10:09: aber das passiert eben nicht.
00:10:11: Es heißt ja auch in den Wahlauswertungen die Menschen haben der AfD wegen ihrer Inhalte gewählt.
00:10:18: Aber an dieser Stelle bin ich mir ziemlich sicher.
00:10:19: Sie haben sie gewählt, weil sie einige Inhalte wahrgenommen haben aber nicht im Detail dahinter geschaut haben.
00:10:25: was steckt dort eigentlich drin in dem Wahlprogramm?
00:10:28: und das wenn man dann nachgefragt hat oder wenn ich das auch ein bisschen auf Social Media gesehen habe oder auch in verschiedenen Beiträgen einer Presse in Interviews gelaufen sind wenn Menschen befragt worden sind wie sie gewählt haben und warum, dann höre ich Dinge wo ich sage okay das hat nur überhaupt nichts mit dem zu tun.
00:10:46: Mit dem Wildprogramm sondern es sind Zuschreibungen an der Stelle Beziehungsweise, da wird ein plakativer Satz verwendet.
00:10:53: Ja also was weiß ich dann wenn es um billiger tanken geht was sich auf werbeplakatende afd lese?
00:10:58: das hat die eine.
00:11:00: eine afd regierung von sachsen hat überhaupt keinen Einfluss auf preise.
00:11:03: an den tank stellen.
00:11:05: solche geschichten also der ist viel glaube ich war dass die Menschen nicht für Argumente offen sind.
00:11:13: Ich nehme manchmal so wahr und glaube, viele von AfD-Wählern sind natürlich jetzt enttäuscht und wütend und sagen jetzt muss ich hier mal was ändern?
00:11:21: Und dann sind das die, die wir wählen, wo sie ihre Hoffnung draufsetzen.
00:11:26: Wenn das da nicht passiert ist uns auch wieder enttäuschen, dann entscheiden sich wieder ganz anders.
00:11:29: also es ist so ein Hin und Her fliegen.
00:11:31: Dabei aber das Problem ist, dass sie damit einer Partei jetzt hier wahrscheinlich in eine Regierungsverantwortung hineinhelfen.
00:11:39: Die aber hier im Sachsen-Anhalt wirklich als gesichert rechtsextrem erkannt ist und wo man auf die Inhalte schaut wie ich sage es nicht vereinbar mit Menschenwürde wie dort agiert wird Und das macht mir schon wirklich Sorgen was dort große große Sorgen
00:11:56: Jetzt ist.
00:11:56: trotzdem für mich stellt sich die Frage Die Hälfte der Bevölkerung ungefähr hat, ja ... Ihrem Anliegen nicht entsprochen.
00:12:05: Wie könnten wir die denn erreichen?
00:12:07: Also es muss ja die Aufgabe sein in Zukunft so sehe ich das jedenfalls, die Gesellschaft irgendwie wieder zusammenzubringen.
00:12:13: Das ist die große Herausforderung für uns.
00:12:17: also Ich glaube es ist wichtig dass wir gucken und dass wir miteinander auch ins Gespräch gehen übereinander reden und schimpfen, sondern dass wir wirklich Gelegenheiten schaffen einander zu begegnen.
00:12:34: Damit meine ich nicht ins Gespräch gehen mit Verantwortlichen in der AfD-Regierung oder das die meine ich damit gar nicht, sondern ich meine die Menschen die sich dort für eine rechtsextreme Partei entschieden haben mit denen ins Gesprich zu gehen weil ich mir ganz sicher bin das sind ja keine Rechtsextremen die jetzt alle AfD gewählt haben.
00:12:53: aber sie haben mich genau hingeschaut und Sie haben glaube ich nicht bewusst wahrgenommen was diese Partei dort fordert, also dort miteinander zu schauen ist das eine.
00:13:00: Das zweite ist einander wirklich auch wahrzunehmen und zu begreifen.
00:13:05: hey queere Menschen sind keine Monster.
00:13:08: Das sind ganz liebe normale Leute, mit denen man alles Mögliche machen kann solche Vorbehalte abzubauen.
00:13:15: ich glaube das ist wichtig also Begegnungsmöglichkeiten nochmal in unserem Land zu schaffen.
00:13:19: Ich glaube da sind wir zu eng unterwegs in so den eigenen Blasen wie man so sagt wo ich wenig wahrnehme von anderen Menschen ihren Lebens realitäten ihren Herausforderungen Also da wirklich aneinander interessiert zu sein.
00:13:33: und ich glaube da müssen wir als Zivilgesellschaft auch dafür sorgen dass solche Gelegenheiten geschaffen werden.
00:13:37: Jetzt haben Sie gerade gesagt, mit der AfD oder mit AfD-Funktionären wollen sie nicht reden.
