"Wir weinen nicht aus Schwäche, sondern vor Wut“ – Wie der Harz für den Erhalt des Unternehmens Bohai kämpft

Shownotes

Harzgerode und die Harz-Region stehen unter Schock: In der neuen Folge von „2,1 Millionen“ trifft Host Max Hunger vor Ort in Harzgerode Menschen, deren Zukunft bedroht ist. Beim Automobilzulieferer Bohai droht der Verlust von Hunderten Arbeitsplätzen – ausgelöst durch den Rückzug des größten Kunden Volkswagen.

Bürgermeister Marcus Weise spricht in der Folge von der „größtmöglichen Katastrophe“ für die Region. Betriebsrätin Annika Jablonski und Schichtleiter Marcel Held kämpfen um ihre Jobs – und richten einen eindringlichen Hilferuf an Landes‑ und Bundespolitik. Für sie ist der kurzfristige Rückzug von Volkswagen unerklärlich und moralisch extrem fragwürdig.

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00:00:00: Wenn

00:00:00: ich mir Ihre Personen hier vorstelle, dann wäre das eigentlich ein Grund für mich, da rührt nachzudenken, ob ich in diesem Land weiter meine Heimat sehe.

00:00:07: Ja wir erleben jetzt im März, im Jahr-Zweißen-Sechsundzwanzig Geschichte und den wenigen Jahren wird man auf diese Zeit zurückblicken und das genau

00:00:13: so einordnen.

00:00:14: Wenn wir, meine Damen und Herren, den Kampf um unsere Demokratie gewinnen

00:00:17: wollen,

00:00:17: dann müssen wir die Herzen

00:00:19: wieder zurückgewinnen!

00:00:20: Wir werden

00:00:21: unsere Kultur

00:00:22: nicht Nationalisten

00:00:23: oder identitären

00:00:24: Ideologen überlassen.

00:00:28: der Politik Podcast von Mitteldeutscher Zeitung und Volksstimme.

00:00:32: Hallo und herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörern zu einer neuen Folge von zwei Komma eins Millionen dem Politik Podcast für Sachsen-Anhalt.

00:00:40: mein Name ist Max Hunger ich bin Reporter bei der mitteldeutschen Zeitung Und wir wollen mit euch für euch dieses Wahljahr in den Blick nehmen die wichtigsten Themen abdecken und das wollen wir mal nicht nur aus unseren Studios in Magdeburg und Halle machen sondern auch Mal dahingehend wo Ja, wo wichtige Dinge im Land passieren.

00:00:57: Wo Brennpunkte sind und deswegen war für uns klar wir müssen nach Harz-Gerode fahren.

00:01:02: Da sind wir heute auch und wir sind hier denn hier kämpfen die Beschäftigten des Unternehmens Bohai das ist ja eine große Aluminium Gießerei betreibt um ihre Jobs, um ihre Zukunft im Unternehmen und in die Zukunft des Standortes Und wir sind heute hier und wollen darüber sprechen welche Bedeutung das für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt hat vor allem aber für die Menschen, die hier leben und für den ganzen Ort.

00:01:25: Und wir nehmen auf am Freitag, den achten Mai ungefähr gegen zwölf Uhr und hier im Rathaus von Harzgerode sitzen an den Mikrofonen vor mir Menschen die ich glaube kann man sagen mit Herzblut für dieses Unternehmen und für den Standort kämpfen.

00:01:41: Das ist einmal der Bürgermeister-und CDU Mitglied von Harzkerode Markus Weise Betriebsräte Anika Jablonski und Schichtleiter bei Bohai Marcel Heldt.

00:01:52: Ja herzlichen Dank dass Sie heute hier sind

00:01:55: Sehr gerne.

00:01:56: Gerne!

00:01:57: Wir wollen so ein bisschen die Lage umreißen und ich habe schon gesagt, es geht jetzt um die Zukunft des Unternehmens, um die der Zukunft von vielen Beschäftigten.

00:02:05: Herr Weise mal ganz konkret was würde denn bedeuten wenn dieses Werk hier schließen würde?

00:02:11: Was würde das bedeuten?

00:02:12: Das ist für die gesamte Region eine riesengroße Katastrophe.

00:02:17: warum Das Werk existiert?

00:02:19: seit?

00:02:21: in diesen einhundertfünfzig Jahren haben Generationen in dem Werke arbeitet und das Werk hat verschiedenste Krisen überstanden.

00:02:31: Auch schon Insolvenzen, aber geschichtliche Veränderungen wie die Wiedervereinigung, die Nachkriegszeit.

00:02:37: Und inzwischen arbeiten ja da fast wieder tausend Menschen.

00:02:41: und diese Menschen leben in der Region, die engagieren sich hier.

00:02:44: Die haben ihr Häuser gebaut, die haben ihre Familien, die habe Kinder und insofern würde ein Ende in alle Bereiche unseres Lebens eingreifen.

00:02:53: auch wir als Stadt haben in den letzten Jahren so viel investiert, auch rund um den Industriepark.

00:02:58: Wir bauen einen Hallenbad weil wir ursprünglich industrielle Abwärme aus der Gießerei nutzen wollten ein Bad damit unsere Kinder schwimmen lernen und insofern würde ein Ende dieses Werks die erheblichsten Auswirkungen auf alle Bereiche unseres Lebens hier unser Stadt haben.

00:03:15: Nehmen Sie uns mal mit wie wenn das dramatisch was sie schildern wie waren so ihre letzten Tage klingelt ihr Handy.

00:03:21: oft schlafen sie noch gut

00:03:23: Also schlafen, schlafe ich seitdem mich sozusagen weiß wie?

00:03:28: die Lage ist gar nicht mehr gut.

00:03:31: Ich telefoniere von früh bis Mitternacht weil wir natürlich immer noch alles versuchen damit wir dieses Werk hier für die Region retten.

00:03:42: und man is ja mit Leib und Seele Bürgermeister man liebt ja sein Zuhause was uns möglicherweise bevorsteht, noch abzuwenden.

00:03:52: Und man kann sagen die gesamte Stadt steht wie eine Mannschaft hinter der Belegschaft.

00:03:56: Wir stehen hier alle zusammen und das macht mich schon stolz dass es so ein großes Bekenntnis für dieses Für uns so wichtige Werk gibt.

00:04:04: und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

00:04:07: Ich glaube an dieser Stelle müssen wir mal kurz alle Hörerinnen und Hörern abholen, die nicht genau wissen Was in Hartz-Gerode los ist?

00:04:16: Was hier steht, ist ein Werk mit vielhundert Beschäftigten.

00:04:19: Das ist ein Zulieferbetrieb für die Automobilindustrie.

00:04:22: Die fertigen aus recyceltem Aluminium, Kupplungsgehäuse, Strukturelemente für Autos und eben auch für Elektroautos.

00:04:30: Und das Werk ist im Besitz eines chinesischen Mutterkonzerns.

00:04:34: Steht aber schon lange hier wie sie gerade beschrieben haben.

00:04:38: Ende April hat VW – das ist der größte Kunde dieses Werkes bekannt gegeben – ab Herbst keine Aufträge mehr nach Harzgerode zu vergeben.

00:04:46: Und ich glaube, VW nimmt ungefähr seventy-fünf Prozent des Auftragsvolumens ein.

00:04:51: Das wäre natürlich ein sehr herber Einschnitt und wir müssen jetzt erstmal verstehen was das genau bedeutet.

00:04:58: deswegen vielleicht an die Betriebsräte hin.

00:05:01: Einmal die Frage helfen Sie uns mal auf die Sprünge wie ist der Stand gerade im Unternehmen?

00:05:05: Wie geht es den Mitarbeitern?

00:05:06: und wie sieht's die Lage?

00:05:09: Ja... Es war ein Schockmoment Montag eigentlich.

00:05:16: Alle der festen Überzeugungen, es geht weiter.

00:05:19: Also wir haben am Freitag oder Donnerstag glaube ich von der Geschäftsführung die Aufforderung gekriegt.

00:05:25: Wir möchten bitte zur Mitarbeiterversammlung kommen.

00:05:28: Wir freuen uns auf ihr Erscheinen.

00:05:30: alle waren positiv gestimmt.

00:05:32: Wir haben alle gedacht das kann ja nur endlich gut werden und die heißt ja sehnte Nachricht nach einem Jahr kommt dann jetzt.

00:05:39: Ja, dreizehn Uhr sollte die Versammlung stattfinden und um elf Uhr kamen dann plötzlich Nachrichten im Radio.

00:05:48: Und dann war stiller.

00:05:49: D.h.,

00:05:49: Sie haben aus dem Radio erfahren, was Ihnen bevorsteht bzw.

00:05:53: wie schwierig die Lage ist?

00:05:54: Ganz

00:05:55: genau!

00:05:55: Es war Schock... Also es geht mir ja heute noch so ... Die Kollegen standen unter Schock.

00:06:01: also diese Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer.

00:06:05: Es hat plötzlich alles stillgestanden, das kennt man gar nicht.

00:06:08: Normalerweise ist da überall Krach und Lauter rasseln Gitterboxen.

00:06:12: Da fliegt Metall ja auch mal gerade jetzt Ausschuss oder so in ein Container.

00:06:17: Da ist immer Kracht, da is keine Stille.

00:06:19: Und plötzlich war da Ruhe.

00:06:21: Das waren alle schockiert.

00:06:24: Mittlerweile ist es glaube ich ein Stück weit gesagt ... Im Moment hat man nicht das Gefühl, dass jemand sich irgendwie ... von der Lage bedroht fühlte sich, war ja bis eben auch noch an der Arbeit.

00:06:38: Es macht jeder genau wie im letzten Jahr ganz normal seine Arbeit jeden Tag weiter.

00:06:44: Sie arbeiten im Versand und der Logistik sind aber auch Betriebsräten sehr mit sicherlich keinen Einblick in die Bilanzbücher oder so.

00:06:51: Aber was würde das denn aus ihrer Sicht bedeuten wenn es tatsächlich so kommt?

00:06:54: Und keine Aufträge mehr vom VW kommen?

00:06:57: also müssen dann die Beschäftigten alle um ihre Jobs fürchten.

00:07:00: Ja zu hundert Prozent.

00:07:03: Wie viele Menschen betrifft das denn?

00:07:05: Es ist der größte Arbeitgeber in der Region, in der Stadt auf jeden Fall.

00:07:09: Wie viel Menschen arbeiten im Werk und wie viele Schicksale hängen noch dran?

00:07:14: Das Problem ist so ein bisschen dass man aktuell immer nur von uns persönlich spricht also vom Hauptkonzern auf dem Gelände also von der Bohai.

00:07:25: Wir arbeiten ja im Industriepark zusammen mit der Schlote AG.

00:07:30: Die sitzt einmal zum einen bei uns direkt auf dem Gelände, da sind glaube ich dreihundert Mitarbeiter.

00:07:35: Das

00:07:35: ist die Schmelze?

00:07:37: Nee, das ist Schlote-Bearbeiter.

00:07:40: Ach so

00:07:40: okay!

00:07:41: Da haben wir noch mal einen Werk in Wernigerode mit, ich glaube, auch drei Hundert.

00:07:47: Direkt bei uns im Industriepark selber, da redet leider überhaupt keiner drüber, ist die Putzerei der A-Rec.

00:07:54: Auch da sind es noch einmal hundert Mitarbeiter, die direkt durch uns beliefert werden.

00:07:59: Die haben keine externen Lieferanten.

00:08:02: Auch die sind zu hundert Prozent abhängig und würden wahrscheinlich mit uns zusammen ihre Tore schließen?

00:08:08: Und natürlich dann nachgelagert das Schmelzwerk.

00:08:12: Weil auch die ja uns beliefern und von uns den Aluminium-Schrott einschmelzen.

00:08:18: Was würden Sie schätzen, wie viele Menschen würde eine Schließung des Werkes die Job kosten?

00:08:23: Wenn wir noch die Zweitstelle in Sommer damit dazunehmen und alle anderen drumherum sind für bei gut treibenden Arbeitnehmern.

00:08:32: Die kommen nicht aus Harz-Gerode, aber zur Einordnung hat siebenhalb Tausend.

00:08:37: Einwohner, das heißt, das wäre hier sicherlich ein extrem herber Einschnitt.

00:08:44: Das heißt um es noch mal klarzumachen wir reden tatsächlich über eine Werksschließung.