00:13:42: Die werden ja aber hier in den nächsten fünf Jahren eine große Rolle im Land spielen.
00:13:46: also warum kein Dialog mit der AFD?
00:13:49: Nährste die Frage wer mit wem dort einen Dialog führt.
00:13:53: Ein Dialog hat dann einen wichtigen Erfolg wenn man darauf setzen kann dass man voneinander lernt auf einander hört und dazu auch eine gewisse Bereitschaft wahrnimmt.
00:14:05: Aber hier haben wir jetzt natürlich zu tun, dass wir dort eine Partei haben die in den Wahlkampf nicht mit einem Wahlprogramm sondern mit einem Regierungsprogramm wie sie aber gesagt haben angetreten sind.
00:14:17: Und das ist erstmal da.
00:14:18: und dann sage ich auch an dieser Stelle, die können die Haltung verändern, aber Sie haben bisher nicht auf Argumente gehört.
00:14:28: Menschen verachtend ist, was dort drinsteht und es werden sie auch weiterhin nicht tun.
00:14:32: Also die Frage ist, dass das für ein Erfolg haben soll?
00:14:35: Da bin ich mir ziemlich sicher mit solchen fundiert oder... ...mit Menschen, die so stark diese Meinung und Haltung der AfD hinaus tragen bei denen das so gefestigt ist.
00:14:50: Da hat einen Dialog leider keinen Sinn und keinen Erfolg.
00:14:54: Erfolg habe ich dort wo Menschen sich noch mal auf auf Inhalte einlassen, wo sie auch nochmal andere Argumente hören und wo sie nicht von vornherein Menschen, die ihn nicht passen, diffamieren und ablehnen.
00:15:05: Das ist eine große Herausforderung.
00:15:06: Da müsste viel passieren, dass erst mal vieles von dem zurücknehmen wie Sie sich verhalten, wie Sie reden, wie sie auch aufgetreten sind bisher im Landtag von Sachsen-Anhalt.
00:15:16: das fand ich zum Teil was ich mitbekommen habe hier und da auch unterirdisch.
00:15:21: Also ich kann mir nicht vorstellen, dass die AfD an ihren Positionen drehen wird.
00:15:26: Vor allem wenn wir uns das Wahlergebnis so angucken.
00:15:30: Lachsandland-Welt offen ist ja auch eine Demokratieinitiative gewesen.
00:15:35: Die AfD selber brüstet sich damit und zeigen uns auch Statistiken, dass sie relativ viele Nichtwähler mobilisieren.
00:15:42: Das heißt ... was ich glaube, jeder nur wünschen kann, dass möglichst viele Menschen meiner Wahl eine Stimme abgeben.
00:15:48: Damit wir ein breites Meinungsbild kriegen und jeder auch seine Meinung vertreten sieht irgendwie oder seine Positionen.
00:15:57: Es ist jetzt erstmal einen Widerspruch finde ich, Demokratieinitiative die sich gegen die AfD richtet in eine Partei, die besonders viele Wähler zu stimmen auf sich vereint aber auch viele Nicht-Wähler mobilisiert.
00:16:09: Wie sehen Sie das?
00:16:10: Haben sie dann anderes Verständnis von Demokratie?
00:16:13: Da habe ich aber überhaupt kein anderes Verständnis von Demokratie.
00:16:17: Und als am Sonntagmittag sich schon abzeichnete, wir haben eine sehr hohe Wahlbeteiligung.
00:16:21: Richtig!
00:16:22: Fast achtzig Prozent, das hatten wir noch nie.
00:16:23: Genau und es war ja schon absehbar dann schon so ein vierzehn Uhr oder sowas hab' ich dann schon mal zahlen gehört wo ich dachte ohja ja ist viel und da haben mich Leute angeschrieben so aus dem Bündnis auch toll und soweit ich sagte mhhm na das so toll des... Es an sich immer gut wenn sich Menschen Politik natürlich beteiligen.
00:16:40: Aber ob das für das Wahlergebnis jetzt austragen wird, ich befürchte da hat die AfD sehr viele bisherige Nichtwähler mobilisieren können – das hat sich auch bewahrheitet am Ende dass es so gekommen ist.
00:16:52: Und auch da sage ich, aber viele von den AfD-Wählern wissen nicht genau was sie gewählt haben.
00:16:58: Weil sie nicht das Wahlprogramm sich angeschaut haben und die Haltung gegenüber Menschen in ihrer Vielfältigkeit nicht sehen oder nicht sehen wollen zum Teil auch.
00:17:07: Die gibt es natürlich auch dass da Leute ganz klar dieser... grundständigen Rechtsextremismus vertreten, das ist schon klar.