00:08:48: wenn das so kommt dann ist hier schicht im Schachtel und

00:08:50: das wär der Todesstoß für die Region.

00:08:53: Okay Dann ich hab's grad schon gesagt so ein bisschen die Dimensionen die zahlen Herrweise.

00:08:59: Wie ist es denn, wenn dieses Werk jetzt schließen würde?

00:09:02: Oder überhaupt dieses Werk.

00:09:03: Welche Rolle nimmt das in der Region ein Abseits von dem was die da tatsächlich produzieren?

00:09:09: Natürlich eine dramatische Rolle.

00:09:11: ja weil wie gesagt wir reden nicht nur von Menschen die aus Harz-Gerode kommen sondern die gesamte Region der Südharzt des Harzvorlanden.

00:09:20: Das heißt es pendeln mehr Menschen nach Harz Grode ein als zum Arbeiten auspendeln.

00:09:25: das hätte insofern auch Auswirkungen.

00:09:28: Was bedeutet das zum Beispiel für Zuzug?

00:09:30: Wer zieht in eine Region, in der es keine oder relativ wenig Arbeitsplätze gibt.

00:09:36: Das hat dann wieder Auswirkungen auf Kindergärten und Schulen.

00:09:40: Ich sage mal die Konsequenzen sind eigentlich kaum auszudenken.

00:09:43: wenn es wirklich zu einem Ende kommt Und das muss man ja offensichtlich sagen Wenn VW sich zu diesem Standort nicht dann doch bekennt Dann müssen wir davon ausgehen, dass es das Ende ist.

00:09:55: Natürlich versuchen wir noch alle Möglichkeiten, alle Optionen die es gibt jetzt sozusagen zu ergreifen.

00:10:02: aber man kann eben mit zwanzig Prozent anderen Kunden eine Gießerei, die braucht einfach eine relativ hohe Auslastung einfach nicht betreiben.

00:10:10: Und das aus meiner Sicht wirklich verwerfliche was hier passiert ist, dass man uns keine Zeit gelassen hat.

00:10:18: Man hat uns keine Chance gegeben, dass wir Alternativen aufbauen konnten weil man uns immer wieder erzählt hat Wir brauchen euch!

00:10:26: Wir stehen zum Standort und das sehe ich eigentlich als das allergrößte Problem.

00:10:31: Wann und wie haben Sie erfahren, dass VW hier aussteigen will?

00:10:35: Ich habe das ein paar Tage eher noch erfahren als die Mitarbeiter.

00:10:38: Sie wissen, sie müssen wissen am Montag vor vierzehn Tagen fährt eine Investorengruppe aus Wolfsburg los.

00:10:46: Die ich kenne, die ein schlüssiges Konzept zur Fortführung des Standortes haben, die sozusagen viele, ich sage mal doch auch Probleme der Vergangenheit aufgegriffen haben, dass konzeptionell Ich sage mal zum Beispiel, der Kauf des Schmelzwerks, der jetzt noch in anderer Hand ist das mit vorbereitet hatten.

00:11:05: Es gab die Anfrage an die Standratsgerode ob wir den Industriepark und die Hallen kaufen und an diese Investorengruppe dann vermieten würden.

00:11:12: es gab sozusagen eine klare Lösung die auf dem Tisch lag Die fahren aus Wolfsburg am Montag vor vierzehn Tagen weg und berichten Jawohl!

00:11:21: Es gibt die Zusage aus Wolf'sburg müssen noch die Verträge gemacht werden Und mit dem Insolvenzverwalter wurde schon besprochen, dass wir gegen Ende Mai spätestens zu den Sommerferien sozusagen alles unter Dach und Fach haben.

00:11:34: Da ist man super happy wenn man dann diese Nachrichten auch bekommt und einige Tage später um genau zu sagen zwei Tage später ist dann in Wolfsburg warum auch immer die Entscheidung getroffen worden?

00:11:45: Acharztgerode brauchen wir jetzt doch nicht!

00:11:48: Ausproduktion bis Ende August.

00:11:51: Und das ist natürlich ein massiver Schlag, also das muss ich sagen.

00:11:54: Das ist so ziemlich die größte Enttäuschung, die ich in meinen ganzen Jahren erlebt habe und ich sage einfach ganz klar, so etwas macht man nicht.

00:12:02: So etwas machten wir nicht.

00:12:04: einen immer wieder zu erzählen Wir brauchen euch bleibt bei der Stange!

00:12:08: Das geht ja den Kolleginnen und Kollegen am Ende so genau wie mir.

00:12:12: Das ist auch das, was ich vorwärfe, dass man uns einfach keine Zeit gegeben hat.

00:12:15: Weil natürlich ist es so wir können alternativen oder zumindest versuchen Alternativen aufzubauen.

00:12:21: aber wenn man einem immer wieder bei dem Glauben lässt und immer wieder kommuniziert Wir brauchen euch natürlich ist das dann kein Thema.

00:12:28: Man muss vielleicht dazusagen.

00:12:29: also vor einem Jahr war das Werk schon mal Ist in der Insolvenz Es gab eine Insolvent Verwalter.

00:12:36: Aber zum Schluss war die Hoffnung oder zuletzt war die hoffnung ja eigentlich.

00:12:39: Die Stimmung war ganz gut Investoren gefunden.

00:12:42: Sie haben es gerade gesagt, die Kommune wollte auch unterstützen so dass man den Betrieb sichern hätte können.

00:12:48: Zumindest war das der Plan und der Betrieb läuft ja auch sie haben's ja vorhin gesagt waren noch auf der Arbeit.

00:12:56: Ich möchte noch einmal den Blick lenken auf die Menschen.

00:12:59: wir sind vorhin hier mit dem Auto hergefahren durch wunderschöne grüne Hügel durch den Harz.

00:13:05: Wir sind auch an Bohai am Werk vorbei gefahren.

00:13:09: wenn ich von außen jetzt drauf gucke sieht das total normal aus.

00:13:12: Da kommt Dampf aus dem Schornstein, stehen Autos davor und Menschen gehen da offensichtlich zur Arbeit.

00:13:19: Man merkt aber an dem was die Menschen, die dort arbeiten so erzählen wie die Lage eigentlich ist.