00:17:15: Aber viele sind da nicht so, die haben ganz andere Themen und ganz andere Fragen.
00:17:19: Und wir sind immobilisiert worden?
00:17:21: Dann nehme ich natürlich wahr einen lächelnden eloquenten Spitzenkandidaten dort.
00:17:28: Da nehme ich wahr, dass dort Volksfeste organisiert werden die in einer sehr bürgernahen Art und Weise zelebriert wären was ja fantastisch ist und was fantastisch funktioniert hat.
00:17:40: aber auch da geht es nicht um Inhalte sondern das ist ein Einschwören wie bei einem Fußballspiel also dessen die Wählerinnen sind eigentlich Fans und da kann ich machen, mit denen was ich will.
00:17:51: Die werden wir immer
00:17:52: zujugeln.".
00:17:53: So diesen Eindruck hatte ich von den AfD-Volksfesten.
00:17:56: Ich habe diesen Eindruck gehabt auch von diesen AfD-Bürgerdialogen wo kritische Stimmen ganz schnell niedergebrüllt worden sind weggedrängt worden sind und vernacht worden sind.
00:18:06: Und was ich wirklich auch noch mal stark wahrgenommen habe ist ja die Mobilisierung von jungen Menschen gerade über diese Simson Ausfahrten Wo wir alle... Also hab' ich damals schon darauf hingewiesen als die ersten Bilder mal von Höcke mit einer Simson kam.
00:18:19: Halt moment mal, das hat eine lange Geschichte.
00:18:23: Wir wissen ja, diese sind so eine Geschichte mit der Firma die enteignet worden ist... in den dreißig Jahren und die dann ausgewandert sind nachher nach Amerika.
00:18:33: Und da wird dieser Simson Name einer jüdischen Unternehmerfamilie missbraucht, ich hatte Kontakte mit dem Dennis Baum dazu.
00:18:38: Also erst ist es mobilisiert worden.
00:18:40: Die werden sich ja auch dagegen also sehr massiv?
00:18:43: Ja.
00:18:43: Ich habe mit Dennis Baum telefoniert und er hat auch dann angekündigt.
00:18:46: Er wird auch kommen nach Erfurt dann das hat er sich damit eingeplant zu dem Bundesparteikant.
00:18:50: Tag hat dort eine tolle Rede auch noch mal dazu gehalten.
00:18:53: Aber das juckt die ja gar nicht von der AfD, obwohl das deutlich kritisch überall immer wieder gesagt worden ist.
00:18:59: Die haben das weiter durchgezogen an ihre Simson-Ausfahrten und haben das als AfD Wahlveranstaltungen hochgefahren.
00:19:05: Also es ist ihnen gelungen das zu machen egal was für ein Hintergrund es hat Geschichte auszublenden.
00:19:11: Das fordern sie im Wahlprogramm und das machen Sie eben bei der Simson Geschichte exemplarisch genauso.
00:19:16: Also würden Sie sagen, die Leute werden von der AfD gecatcht mit so Veranstaltungen und aber im Endeffekt inhaltlich verarscht?
00:19:24: Weil sie keine Politik in Ihrem Interesse macht.
00:19:26: Genau!
00:19:27: Das würde ich genauso unterschreiben.
00:19:29: Okay... Jetzt haben gerade die jungen Menschen angesprochen und ich habe mir auch mal die Wahlergebnisse über den achtzehn bis zwanzigjährigen angeguckt.
00:19:36: da hat die AfD um die zweiundvierzig Prozent also ungefähr so viel wie jetzt tatsächlich auch in der gesamten Bevölkerung.
00:19:43: Wir sehen aber auch, die CDU fällt dadurch mit gerade mal fünf Prozent.
00:19:47: Grüne und Linke haben dafür beide über fünfzehn Prozent.
00:19:51: Sie sind ja Landesjugendfahrer bei der evangelischen Kirche Mitteldeutschland.
00:19:57: Was ist denn Ihr Eindruck?
00:19:59: Was ist da los in der Jugend Szene?
00:20:02: Wie stellt sie sich dar?
00:20:03: Warum wählen da auch so viele AfD und warum viele auch nicht?
00:20:07: Also ich glaube das es.
00:20:10: Ich glaube, wir wissen dass es ja immer so bei Jugendlichen ist sich auch extrem zu positionieren.
00:20:17: Extrem meine ich jetzt nicht im Sinne von links oder rechts extrem sondern sozusagen nicht die Position der Mitte unbedingt einzunehmen, klar in einer Seite auch zu positionieren.
00:20:31: Deswegen finden sich bei Jugendlichen eher die Haltung entweder rechts oder im Bereich, eben tatsächlich links oder grün engagiert weil es dann um Klimageschichten geht, Klimakleber und so weiter ist ja diese ganze Fridays for Future Geschichte hat das ja auch deutlich gemacht wie viel Jugendliche Power dahinter steckt.
00:20:52: Diese Jugendliche Power ist einerseits großartig und andererseits kann sie natürlich auch gefährlich werden.
00:20:57: Also wenn es die Ausschreitungen, die es immer wieder gegeben hat da haben wir natürlich auch Jugendliche mitgemacht also schon in den neunzehnten Jahren natürlich finden wir dort Jugendliche, die dort auch massiv rechtsextremen unterwegs gewesen sind.
00:21:14: Das ist kein neues Phänomen.
00:21:15: Also
00:21:16: Jugendliche sind einfach ein bisschen extremer politisch als die Erwachsenen im Schritt?
00:21:19: Genau!
00:21:19: Sie sind extrema und das hat jetzt aber mit der Mobilisierung der AfD für junge Menschen funktioniert so dass sie ja fast auf dem Niveau des Bevölkerungsdurchschnittes AfD gewählt haben.
00:21:33: Was begeistert ihr denn daran?
00:21:35: warum Also ist es nur die extremen Positionen, könnten ja auch links wählen.
00:21:42: Machen Sie ja zum Teil aber nicht in diesem Ausmaß?
00:21:45: Ja und bei denen die links wählten oder grün engagiert sind nämlich ein langfristiges Engagement war.
00:21:53: das heißt sie setzen sich mit Themen auseinander, sie fragen wie ist denn das mit Klimafragen, wie ist das mit Gerechtigkeitsfragen, was ist das für Friedensfragen?
00:22:00: da nehme ich eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema wahr Auf der rechten Seite, da nehme ich das nicht wahr.
00:22:07: Da nehme ich viel mehr sozusagen wahr.
00:22:09: zum einen natürlich hey wir sind ja zusammen.
00:22:12: also Gemeinschaftsgefühl ist natürlich ein wichtiger Faktor gemeinsam dafür was einzustehen.
00:22:19: Wir machen es zusammen und wir machen etwas worüber sich andere vielleicht aufregen Und ich glaube spielt auch eine große Rolle dass es ein Bild natürlich immer die Sorge gibt Was wird denn mit mir?
00:22:34: Wenn ich älter werde, ich will Geld verdienen.
00:22:37: Ich will einen Job haben und Partnerinnen und Partner haben.
00:22:40: Jetzt kommen die Ausländer, nehmen mir das alles weg!
00:22:42: Mein Job, mein zukünftigen Partner wird ja so immer wieder und wurde immer wieder so propagiert.
00:22:48: Deswegen der Einwanderung in die Sozialkassen
00:22:52: usw.,
00:22:53: diese Angst ist in der Bevölkerung da und die jüngliche Menschen, die erst mal auf dem Weg sind sich überhaupt eine Stabilität im Leben aufzubauen noch extremer
00:23:02: war.".
00:23:04: Okay, jetzt ist die Wahl geschehen.
00:23:08: Wir haben das Ergebnis und werden sehen müssen was daraus wird in Form einer Regierung.
00:23:13: Ob wir vielleicht neue Wahlen seelen?
00:23:14: Das müssen wir abwarten.
00:23:17: Jetzt stellt sich für mich so ein bisschen die Frage... Sie haben schon gesagt sie machen weiter.
00:23:21: Wie sehen für Sie die nächsten Schritte aus?
00:23:23: wie sollte diese Zivilgesellschaft jetzt damit umgehen?
00:23:28: also ich kann jetzt natürlich nicht für das Bündnis sprechen und sagen so und zu wird es passieren.
00:23:32: Vielleicht,
00:23:33: wie sieht damit umgehen?
00:23:33: Ja
00:23:34: genau, da kann ich jetzt nur zum einen ist es klar also diese die Grundhaltung Bei mir und bei vielen, vielen anderen natürlich die ich kenne oder bei denen eigentlich allen ist ja keine.
00:23:46: Die wir uns jetzt mal angenommen haben für diese Wahl sondern es eine die mit der Wir aufgewachsen sind mit der wir groß geworden sind für die wir uns eingesetzten gekämpft haben oder die wir Uns angenommen habe über einen langen Zeitraum Und das verschwindet ja nicht mit dem wahlsonntag zum glück Sondern das bleibt uns ja erhalten.
00:24:04: von daher werden sich Menschen, die bisher sich gegen Rechtsextremismus eingesetzt haben, das auch weiterhin tun.
00:24:10: Ich werde das auch tun und werde die Gelegenheiten nutzen, wo es möglich ist.
00:24:13: Wie könnte so was aussehen?
00:24:14: konkret?