00:13:24: und Marcel hält der hier auch vor mir sitzt.

00:13:28: sie haben sich zu einem besonderen Schritt entschlossen um den Ausdruck zu verleihen wie es ihnen offensichtlich geht Eine Nachricht verfasst, und zwar nicht an irgendwem sondern an Bundeskanzler Friedrich Merz und unser Ministerpräsidenten Sven Schulze.

00:13:42: Und ich finde sie haben sehr eindrücklich Worte gefunden.

00:13:44: Ich möchte daraus gerne mal kurz zwei Absätze vorlesen.

00:13:48: Hinter mir stehen tausend Menschen.

00:13:50: Es sind die aktuellen Mitarbeiter und es sind unsere Rentner, die dreißig vierzig oder fünfzig Jahre lang an diesen Maschinen geschwitzt haben.

00:13:57: Dieses Werk ist kein sterblicher Betonbau.

00:13:59: Das ist ein lebendiger Organismus aus Fleischblut und Eisen.

00:14:02: Selbst unsere Kollegen im Ruhestand haben heute noch Tränen in den Augen, wenn sie an das Tor schauen.

00:14:07: Diese Energie der ehemaligen dieser unbezähmbare Wille, den Standort zu halten ist die Seele von Harzgerode.

00:14:15: Ein bisschen weiter heißt es... und für die Existenz unserer Kinder, die hier eine Zukunft brauchen.

00:14:36: Herr Bundeskanzler, Herr Ministerpräsident, schauen Sie uns in die Augen.

00:14:39: Lassen sie nicht zu, dass hundertfünfzig Jahre stolz mutwillig zertreten werden.

00:14:43: Harz-Gerot ist

00:14:44: unverzichtbar.".

00:14:47: Ich finde das sind sehr bewegende Worte.

00:14:50: man merkt ich glaube man kriegt einen Einblick was da in Ihnen vorgeht.

00:14:54: warum haben Sie sich entschlossen so ein Brief zu verfassen?

00:14:57: Und warum in dieser Tonlage?

00:15:00: Umjauern war ich auch bis zur letzten Minute dran, die glaubte, dass es weitergeht.

00:15:03: Weil's so positiv war... Die Umstrukturierung ist mit den Ausmitarbeiter hervorragend hat das geklappt, sodass man eine Maschinauslastung hatten und eine Wirtschaftlichkeit an diesem Standort in kurzer Zeit erreicht haben.

00:15:16: Wo alle Mitarbeiter da wortlich alles je immer mit diesem Jahr.

00:15:21: Und wo diese Nachricht kam, wo ich entsetzt musste, eine Woche meine Kollegen, die bei mir an der Schicht sind, Das Erleben, wie die am Boden zerstört sind.

00:15:34: Ich habe eh mal einen Mitarbeiter, ich bin ja seit deiner Zeit in den letzten Jahren da gelernt und seit dem Jahr zwei-tausend neun bin ich der Schichtleiter.

00:15:42: Was haben Sie gelernt?

00:15:45: Gießereimischaniker für Truckenkucklingos.

00:15:47: D.h.,

00:15:47: sie standen richtig an den Maschinen und heute sind Sie Schichtseite?

00:15:50: Ich hab das gelernt, hab dann acht Jahre an den anderen selber gearbeitet und bin seit zweitensneuen Schichtleihter Also schon siebzehn Jahre und habe auch mit Karlsattak, das war ein Juvencher in einem Unternehmen.

00:16:04: So haben wir die eine Halle neu gebaut und das Warn-Zusammenarbeit da haben wir von der ersten Maschine, da stehen zehn Maschinen drinne nach und nach alles aufgebaut, die Mitarbeiter an die lernt.

00:16:15: Das war also eine Riesenerfahrung für mich das durchzuleben.

00:16:18: und darum ich bin so schockiert.

00:16:21: Ich hab auch viele Mitarbeiter in Rente Und die haben mich noch Kontakt und bei mir auch E-Mail sind sowas, was man enttäuscht.

00:16:30: Ein Kollege auch an den Rufen weint, der so enttäuscht ist, weil er so gerne dahin gekommen ist.

00:16:35: Ich fühlte mich so wehrlos, weil ich dann ja nichts machen kann.

00:16:41: Da habe ich mit meiner Frau mich da entschlossen zusammen, weil es verfolge Politik.

00:16:48: Was März, worum er am Bundeskanzler gewonnen ist für mich hat versprochen... Da will die Wirtschaft, das macht er zur Chefsache und den Industriestandort.

00:16:58: Deutschland will er erhalten und wird alles dafür machen.

00:17:01: Und darum habe ich gedacht, dass ich was machen kann.

00:17:04: Sonst kann ich ja nichts machen.

00:17:06: Mit meiner Frau habe ich dann diesen Brief zusammengestellt und habe es ihnen geschickt.

00:17:12: Dass ich auch eine Antwort kriege.

00:17:13: Wenn das Chefsacher ist, sollte dann auch Chefsachen machen.

00:17:17: Haben Sie eine Reaktion schon bekommen?

00:17:19: Bis

00:17:20: jetzt noch gar nicht!

00:17:22: Und das ist eben... Darum habe ich den Brief gemacht.

00:17:25: Ich spreche nicht von mir, ich will das auch noch mal betonen.

00:17:27: Es geht nicht um mich, es geht um die Mitarbeiter und um die Leute, die ja in der Region wohnen.

00:17:33: Das ist Wahnsinn!

00:17:34: Der Zusammenhalt der Region ist schon unglaublich.

00:17:37: In diesem Werk, diese Stimmung, die da war immer die ganzen Jahre, ist anders als in anderen Werken.

00:17:42: Dieses Werk ist was ganz Besonderes mit seinen Schmelzwerk.

00:17:45: Schmelzwerk?

00:17:46: Wenn der Bundeskanzler diesen Industriestandort sich anguckt Dann sieht ja was hier ist.

00:17:52: Wir haben ein Schmelzwerk, wir nehmen kein Aluminium aus China sonst müsste man das impontieren.

00:17:58: und wir haben das Schmelzwerk und wir nehmen Aluminumschrott und machen aus den Aluminumschrott ganz viele Legierungen die dann dementsprechend schon flüssig bei uns landet in den Maschinen und dann zu Guss teilen wird und noch mehrere Schritte bis zur Endbearbeitung Ein Kreislauf, so was wollen wir doch in Deutschland.