00:24:15: Haben Sie etwas im Kopf?
00:24:16: Was sind denn in den nächsten Tagen?
00:24:18: In den nächsten Tage steht es erstmal natürlich nochmal an, dass es einen verschiedenen Orten jetzt auch die Sorge gibt gerade dort, wo jetzt auch noch mal Wahlen sind in anderen Bundesländern, dass sie auch anfragen können wir uns quasi auch noch einmal unterstützen?
00:24:30: oder die haben natürlich auch die Wahl von Sachsen-Anhalt als ein Warnsignal für sich für ihre eigene Wahl und die ganze Bundesrepublik wahrgenommen.
00:24:38: Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wählen demnächst?
00:24:40: Ganz
00:24:40: genau, also von daher gibt es dort auch Interesse von unseren Erfahrungen zu hören so wie wir das auch gemacht haben.
00:24:46: Wir haben ja auch gehorcht.
00:24:47: Wie habt ihr das in Thüringen?
00:24:48: Wie war das bei euch mit eurem Bündnis?
00:24:50: Und so diese Vernetzung ist wichtig auch gegenseitig da den Support zu geben.
00:24:55: Das auf jeden Fall!
00:24:56: Und dann natürlich dazu sein und da sage ich mal als jemand der an der Kirche arbeitet an Ort zu geben, die in Sorge im Not geraten und dort nochmal zu sagen hey wir stehen zu dir.
00:25:10: Wir sind da!
00:25:11: Wir schützen dich auch also das dafür auch weiterhin.
00:25:14: dazu sein, das auch deutlich zu kommunizieren und nicht nachzulassen.
00:25:18: Und deutlich die Stimme zu erheben, wenn jetzt möglicherweise Dinge in Sachsen-Anhalt geändert werden sollen oder sagen, das geht überhaupt nicht, weil das verletzt hier viele Menschen in ihrem Dasein, in ihrer Lebensqualität und in dem eigenen Anspruch würdig behandelt zu
00:25:34: werden.".
00:25:35: Sie haben ja durch dieses Bündnis auch viel Kontakte in diese Communities, die wir gesprochen haben.
00:25:40: Vielleicht machen wir es nochmal konkret?
00:25:43: erwähnt hatten, in was für eine Not könnten denn die Menschen geraten jetzt durch vielleicht eine Stimmung, die sich ändert im Land?
00:25:50: Durch die Wahl oder so.
00:25:52: Was sehen Sie da konkret?
00:25:53: Also meine größte Sorge ist tatsächlich nochmal die Stimmung im Land.
00:25:56: Also Menschen, die so jetzt schon Probleme hatten werden es noch viel stärker spüren befürchte ich weil die Stimmung sich natürlich ändert und weil er immer salonfähiger geworden ist darüber zu reden.
00:26:11: also wenn eine Partei die Regierungsverantwortung übernimmt.
00:26:17: Davon spricht, dass es pervers ist wenn Menschen in ihrer Geschlechtlichkeit dort andere Orientierungen haben sich selber anders nochmal verordnen und finden müssen dann ist das eine bösartige Beleidigung.
00:26:34: Und so reden wir nicht miteinander.
00:26:36: und das sind so Punkte, wenn ich selber mir überlege Ich würde von einer Regierungspartei als pervers bezeichnet werden.
00:26:43: Das macht etwas mit mir da bekomme ich Angst und wenn andere das auch so hören dann ist auch Gewalt Von in Wort und auch gewalt in Tat Tür und Tor geöffnet.
00:26:55: Sie fürchten Psychische und physische Übergriffe auf queere Menschen, auf Menschen mit Migrationshintergrund mehr als wir das bisher gesehen haben.
00:27:03: in den kommenden Monaten.
00:27:05: Das befürchte ich sehr deutlich bis hin auch dann zu anderen Themen- und Detailfragen die da natürlich noch mal kommen werden.
00:27:13: also was macht es auch mit dieser Gesellschaft?
00:27:16: Also wenn ich mir anschaue was zum Thema Schule oder sowas in diesem Regierungsprogramm drinnen steht Also die Auseinandersetzung mit der Verantwortung, was da geschehen ist im Dritten Reich.
00:27:27: Dass das ja nicht mehr so die Rolle spielen soll sondern dafür ist wir gucken mal mehr auf Kaiserreich und Bismarck usw.
00:27:33: Herr Thilschneider möchte den Lehrplan umbauen?
00:27:35: Mehr Bismarcks weniger Hitler hat er gesagt?
00:27:37: Genau genau!
00:27:38: Und da sage ich schön so verdrehen wir eben die Geschichte vergessen unsere Verantwortung vergessen es und wer aus der Geschichte nichts lernte macht die gleichen Fehler wieder bzw.
00:27:51: tappt wieder genau in die gleiche Dinge hinein.
00:27:53: und das macht mir schon noch Sorgen, weil das natürlich dann auch die Ansatzpunkte sind.
00:27:58: wenn ich in der Bildung, in der Schule dort da nicht daran arbeite, dann wird das noch schlimmer werden.
00:28:07: es ist ja immer schon herausfordernd.
00:28:09: wie kann ich jungen Menschen sozusagen also auch mit ihnen Dorthin kommen zu sagen, jeder Mensch hat ein Recht hierzuleben.
00:28:19: Wir dürfen alle verschieden sein und das ist wunderbar verschieden zu sein!
00:28:23: Und wir können nur miteinander leben wenn wir einander auch akzeptieren in der Verschiedenheit die wir haben mit den wir sind.
00:28:31: Kennen Sie Menschen die gesagt haben ich packe jetzt meine Koffer?
00:28:34: Das ist mir oder zumindest mittelfristig?
00:28:37: Also ich habe Menschen aufgehört.
00:28:39: Ich habe einen.
00:28:40: ich habe auch persönlich Menschen gehört die gesagt hab mich will dass Ich will das nicht.
00:28:45: Ich will, dass meine Kinder nicht zumuten in so einem Land zu leben, in so einer Schule zu sein.
00:28:53: Ja, das ist mir persönlich von sehr nahestehenden Menschen gesagt
00:28:57: worden.".
00:28:57: Das heißt die werden angesichts dieses Wahlergebnis vermutlich das Land verlassen?
00:29:02: Was am Ende daraus wird wissen wir nicht.
00:29:05: ich finde es schon extrem schlimm wenn Menschen diesen Gedanken haben müssen.
00:29:10: Und ich sag auch ganz ehrlich, als ich am Sonntag nach Hause gefahren bin... ...nach der Verkündigung.
00:29:14: Da war der Ergebnis da und ich dann so ein bisschen für mich zur Ruhe gekommen bin.
00:29:19: Da habe ich auch gedacht, willst du wirklich in so einem Land weiterleben?
00:29:26: Willst du das?
00:29:27: Und wollen Sie...?
00:29:30: Ich bin ja zu Hause, ich habe meine Wurzeln und bin hier auch super geschwitzt.
00:29:36: Also ich brauche mir da überhaupt keine Sorgen machen mit meinem Beruf in der Kirche.
00:29:41: Und ich werde weiterhin meinen Mund auftun können, da wird mich kein Arbeitgeber reinhindern wollen... also da hab' ich gar keine Probleme!
00:29:47: Ich bin in einer sehr komfortablen Situation.
00:29:50: Von daher ist das ein emotionales Gefühl wo ich aber weiß hey das haben andere Menschen eben nicht.
00:29:55: Die müssen sich da ganz anderen Kopf machen und müssen da viel genauer hinschauen.
00:29:59: Meine Kinder sind raus aus der Schule, jetzt mache ich mir natürlich Gedanken über meine Enkelkinder an der Stelle.
00:30:03: Aber trotzdem wenn ich das bei anderen wahrnehme dann ist das eine Angst.
00:30:09: Das hätte ich nicht geglaubt dass wir noch mal dorthin kommen und das finde ich
00:30:12: erschütternd.".
00:30:26: Also die Rolle der Kirche ist in erster Linie, finde ich immer für Menschen da zu sein.
00:30:34: Sie ist besonders an dieser Stelle gefragt wo es auch um den Schutz von Minderheiten geht ihnen Räume zu geben, ihnen Ohr zu geben und ihnen Stimme zu geben oder für sie die Stimme erheben.
00:30:48: Das ist mir schon sehr wichtig und deswegen ist für mich Kirche immer politisch.
00:30:52: mein Christentier glaube ich immer politische gewesen kann ich gar nicht anders vorstellen auch wenn ich an dieser Stelle immer wieder angefeindet und angegangen werde kirche soll sich aus Politik raushalten.
00:31:02: nein das Leben von uns Menschen ist ein politisches Leben.
00:31:07: wir bewegen uns im politischen Rahmen.
00:31:09: Kirche muss politisch sein Aber Kirche hat die Chance, sehr unterschiedliche Menschen zusammenzubringen.
00:31:14: Weil wir ja in der Kirche eben keine politischen Reden was im Sinne von Parteitagsreden oder Parteiereden haben sondern weil wir die Themen bereden können.
00:31:25: wie gehen wir eigentlich mit Herausforderungen?
00:31:28: wie gehen wir mit Fragen von Klima um oder Schöpfungserhaltung.