00:18:19: So was dürfen wir nicht

00:18:20: abschaffen.".

00:18:21: Ich denke auch mal zur Einordnung sagen dass es eine besondere Position ist weil einmal Aluminiumverarbeitung sehr energieintensiv ist und deswegen in Deutschland selten vorkommt.

00:18:30: Und das Bohaiwerk hier ist ein Vorzeigeprojekt weil sie recyceltes Aluminum nutzen aber auch Weil das ja ein Werk ist was sich nach der Wende wieder aufgerappelt hat und gewachsen ist Eine kleine Erfolgsgeschichte in Sachsen-Anhalt eigentlich ist.

00:18:47: Jetzt haben wir hier schon öfter so Motiv gehört, da gibt es VW will aussteigen.

00:18:54: und Herr Weißer Sie haben schon gesagt das ist eigentlich nicht das was man Ihnen vorher erzählt hat.

00:18:58: Sie haben das gesagt und auch Gewerkschafter haben schon gesagt dass es die diese These gibt, dass VW Geld sparen will indem sie nicht mehr in Harzgerode Dinge produzieren lassen sondern für weniger Geld in China.

00:19:12: Wir haben vor wieder zu auch angefragt, wir haben sich zu diesem konkreten Plänen bislang nicht geäußert.

00:19:17: Herr Weisse wie kommen Sie darauf dass das der Plan ist und vielleicht können sie einen Einblick geben in den Kontakt den Sie mit dem Unternehmen bis hier hatten?

00:19:24: Also als Bürgermeister hat man selbstverständlich Kontakt zu seiner Wirtschaft und zu dem größten Arbeitgeber natürlich ein sehr intensiven Kontakt einfach auch deshalb weil wir ja sehr viele Projekte in den ganzen Jahren umgesetzt haben.

00:19:36: sie müssen wissen Wir haben ja den Industriepark erweitert.

00:19:40: Wir haben rund zehn Millionen Euro investiert, damit wir Erweiterungsflächen haben wenn sozusagen ich sage mal Wachstumsbedarf da ist weil ich immer gesagt habe Wenn das Unternehmen wächst und es geht relativ schnell Es wird ein großer Auftrag gewonnen Und dann muss eine neue Halle gebaut werden.

00:19:56: Deswegen haben wir noch mal zehn Hektar Fläche erweitert, komplett erschlossen mit Baurecht und einem drum und dran.

00:20:02: Da kann morgen jemand bauen.

00:20:04: Und insofern sind wir immer auch dem Bedarf des Unternehmens nachgekommen und habe natürlich intensive Drehte.

00:20:12: Ich hatte im ganzen Jahr intensiven Kontakt mit dem Insolvenzverweiter.

00:20:16: Weil mir das natürlich sehr wichtig ist.

00:20:18: Und Ihre Frage, wie komme ich darauf?

00:20:20: Ist relativ einfach.

00:20:22: VW-Mitarbeiter haben das den Kolleginnen und Kollegen in der Geschäftsleitung einfach mal mitgeteilt, dass das der Plan ist.

00:20:29: Das hat man auf den Fluren schon gehört.

00:20:32: Da war es immer gerücht aber da wurde es eben ganz offiziell gesagt letzte Woche bzw diese Woche.

00:20:38: Insofern muss man dann davon ausgehen, dass es also eine Verlagung nach Asien bzw China gibt Und das muss man sagen, dass genetische know-how und es hat ja immer sehr erhält.

00:20:50: Hat das ja aufgeschrieben?

00:20:52: Das kann man nicht verlagern!

00:20:53: Und aus meiner Sicht ist das gerade im Hinblick auf Lieferketten, wo wir gerade sehen, dass es da Riesenprobleme gibt, scheint so ein Konzern nicht von zu lernen anstatt sich lokale Lieferketten zu sichern mit einer Wahnsinnsqualität... Und das, das müssen wir alle höherer hören.

00:21:10: Der weltbeste Aluminium-Druckus kommt aus Harzgerode nirgendwo andersher weil man das hier über Jahrzehnte gelernt hat und das wissen alle Kunden auch.

00:21:21: Und dass für ein paar Cent jetzt aufzugeben, weil im Produkt irgendwo günstiger ist mit dem großen Risiko, dass eben die Qualität nicht stimmen wird.

00:21:28: Das kann man ja auch mal sagen – es haben mir die Kollegen auch vorgetragen.

00:21:31: Es war nicht ganz selten andere Gießereien, VW eigene Gießereihen die Produkte eben in der Qualität nicht hinbekommen haben.

00:21:40: Man hat es nach Harz-Grode gegeben und Harz Groder hat's hinbekommen.

00:21:43: Und insofern ist das für uns einfach ein Nackenschlag zu sagen wir werfen euch jetzt weg wie so eine heiße Kartoffel.

00:21:50: wenn ich das richtig verstanden habe hat man ihnen das auch vorher nicht so vermittelt dass das eine Option ist dass man da aussteigt.

00:21:54: Für sie kann das auch überraschend.

00:21:56: Na, total überraschend.

00:21:58: Wissen Sie das läuft ja so ab so eine Insolvenz?

00:22:01: Es geht ja darum gibt's ne Fortsetzungsprognose und dafür brauchen sie ja zwei Sachen.

00:22:05: Sie brauchen ein Investor und am Ende brauchen sie Kunden.

00:22:08: Und der Investor steht bereit und der größte Kunde sagt immer wieder wir brauchen euch.

00:22:14: nach der Insolvent standen ja in Hartz-Gerode die Maschinen zwei Wochen in etwa.

00:22:19: Da hatten einige größere Hersteller aus der VW-Gruppe Probleme, weil da schon die Bänder gestanden haben.

00:22:25: Weil man auf die Produkte aus Hartz-Grode nicht verzichten konnte.

00:22:28: Man muss dazu produzieren für die Marke VW aber auch für Porsche, Audi, Skoda ...

00:22:35: Ich kann ja auch noch mal was sagen.

00:22:37: Die Produktpalette ist ziemlich groß.

00:22:39: Aber VW ist ein Bauteil, das VW direkt nimmt von uns.

00:22:45: Also die Hauptabnehmer ist Porsche für uns!

00:22:47: Auch noch über die Zuliefererkette.

00:22:49: Also Magna und ZF, die dann über uns ... ... dann eben Porsche also... Die Unterauftraggeber sind ein Endeffekt!

00:22:57: Also Porsche ist der größte ...

00:22:59: Okay?

00:22:59: ... der dem Produkt

00:23:00: der damaligen Ferrari auch noch.

00:23:01: Und wir haben Audi mit drinnen.

00:23:03: Bentley.

00:23:04: Und das ist ja doch ziemlich viele.

00:23:08: Jetzt ist es so was VW davor hat.

00:23:10: Ist nicht gesetzeswidrig.

00:23:13: Das ist grundsätzlich ... Naja, unser Wirtschaftssystem ist so.

00:23:17: Und der Konzern selber ist ja auch unter großem finanziellen Druck, will irgendwie Geld sparen.

00:23:22: Trotzdem hat das ja ... Ich glaub, es wird hier deutlich noch eine andere Dimensione gesellschaftlich in die soziale.

00:23:27: Vielleicht an Frau Jablonski eine Frage wie sehen Sie das?

00:23:31: Ist das in Ordnung, wenn ein Konzert einen Schritt geht?

00:23:35: Wie wird das von den Mitarbeitern aufgenommen?

00:23:39: Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht im Ton vergreife!

00:23:41: Weil ich hab da eigentlich ein ganz klares Wort für, aber ich denke,

00:23:45: Ich weiß nicht.

00:23:47: Ja, Markus hatte das ja unser Bürgermeister auch schon bei seiner Rede unserer Kundgebung sehr schön ausgedruckt.

00:23:54: ist es einfach unanständig ums mal vorsichtig auszudrücken?

00:24:00: und wenn ich ergänzen darf VW hat einfach eine soziale Verantwortung, das darf man nicht vergessen.

00:24:06: Ja wenn ich immer ein gutes Miteinander hatte und man muss das ja offen sagen die Kolleginnen und Kollegen haben mir immer auf Lohn verzichtet.

00:24:13: Man hat hier deutlich unter IG Metalltarif gezahlt...

00:24:16: Im Rahmen Insolvent oder?

00:24:18: Nein, die ganzen Jahre gab es nie IG Metall Tarif weil man musste ja unbedingt wettbewerbsfähig sein und man muß wissen Zulieferer haben auch nur ganz kleine Marge.

00:24:30: Der Konzern hatte einen Umsatz von rund zweihundertundachtzig Millionen Euro und der Gewinn war gerade bei fünf Millionen.

00:24:36: Da kann man sehen, wie eng überhaupt das ist was am Ende überbleibt.

00:24:41: und das haben natürlich die Kolleginnen und Kollegen vor Ort möglich gemacht weil sie auf Lohn verzichtet haben.

00:24:46: Nichtsdestotrotz hat man hier gearbeitet gelebt weil man auch seine Arbeit und die Heimat liebt.

00:24:53: aber das war das was das möglich gemacht hat.

00:24:55: und deswegen sage ich allein aufgrund dessen dass man immer zuverlässig war, dass man immer höchste Qualität geliefert hat.

00:25:02: Hat Volkswagen auch als Kunde eine soziale Verantwortung nicht nur gegenüber seinen Mitarbeitern sondern gegenüber der Bohai den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiteren vor Ort?

00:25:12: Weil man ja weiß das man abhängig ist.

00:25:15: wir sind ja abhängiger von Volkswagen Das ist die Thematik Und insofern sage ich es kann man sich nicht wegtucken und die soziale verantwortung sollte man auch wahrnehmen.

00:25:25: Genau Es ist ja nicht nur Die zahlung.

00:25:27: also wenn man Prinzipiell ja schon mitbekommt, dass in Wolfsburg demonstriert wird.

00:25:32: Wir brauchen mehr Geld und Sonderzahlung.

00:25:35: Das hat hier nicht einen Mitarbeiter bekommen.

00:25:38: Es gab Jahre, da wurde auf die Pilbprämie verzichtet.

00:25:43: Die Mitarbeiter, die das ganze Jahr übernichtkrank gewesen sind, dann gibt es eine Prämie vom Unternehmen.

00:25:48: Da wurde freiwillig gesagt gut wir verzichten zwei Jahre.

00:25:50: Dann war zwischendurch die Abfrackprämia.

00:25:53: Wer war denn derjenige, der gearbeitet hat?

00:25:55: Die Kollegen bei uns, die von früh bis nachts über Weihnachten oder Silvester ohne Freie für VW geschuftet haben.

00:26:03: Und wer hat sich das Gerät in die Tasche gesteckt?

00:26:06: Nicht der Kleinarzgeröder.

00:26:10: Unanständig!

00:26:12: Ja vielen Dank.

00:26:13: Ich kann dich auch noch mal ganz kurz ... Wenn man mal überlegt ist ein Weltkonzern VW wo zwanzig Prozent Anteile von Niedersachsen ja das Land mit drin steckt So was hier zu machen und immer bis zum Schluss noch zu sagen, wir machen ja weiter.

00:26:26: Dann hätte man doch von vorne rein mit auf den Korten spielen müssen.

00:26:30: Dass man anders planen hätte können hier Und nicht bis zum schluss sagen Wir halten zu euch und wir machen mit und plant im hinteren Kopf ein die koffer und geht ins ausland.

00:26:40: das ist doch Das darf da nicht passieren in deutschland.

00:26:43: Da muss man doch dass ich geht mir nicht in kopf freien wie man so Was machen kann als so ein unternehmen für vw Standort Deutschland, traurig.

00:26:53: Ich glaube das Ganze kann man mit dem Thema Verantwortung gut zusammenfassen und es ist ein gutes Stichwort.

00:26:59: jetzt ist die Lage wie sie ist.

00:27:00: ich glaube wir haben sie jetzt ausreichend umrissen.

00:27:03: Jetzt gibt's ja noch hoffnungsschimmer.

00:27:05: also es wird

00:27:05: versucht

00:27:07: irgendwelche Verhandlungen da kommen wir gleich noch zu was dann noch passiert zu initiieren.