00:31:32: Also, wir können quasi die Sachthemen in den Vordergrund stellen ohne dass wir an der Stelle sagen, wir verfolgen ja oder müssten ein Parteiprogramm verfolge und Wählerstimmen erreichen.
00:31:42: Das müssen wir nicht.
00:31:43: das ist unser großer Vorteil!
00:31:44: Und wir erreichen natürlich auch Menschen über Musikangebote
00:31:47: usw.,
00:31:48: die in Kirchen stattfinden und da kommt total verschiedene Menschen zusammen.
00:31:51: Das ist eine Chance also des Miteinander zu stärken und Menschen auch dann eine Heimat zu geben, die sagen hier darf ich sein wie ich bin.
00:32:00: Nehmen wir mal an da ist jetzt jemand, der vielleicht dem Podcast hört und er ist sehr besorgt hat vielleicht Angst angesichts der Situation des Wahlergebnisses weil er vielleicht zur queeren Community gehört.
00:32:11: was würden sie demjenigen raten?
00:32:13: Wie könnte er sich engagieren?
00:32:15: wo kann er vielleicht Zuflucht finden?
00:32:18: Also ich sage gerne allen, das habe ich auch am Samstag auf dem Domplatz auch gesagt dort in meiner Rede.
00:32:26: Sucht Verbündete und zwar meine ich nicht nur Menschen die bedrängt sind sondern alle Menschen die sich zivilgesellschaftlich engagieren wollen.
00:32:36: mischt euch ein macht mit bei Organisationen.
00:32:40: Wo gehe hin?
00:32:41: Was mache ich konkret?
00:32:41: wo rufe ich an?
00:32:42: Naja, ich kann sozusagen natürlich schauen welche verschiedenen Communities, welche verschiedene Organisationen gibt es.
00:32:49: Wo... wo?
00:32:50: ich sage, aber das sind eigentlich auch meine Themen!
00:32:53: Das heißt, ich muss diese Themen nicht alleine mit mir zu Hause nur ausmachen oder nur an meinem Handy indem ich da mal durch die Beiträge scrollte sondern ich kann natürlich sagen, ich suche mal Kontakt zu den anderen und das ist die große Chance.
00:33:03: wir haben auf unserer Website ja die ganzen Organisationen gelistet die bei Sachsen-Anhalt Weltoffen dabei sind.
00:33:09: Da kann ich mal durchschauen und gucken, okay das ist vielleicht genau mein Thema.
00:33:12: Und da bin ich dabei.
00:33:13: dann treffe ich auf Gleichgesinnte, treffe auf Leute, die auch was organisieren, was auf die Beine stellen und dann merke ich ja, ich bin nicht allein!
00:33:19: Ich habe eine Gemeinschaft und wir können dort zusammen auch etwas wuppen und ich fühle mich gesichert.
00:33:24: Ich hab' Leute, denen man sprechen kann, bin ich nicht alleine mit meinen Tränen, mit meiner
00:33:29: Angst.".
00:33:30: Und auch nicht mit meinem Engagement, sondern mit meiner Lust was zu tun.
00:33:33: Das ist doch toll!
00:33:34: Leute zu finden und sagen, dass wir gemeinsam es macht tierisch Spaß und Demokratiefestival auf die Beine zu stellen, wenn es tierisch anstrengend ist.
00:33:40: Es macht super viel Spaß.
00:33:41: Jetzt haben Sie schon einen motivierten Dreh wieder gefunden zu unseren ein bisschen bedrückenden Gesprächen in den letzten Minuten.
00:33:49: Das möchte ich gern kurz aufgreifen.
00:33:50: Was macht Ihnen denn Hoffnung eigentlich?
00:33:52: Wenn Sie jetzt gerade aus Sachsen-Anhalt blicken...
00:33:55: Hoffnung macht mir tatsächlich, wie ich wahrnehme.
00:33:59: Wie viele Leute jetzt im Nachgang aufhorchen und sagen hey was da in Sachsen-Anhalt passiert ist das darf bei uns nicht passieren.
00:34:06: also dort das mal zu nehmen was sich so aus anderen Orten steht ganz deutschland weiterfahre.
00:34:12: es macht mir viel hoffnung dass ich so viele Menschen kennenlernen durfte in diesen letzten zweieinhalb Jahren die hoch engagiert sind und wo wir gemeinsam was gewuppt haben und die da weiterhin dafür einstehen werden.
00:34:27: Und da Ideen haben, den immer wieder etwas Neues einfällt... ...und das Tolle ist ja bei so verschiedenen wir haben alle so unterschiedliche Kontakte sind super vernetzt und dann kann das gut zusammenfinden und zusammenkommen.
00:34:37: also es macht mir auch Hoffnung und ich glaube auch dass wir als Gesellschaft auch wieder woanders hinkommen können.