00:27:12: Wir sind auch im politik-Podcast wir wollen uns auch mit Politik beschäftigen Und hier haben wir glaub ich in konkreten Anwendungsfeuern von Politik vielleicht anhebenweise mal die frage Welche Rolle spielten die Landespolitik bisher dabei?

00:27:23: Haben sie reagiert, können Sie bei Sven Schulze anrufen?

00:27:26: hat er ein offenes Ohr.

00:27:27: Also tatsächlich habe ich Sven Schulz angerufen und der hatte sofort ein offenes Ohr.

00:27:32: Wir sind ja am Montag sozusagen zur Verkündung auch direkt abends in einer Staatskanzlei gewesen Der Insolvenzverwalter der Landrat beim Ministerpräsidenten Und haben besprochen was man machen kann.

00:27:46: Er ist ja jemand, der sich wirklich reinhaut und in die Presse springt.

00:27:51: Und ehemaliger Landeswirtschaftsminister?

00:27:56: Das tut er – ihm ist es gelungen!

00:27:59: Das muss man mit Hochachtung sagen, dass er VW an den Tisch bekommt im nächsten Dienstag in der Staatskanzlei.

00:28:08: Und jetzt werden viele sagen, na ja ist doch sehr verständlich wenn der Ministerpräsident anruft.

00:28:11: Das ist es aber nicht!

00:28:13: Wenn ich vor ein paar Wochen erinnere da hat der sächsische Ministerpräsident Kretschmer gesagt die Sächsischen VW Werke sollten alle erhalten werden.

00:28:21: Dann hat der VW-Chef Blume im Handelsblatt gesagt was nach dem Motto was interessiert mich eigentlich das gerede des sächse ministerpräsidenten.

00:28:27: also insofern Ist hier Ich sage mal doch diplomatisch etwas gelungen und dass unser Ministerprräsent sagt auch Er macht zur Chef Sache er nimmt sich der Sache an.

00:28:37: Ich sage, wie gesagt mit großer Anerkennung.

00:28:40: Weil ich weiß das nicht selbstverständlich ist.

00:28:42: natürlich gibt es eine Erwartungshaltung.

00:28:44: Das muss man auch sagen wir wissen noch nicht, wie's ausgeht aber dass das gelungen ist und heute sozusagen sollte ja die Gläubiger Versammlung eigentlich stattfinden in der die Ausproduktion beschlossen werden sollte.

00:28:55: Die ist jetzt erstmal verschoben.

00:28:57: Das gibt uns natürlich ein Stück weit Hoffnung.

00:29:01: Ja

00:29:01: stimmt vielleicht muss man dazu sagen an der Stelle wo hei ursprüngliche nidischer mutterkonzern So wie Sie es beschreiben, ist das so?

00:29:08: Seit der Insolvenz gehört das Werk im Prinzip den Gläubigern und der chinesische Mutterkonzern will sich da rausziehen.

00:29:15: Ja, er ist im Prinzip raus.

00:29:16: also es ist ja so Insolvent, dann gehört daswerk dem Gläubegern, der Insolenzverwalter ist per Gericht eingesetzt.

00:29:24: Der hat sozusagen ums mal ganz flapsig zu sagen, der hat das Sagen, der ist Chef am Standort und seine Aufgabe ist natürlich zu schauen gibt's sofort Führungsperspektive beziehungsweise wie groß die Masse?

00:29:35: aber Das muss man an der Stelle auch sagen.

00:29:38: Unser Insolvenzverweiter Herr Spiekermann hat sich auch über das normale Maß hinaus hier für den Standort engagiert und sucht auch Lösungen, ist wirklich jemand, der ein großes Interesse hat, dass es hier weitergeht.

00:29:52: Noch mal zurück zum Spitzen-Treffen wenn man so nennen will was am Dienstag stattfindet in Magdeburg.

00:29:58: Sie haben schon gesagt da kommen VW Vertreter, da wird Herr Schulze da sein.

00:30:01: werden sie auch da sein?

00:30:02: Der Landrat also insofern sie auch.

00:30:06: Das ist genau vorgesehen, insofern werden wir schauen wie das Ganze dann ausgeht.

00:30:12: Was

00:30:12: darf denn nicht passieren bei diesem Treffen?

00:30:16: Das ist jetzt schwer zu sagen!

00:30:17: Ich möchte dem auch nicht vorgreifen aus dem einfachen Grund ich sage mal weil es jetzt auch schwer ist Ziele zu formulieren.

00:30:26: natürlich wollen wir und diese Forderungen habe ich auch aufgemacht die haben ja öffentlich aufgemachten Wir wollen, dass sich Volkswagen zum Standort Hartz-Grode bekennt und es hier der Betrieb sozusagen weitergeht.

00:30:38: Das ist unser Ziel.

00:30:40: Inwieweit das dann möglich ist müssen wir

00:30:42: sehen.".

00:30:44: Okay!

00:30:45: D.h.,

00:30:46: ich denke, wir haben's gut schon einschätzen lassen.

00:30:49: also die Betroffenheit ist extrem groß.

00:30:52: Die Lage ist ziemlich ungewiss.

00:30:54: Ich netze mal viele Hoffnungen hängen an dem Treffen, was am Dienstag stattfindet.

00:30:58: Bis dahin gehen Sie beide Frau Japlonski und der Held, Sie gehen weiter zur Arbeit.

00:31:03: Ist das richtig?

00:31:05: Genau!

00:31:06: Vielleicht können Sie uns mal kurz mitnehmen.

00:31:07: Wie geht es jetzt weiter?

00:31:09: Die Belegschaft macht weiter Dienst nach Vorschrift.

00:31:12: Genau also eigentlich ab letzten Jahr schon in dem Moment wo die vorläufige Insolvenz angekündigt wurde war für alle klar wir bieten und geben weiter unser Bestes.

00:31:26: Wir machen genau das was wir bis jetzt gemacht haben.

00:31:29: wir produzieren Qualität Und auch das, selbst nach dieser Jeops-Botschaft.

00:31:35: Man hätte annehmen können, dass dann plötzlich der Frust groß ist und die Leute sagen jetzt werden wir hier am Stich gelassen und bleiben zu Hause.

00:31:42: aber es geht jeder weiter seiner Arbeit nach.

00:31:46: Jeder macht weiter genau das was er bisher gemacht hat und wiefert immer noch ab.