00:34:46: Es hat immer die Situation gegeben wo man dachte es geht nicht mehr weiter Aber wir haben ja so viel erlebt.
00:34:51: Wir haben die Wende erlebt, wie auch im Jahr zwei Tausend Fünfzehn auch Menschen willkommen geheißen worden sind und ich glaube es steckt überall die Kraft der Veränderung drinnen.
00:35:01: wenn Menschen das wollen können sie bitterste Situation noch wieder kippen Auch wenn es manchmal hart und schwer ist.
00:35:07: aber wenn wir das wollen kriegen wir das hin.
00:35:10: Herr Herford herzlichen Dank.
00:35:11: Ich glaube wir haben einen guten Eindruck davon bekommen wieso die Stimmung in der Zivilgesellschaft ist was dafür Ansätze gibt, wie die darauf blicken und auch Sie damit umgehen.
00:35:25: Bevor wir gleich hier fertig sind, würde ich gerne unser Abschlussritual mit Ihnen noch durchziehen.
00:35:29: Das machen wir immer.
00:35:30: Wir stellen unseren Gästen die gleichen drei Fragen.
00:35:33: Die sind, wie ihr liebe Zuhörerinnen und Hörer schon mir bekommen habt jetzt nach der Wahl natürlich andere als vor der Wahl Und ich bin schon gespannt, wie sie antworten.
00:35:43: bitte einfach um eine kurze persönliche Antwort.
00:35:45: Welche Themen in Sachsen-Anhalt müssen Jetzt nach der Wahl aus ihrer Sicht als erstes angegangen werden.
00:35:54: Das Miteinander in dieser Gesellschaft?
00:35:59: Das war wirklich eine kurze Antwort, danke!
00:36:02: Wollen Sie es noch länger machen?
00:36:03: Nein, auf keinen Fall ist das perfekt.
00:36:04: Welche Personen im Sachsen-Anhalt haben sie zuletzt kennengelernt, die sie wirklich beeindruckt hat?
00:36:15: Kann auch ne Person ein Gruppe sein...
00:36:20: Also ich kann's ja an einer Person nicht festmachen.
00:36:24: Ich kann das nur festmachen daran wie ich erlebt habe bei unserem Demokratiefestival, dort Leute wirklich von frühmorgens an bis die ganze Nacht durch gewuppt haben um dieses Demokratiefesteal vorzubereiten und hinterher wieder aufzuräumen bis zum letzten Becher der auf dem Platz lag.
00:36:48: Und die haben dafür kein Geld bekommen sondern einfach das gemacht weil sie sagen
00:36:52: Ich
00:36:52: will mich engagieren.
00:36:55: Wo steht Sachsen-Anhalt aus Ihrer Sicht am Ende dieses Jahres?
00:37:03: Das ist eine extrem schwere Frage.
00:37:06: Ich hoffe nicht, wir stehen vor dem absoluten Scherbenhaufen oder wir stehen von Düsterland.
00:37:12: Ja...
00:37:14: ich weiß es echt nicht!
00:37:16: Das ist voll okay.
00:37:18: Herr Ford haben Sie ganz herzlichen Dank für Ihre Einblicke und Worte.
00:37:22: Das war diese Folge von Zwei Komma Eins Millionen.
00:37:25: Euch da draußen ganz herzlichen Dank fürs zuhören, wir sind der Politik Podcast von Mitteldeutscher Zeitung und Volksstimme zum Wahljahr hier in Sachsen-Anhalt.
00:37:32: Ihr bekommt dir die richtigen wichtigsten Infos zur Landtagswahl und allem was damit zusammen hängt.
00:37:37: Und wenn euch diese Folge unter Podcast gefällt dann empfiehlt sie doch gerne weiter an jemandem dem das Land und die Politik hier genauso am Herzen liegt wie uns!
00:37:46: Wenn ihr Feedback Anregungen wünscht, Kritik habt schreibt uns unbedingt an podcast et volksstimme hin Oder hinterlasst einfach einen Kommentar bei Apple Podcast, Spotify wo auch immer ihr den Podcast hört.
00:37:57: Wir lesen das alles
00:37:58: euch
00:37:58: vielen Dank fürs Zuhören.
00:37:59: Herrn Herford vielen dank für sich dabei sein und bis zur nächsten Folge von zwei Komma eins Millionen.
00:38:08: Das Team hinter dem podcast die vier hosts sind Elisabeth Schulz Lena Bellon Jan Schumann Und ich Max Funger.
00:38:15: Redaktion Frank Rogulis mitarbeit Frank Krause Tilgerloff Anne Holzki und Gregor Rittelmeier, Grafik Tobias Büttner.
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