00:31:53: Gibt es schon Mitarbeiter, die sich etwas anderes suchen kündigen?

00:31:58: Also natürlich, wenn man sich mit den Mitarbeitern unterhält.

00:32:01: Es sind viele Mitfamilien und natürlich hat jeder seine Verpflichtung.

00:32:07: auch mir geht es nicht anders Und ich ringe jeden Tag mit mir wo ich mir denke müsstest du nicht mal anfangen Bewerbung zu schreiben.

00:32:14: aber Ich habe immer noch diesen winzigen hoffnungschimmer und an dem halte ich jetzt einfach auch fest.

00:32:19: Wenn das aber nicht klappen sollte was?

00:32:23: gibt's irgendwie einen alternativen plan wenn vw aussteigt?

00:32:25: kann man irgendwie mit anderen Kunden, kann man die akquirieren?

00:32:29: Gibt's da Ideen?

00:32:30: Es ist ja immer noch der übrige Kundenstamme im Prinzip da.

00:32:34: Die Frage ist halt für die in Anführungsstrichen wenigen ... Ist halt die Effizienz noch gegeben, weil wir haben es gerade schon gehört.

00:32:46: Wir brauchen einen gewissen Umsatz, den wir produzieren müssen und nimmt das der Kunde dann eben ab.

00:32:55: Okay, zu dem Themenkomplex... Eigentlich nur noch eine letzte Frage.

00:32:59: Wenn ich jetzt in einem halben Jahr ins Auto steige und ins schöne Harz-Gerode fahre, hier in die Innenstadt komme ... Steht dann das Werk noch herweise?

00:33:08: Was glauben Sie?

00:33:11: Ich hoffe, dass es noch steht!

00:33:12: Das Werk an sich wird auf jeden Fall noch stehen.

00:33:14: Ja natürlich.

00:33:15: Wird

00:33:16: da noch gearbeitet im Werk was noch steht?

00:33:18: Da habe ich große Hoffnungen, dass das so ist.

00:33:22: Natürlich will ich auch ganz klar sagen Wir werden als Stadt auch hier nicht tatenlos zusehen.

00:33:29: Ich habe so oder so ein Kaufangebot für den Industriepark mit allen Hallen für unsere Wirtschaftsförderungsgesellschaft abgegeben, wir werden also nicht zulassen dass irgendwelche Spekulanten dieses Werk erwerben und sozusagen dann ja keine Lösung haben oder keine Lösung suchen.

00:33:47: das heißt wir werden definitiv einsteigen Und wir werden jeden Tag mit aller Kraft dafür arbeiten, dass wir eine Lösung finden.

00:33:55: Da sind wir auch in vielerlei Hinsicht in Gesprächen und insofern werden wir auf jeden Fall alles daran setzen das es weitergeht oder das ist möglicherweise auch ich sage mal Das Werk ist groß und viele Hallen möglicherweise Auch andere Produktionen oder andere Firmen gibt die dann an den Standort kommen.

00:34:16: aber da ist wie gesagt noch ne ganze Menge Arbeit zu tun weil Da bin ich wieder dabei, wenn man uns von Seiten VW keine Zeit gegeben

00:34:24: hat.

00:34:26: Vielen Dank!

00:34:29: Das war jetzt eine Sonderfolge, die wir hier besprochen haben zu einem besonderen Thema was besonders drängend ist.

00:34:35: Wir haben am Ende von jeder Folge aber ein Ritual und das möchte ich heute auch mit Ihnen durchspielen.

00:34:41: Wir stellen unseren Gästen immer die gleichen drei Fragen.

00:34:43: Jetzt haben wir heute nicht über Landespolitik gesprochen jedenfalls nicht so allgemein sondern sehr speziell aber ich finde es trotzdem vielleicht deshalb besonders spannend.

00:34:50: Und wir haben drei Fragen!

00:34:51: Wir haben drei Gäste und mein Vorschlag wäre ich stelle einfach jedem von ihnen eine Frage.

00:34:55: Die besteht sich jetzt nicht speziell auf Bohai, aber sie können das beantworten wie Sie gerne möchten.

00:35:00: Und bitte einfach um eine kurze persönliche Antwort und ich fange einfach mal bei Herrn Held an.

00:35:04: Herr Held was sind für Sie die entscheidenden Themen im Wahljahr?

00:35:08: ... in Sachsen-Anhalt.

00:35:12: Oh!

00:35:12: Das ist natürlich jetzt...

00:35:13: Sie dürfen das auch ganz persönlich beantwortet.

00:35:15: Ja

00:35:16: also da habe ich jetzt noch gar nichts drüber.

00:35:17: Also ich denke jetzt nur an das Werk jetzt.

00:35:19: Ich hoffe am Dienstag und dazu bin ich jetzt zu kopflos.

00:35:24: Alles gut vielen Dank.

00:35:25: Ist diese Wahl für Sie eine Schicksalswahl, Frau Jablonski?

00:35:30: Ja.

00:35:30: Ich denke ja ganz einfach weil ich immer noch hoffe dass das uns am Ende vielleicht zugutel kommt.

00:35:39: Herr Weise wo steht Sachsen-Anhalt am Ende des Jahres?

00:35:45: Ich hoffe Sachseneinheit hat eine vernünftige stabile Regierung unter Sven Schulze, das sage ich an der Stelle.

00:35:53: Weil er jemand ist, der sich wirklich für uns engagiert und sich einbringt.

00:35:58: Und deswegen hat er auch auf jeden Fall meine

00:35:59: Unterstützung.".

00:36:02: Dann bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen dran, dass Sie heute relativ spontan sich zusammengefunden haben mit mir zu sprechen und auch für Ihre persönlichen Einsichten – ich glaube es ist gut!

00:36:12: Wir wollen nah dran sein an den Menschen.

00:36:15: Wenn Euch liebe Hörerinnen und Hörern diese Sendung gefallen hat, dann empfiehlt sie gern weiter.

00:36:20: Wenn ihr uns Feedback senden wollt, wenn ihr euch sagen wollt, welche Themen wir hier besprechen sollen dann schreibt uns gerne an podcastatvolksstimme.de und dann bleibt mir nur zu sagen ganz herzlichen Dank bis zur nächsten Folge!

00:36:35: Danke schön.

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